Verwechseln Sie nicht. Welche Gründüngung säen wir unter Kartoffeln, Gurken, Tomaten und Kohl

Viele moderne Gärtner versuchen mir ständig zu beweisen, dass man in früheren Zeiten keine Düngemittel benutzte und die Ernten trotzdem gut waren. Ihnen, so behaupten sie, habe das ihre Großmutter erzählt. Auf die Frage: «Wie viel Vieh hatte die Großmutter auf ihrem Hof?» — beginnen sie aufzuzählen oder berichten einfach von einer großen Menge. Seltsamerweise berücksichtigt niemand, dass alle Ausscheidungen dieser Tiere in Haufen gelagert und im Herbst untergepflügt wurden. Heute ist Mist teurer als Getreide.

Also muss man den Boden zumindest mit Dünger verwöhnen, sonst – bildlich gesprochen – wenn man kein Benzin ins Auto füllt, wird es nicht fahren. Genauso ist es mit dem Boden: Wenn wir eine gute Ernte erzielen wollen, müssen wir düngen. Beginnen wir doch mit der Gründüngung. Natürlich ist das kein vollwertiger Mineraldünger, aber man sollte sie nicht außer Acht lassen. Vor allem deshalb, weil der Boden nicht «nackt» in den Winter gehen sollte. Das betrifft den nicht gemähten Senf, den aufgegangenen Winterweizen, den Roggen (deren Grün man in der kalten, aber schneefreien Zeit an Geflügel, Kaninchen und Ziegen verfüttern kann). Im Frühjahr, genauer gesagt im Februar-März, kann man den gesamten Garten oder zumindest die künftigen Beete mit Hafer besäen. 2-3 Wochen vor dem Pflanzen der Kartoffeln, der Aussaat von Samen oder dem Setzen der Jungpflanzen müssen die eingesäten Flächen unbedingt umgepflügt oder umgegraben werden, damit das Grün in den Boden gelangt. Alle Pflanzenteile werden verrotten und den gepflanzten Pflanzen Wärme und Nährstoffe liefern. Dabei muss man bedenken, dass für die Verrottung Stickstoff benötigt wird, den die Mikroorganismen aus dem Boden holen.

Damit sind wir wieder beim Thema, dass man Harnstoff in den Boden einbringen muss. Ich verteile auf dem geschnittenen Grün etwa 1 Esslöffel auf ein paar Quadratmeter und grabe es um. Die Ernte wird hervorragend und völlig gesund. Zum Beispiel haben wir im Herbst den alten Erdbeerbestand umgegraben. Der Herbst war trocken, daher ist das Wort «umgegraben» hier nicht ganz zutreffend. Riesige, kaum umgedrehte Schollen gingen in den Winter. Im frühen Frühling (etwa am 10. März, es lag noch stellenweise Schnee) säte ich auf diesen etwas abgesackten Schollen Hafer aus und bedeckte die Samen notdürftig mit einem Rechen. Anfang Mai begann der Hafer schon Ähren zu treiben, und die Schollen waren alle zerfallen. Ich hackte ihn mit der Hacke ab, zerkleinerte ihn mit der Schaufel und vergrub ihn in Reihen, wobei ich ein paar Handvoll Harnstoff über das abgehackte Grün streute. Dann pflanzte ich dort Tomaten. Die Saison war kalt und regnerisch, bei den meisten wurden die Tomaten schwarz, bevor sie rot wurden. In diesem Beet wuchsen aber wunderbare Tomaten, und keine einzige war krank.

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Nichts ist überzeugender als die eigene Erfahrung. Wir besprechen, welche Gründüngungspflanzen unter welche Kulturen gesät werden und welchen weiteren Nutzen sie bieten, abgesehen von der Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen.

Inhaltsverzeichnis:

Kartoffel

Für diese Kultur eignen sich am besten Mischungen als Gründüngung. Zum Beispiel Ackerwicke (Vogelwicke) + Hafer + Phazelie. Diese Mischung verbessert den Boden und liefert eine große Menge Grünmasse. Wenn Sie keine Mischung säen können, säen Sie nur eine Sorte. Sie können sogar Senf säen; bis zum Pflügen bildet er viel Grün, das gemäht und erst dann eingepflügt werden muss.

Gurken

Im Herbst können Sie auf dem künftigen Beet einjährige Lupine, Erbsen, Wicke, Gerste, Weizen, Hafer säen. Im Frühjahr, eine Woche vor der Aussaat der Gurkensamen, können Sie in die Zwischenreihen Erbsen pflanzen. Diese holen mit ihren Wurzeln Nährstoffe aus der Tiefe für die Gurkenranken, und der Geschmack der Gurken wird ebenfalls hervorragend sein.

Tomaten

Für alle Nachtschattengewächse eignen sich Pflanzen aus den Familien der Hülsenfrüchtler und Kreuzblütler als Gründüngungsvorfrucht. Im Frühjahr können Sie in die Zwischenreihen Phazelie säen.

Kohl

Diese Kultur liebt Stickstoff sehr. Daher eignen sich als Gründüngung Erbsen, Klee, Lupine, Steinklee und auch Phazelie. Wenn Sie in den Zwischenreihen eine Mischung aus Hafer und Phazelie säen, hat der Kohl Nährstoffe, und Schädlinge wie Drahtwürmer, Nematoden sowie Fäulniserreger werden vertrieben oder abgetötet.

Gründüngungspflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Senf, Raps, Rettich) dürfen jedoch weder als Vorfrucht noch in den Zwischenreihen ausgesät werden. Sie gehören zur gleichen Familie, daher bringt diese Nachbarschaft nichts außer Schaden.

Wenn ein Kartoffelfeld mit Nematoden und Drahtwürmern befallen ist, säen Sie direkt nach dem Roden der Knollen und dem Entfernen des Krauts Winterroggen. Das ist die beste Option zur Bodengesundung. Im Frühjahr pflügen Sie ihn ein und pflanzen nach ein paar Wochen wieder Kartoffeln. Selbst wenn Sie gut verrotteten Mist haben, säen Sie trotzdem alle 3 Jahre Roggen. Natürlich ist es am besten, die Fruchtfolge einzuhalten, aber wo soll man so viel Land hernehmen? Daher sind Gründüngungspflanzen eine Hilfe, und man sollte sie nicht vernachlässigen. Ihre Wurzeln lockern den Boden tief, und das verrottende Grün liefert Nährstoffe und verbessert zudem die Bodengesundheit.

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