Beeren — das sind für die menschliche Gesundheit unentbehrliche Lebensmittel. Sie sind eine Quelle vieler Vitamine. Der tägliche Verzehr von mindestens 100-200 g frischer Früchte oder Beeren ermöglicht es, den täglichen Vitaminbedarf des Menschen zu decken.
Vitamine, Spurenelemente sowie Substanzen, die die negativen Auswirkungen radioaktiver Elemente und giftiger Verbindungen verhindern, gehören zu den biologisch aktiven Stoffen, die für die menschliche Gesundheit eine enorme Rolle spielen. Vitamine — organische Verbindungen, deren Mangel in der Nahrung Krankheiten mittleren (Hypovitaminosen) oder schweren (Avitaminosen) Grades verursacht. Spurenelemente — das sind Metalle, die der Mensch dringend benötigt, jedoch in sehr geringen Mengen; dazu gehören Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Kobalt, Jod und viele andere.
Biologisch aktive Stoffe sind in Früchten und Beeren enthalten, die ihre Hauptquellen sind, und bei einigen nahezu die einzigen. Die bioaktiven Substanzen von Früchten und Beeren verhindern die Einwirkung radioaktiver Elemente auf den Menschen und bestimmen die Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Langlebigkeit des modernen Menschen.
Frische Früchte und Beeren wirken sich wohltuend auf unseren Körper aus und rufen angenehme Geschmackserlebnisse hervor. Sie aktivieren die Verdauung, fördern die Herztätigkeit, steigern den Stoffwechsel und beugen der Entwicklung vieler Krankheiten vor.
In den letzten Jahren wird der Erforschung der ernährungsphysiologischen und heilenden Vorzüge von Obst- und Beerenpflanzen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Fortschritte der Wissenschaft und der Einsatz neuester Forschungsmethoden haben es ermöglicht, die Ansichten über den Wert nicht nur neuer, sondern auch längst bekannter Obst- und Beerenpflanzen wesentlich zu verändern.
Früchte und Beeren werden seit jeher in der Medizin aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften eingesetzt. Die Früchte mancher Pflanzen haben hauptsächlich eine ernährungsphysiologische, diätetische Bedeutung und wirken auf die Stoffwechselprozesse im Körper, andere besitzen heilende Eigenschaften, sind hochwirksame Medikamente und dürfen nur in therapeutischen Dosen auf Anweisung und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Heilgartenbau — eine neue Richtung in der Wissenschaft, deren Aufgabe es ist, Obst- und Beerenpflanzen umfassend zu erforschen, um Wege und Methoden zur Nutzung ihrer Wirkstoffe zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-, Krebs-, Virus-, Nerven- und anderen Krankheiten zu finden.
In erheblichen Mengen enthalten Früchte und Beeren die Vitamine A1, B1, B2, B9, C, E. Die Menge des jeweiligen Vitamins variiert je nach Frucht- und Beerensorte. Wissenschaftler untersuchen derzeit, gegen welche Krankheitsgruppen bestimmte Früchte oder Beeren und ihre Sorten wohltuend wirken. So wurde festgestellt, dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere zur Normalisierung des Blutdrucks, der Verzehr von Aronia, einigen Apfelsorten, süßfrüchtigen Ebereschen (Granatnaja, Neweschinskaja u.a.), bestimmten Kirschsorten, schwarzen Johannisbeeren und Felsenbirnen hilfreich ist. Von diesen Kulturen sind bei dieser Erkrankung die Sorten mit dunkelroten Früchten und herbem Fruchtfleisch nützlich. Zur Unterstützung der Arbeit des kranken Herzens sind Weißdornfrüchte (am besten frisch) geeignet; zur Vorbeugung von Gefäßsklerose sind Sanddorn sowie die Früchte von Felsenbirne und Himbeere am wirksamsten.
Bei Magen-Darm-Erkrankungen helfen im Kampf gegen Infektionen einige Apfelsorten, die bakterizide Stoffe enthalten, die Krankheitserreger abtöten und hemmen, sowie kleinfrüchtige herbe Birnen und Heidelbeeren; bei Magengeschwüren ist Sanddornöl nützlich. Bei Lebererkrankungen ist der Verzehr von Hagebutten wirksam, bei Blutkrankheiten (Blutarmut, Leukämie) kleinfrüchtige Apfelsorten (Ranecki), Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren. Zur Erhaltung der Sehschärfe werden Hagebutten, Sanddorn und Ebereschen mit orangefarbenen Früchten verzehrt. Zur Vorbeugung von Strahlenschäden sind einige Apfelsorten mit hohem Pektingehalt, schwarze Johannisbeeren, Aronia, Felsenbirne, Sanddorn u.a. nützlich.
Bei einem Mangel an Vitamin E, das Muskeldystrophie und Störungen der Geschlechtsfunktion vorbeugt, werden Sanddorn, Hagebutten und Garten-Ebereschen verzehrt.
Bei einem Mangel an Vitamin B2, der zu Störungen der Eiweiß- und Fettverwertung, Wachstumsverzögerung bei Kindern und anderen pathologischen Erscheinungen führt, ist der Verzehr von Hagebutten und Pflaumen nützlich.
Ein Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure), der Skorbut verursacht, kann durch den Verzehr von Hagebutten, schwarzen Johannisbeeren, Sanddorn, Erdbeeren, Stachelbeeren und Äpfeln ausgeglichen werden.