Sobald der Herbstlaubfall beginnt, machen sich viele Gärtner sofort daran, die Obstbäume zu beschneiden. Aber die Biologin, Züchterin und Phytopathologin Julia Kontratenok versichert, dass man das nicht tun sollte.
«Und das liegt daran, dass unser Klima feucht und kühl ist. Und genau im Herbst verbreiten sich aktiv die Sporen der Krankheitserreger von Rinde und Holz. Man kann sagen, die Schädlinge warten gezielt auf solches Wetter, um die Bäume anzugreifen. Und wenn man einen Schnitt vornimmt, gelangen sie sofort in die Wunden und schädigen die Pflanzen», — erklärte die Expertin.
Und die Gärtner, so Kontratenok, sollten den formenden, verjüngenden Schnitt bei frostigem Wetter durchführen, wenn die Außentemperatur stabil im Minusbereich liegt. Die beste Zeit ist das Ende des Winters oder der Beginn des Frühlings.
Dennoch kann man die Bäume im Herbst beschneiden, jedoch nur in Ausnahmefällen, wenn das Problem akut ist. Zum Beispiel, wenn ein Ast erkrankt ist und Krebserkrankungen darauf aufgetreten sind. Oder wenn Wurzelausschläge entstanden sind, da es im Winter sehr schwierig sein wird, sie zu erreichen.
Außerdem können Hobbygärtner bei positiven Temperaturen in Regionen mit warmem Klima, wo es fast keinen Winter gibt, bedenkenlos Bäume beschneiden. Aber im Hauptteil Russlands sollte man den Schnitt dennoch in der Kälte durchführen.
Beginnen Sie den Schnitt mit Apfelbäumen und Birnbäumen, diese Bäume sind die winterhärtesten. Gehen Sie dann zu Süßkirschen und Sauerkirschen über und beenden Sie den Vorgang mit den wärmeliebendsten Kulturen. Das sind Aprikosen, Pfirsiche.
Kontratenok erinnert auch daran, dass man nach dem Schnitt unbedingt alle Schnittstellen an den Bäumen versiegeln muss. Dafür sollte man zumindest Baumwachs verwenden.
Übrigens sollten Beerensträucher nur im Herbst beschnitten werden. Es geht um Johannisbeeren, Heckenkirschen, Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Blaubeeren.
«Die Sache ist die, dass der Hauptschnittbereich der Sträucher im Winter unter dem Schnee liegt und die Hobbygärtner den Vorgang einfach nicht qualitativ durchführen können. Außerdem beginnen die Beerenpflanzen sehr früh mit der Vegetation, und der Frühjahrsschnitt könnte ihre Knospen beschädigen», — bemerkte die Biologin.