Jugend zurückgewinnen. Wie pflegt man alte Apfelbäume – vier wichtige Schritte

Welcher Apfelbaum gilt als alt?

Wie erkennt man, dass ein Apfelbaum bereits alt ist und besondere Pflege benötigt? Um das Alter des Baumes zu bestimmen, kann man eine einfache Methode anwenden: die Jahresringe an einem Schnitt zählen oder den Stammdurchmesser messen — normalerweise nimmt dieser um 1-2 cm pro Jahr zu.

Ein Apfelbaum gilt als alt, wenn sein Alter 15-20 Jahre überschreitet. Die Lebensdauer des Baumes variiert jedoch je nach Sorte, den Anbaubedingungen und der Pflegequalität.

Zum Beispiel können Sommersorten von Apfelbäumen 30-40 Jahre alt werden, während Wintersorten — bis zu 80 Jahre. Zwergsorten haben eine kürzere Lebensdauer von 20-30 Jahren, und Halbzwergsorten werden etwa 30-40 Jahre alt.

Pflege des Apfelbaums in vier Schritten

Die Pflege des Apfelbaums selbst sollte aus mehreren Schritten bestehen, rät die Dozentin der Finanzuniversität und Gärtnerin Larisa Mikallef.

Erster Schritt: der Schnitt

Zuerst wird immer ein Gesundheitsschnitt durchgeführt, bei dem trockene, kranke und beschädigte Äste entfernt werden. Dies ist wie eine «Reinigung» für den Baum: alles Überflüssige muss entfernt werden.

Danach folgt der Formschnitt, dessen Aufgabe darin besteht, die Krone auszulichten. Entfernt werden Äste, die nach innen wachsen oder sich kreuzen. So «atmet» der Apfelbaum besser: mehr Licht und Luft gelangen hinein, und die Früchte werden größer und schmackhafter.

Für alte Bäume ist ein Verjüngungsschnitt besonders wichtig. Alte Skelettäste werden auf eine äußere Knospe zurückgeschnitten. Dies erfolgt «auf Astring», also ohne Stummel zu hinterlassen, damit der Baum die Wunde schneller schließen kann.

Wichtig! In einer Saison darf nicht mehr als ein Drittel der Äste beschnitten werden, sonst gerät der Apfelbaum «in Stress» und kann sogar krank werden. Der Schnitt alter Bäume erfolgt schrittweise von Jahr zu Jahr.

Zweiter Schritt: die Wundbehandlung

Nach dem Schnitt bleiben «Wunden» am Baum, die verschlossen werden müssen. Wenn dies nicht geschieht, können Infektionen, Pilze und Schädlinge eindringen.

Für die Wundbehandlung gibt es verschiedene Mittel. Baumwachs ist der Klassiker, der einen Schutzfilm bildet und die Wunden schneller heilen lässt. Heutzutage gibt es kaltflüssige Wachse (sofort gebrauchsfertig) und warmflüssige (vor dem Auftragen muss es erwärmt werden). Sie werden sofort nach dem Schnitt dünn auf die trockene und saubere Oberfläche aufgetragen.

Eine moderne Alternative ist Kohlepulver — es ist umweltfreundlich, behindert die Atmung der Pflanzen nicht und beschleunigt die Heilung.

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Ölfarbe auf natürlichem Leinöl eignet sich für große Wunden, bei denen Baumwachs schlecht hält.

Lehm mit Rinderdung (oder Boluschka) — ein altbewährtes Hausmittel, das den Schnitt schützt und gleichzeitig den Baum nährt.

Zementmörtel wird für sehr große Wunden verwendet, aber man muss vorsichtig sein, um das Gewebe nicht zu beschädigen. Spezielle Aerosole und Präparate sind praktisch, da sie leicht aufzutragen sind, schnell trocknen und antiseptisch wirken.

Behandlungsregeln:

  • Der Schnitt sollte glatt und sauber sein, ohne Sägespäne und Grate.
  • Tragen Sie die Mittel nicht auf einen nassen Schnitt auf; warten Sie, bis kein Saft mehr austritt.
  • Das Mittel sollte die gesamte Schnittfläche bedecken und dabei etwas auf die gesunde Rinde übergehen.

Schritt drei: Herbstdüngung

Vor dem Winter braucht der Apfelbaum Unterstützung. Die richtige Ernährung hilft, die Wurzeln zu stärken und den Apfelbaum widerstandsfähiger gegen Frost zu machen. Geeignet sind Kalium- und Phosphor-Mineraldünger: Kalium erhöht die Frosthärte, und Phosphor stärkt das Wurzelsystem.

Wenn man organische Stoffe wie Humus oder Kompost verwendet, verbessern sie die Bodenstruktur und dienen als Quelle für langfristige Nährstoffe. Eine solche Düngung ist ein „Winter-Reserve an Stärke“ für den Apfelbaum. Im Sommer wird er Sie mit einer gesunden Krone belohnen, und im Herbst mit einer guten Ernte.

Schritt vier: Stützen für die Äste

Mit zunehmendem Alter werden die Äste des Apfelbaums dick und schwer. Unter der Last der Ernte können sie brechen. Um sowohl den Baum als auch die Äpfel zu erhalten, werden Stützen verwendet. Es gibt verschiedene Arten von Stützen. Hier sind einige davon.

  • Gabelstützen. Einfache Stützen in Y-Form. Die Äste lassen sich bequem in die Gabel legen. Sie werden aus Holzstangen oder Kunststoffrohren hergestellt. Um die Rinde nicht zu beschädigen, werden an den Auflagepunkten Gummiunterlagen (z. B. Schlauchstücke) verwendet.
  • Schirmstützen. In der Nähe des Baumes wird ein Mittelpfosten aufgestellt, an den die Äste mit Seilen oder Schnüren angebunden werden. Die Konstruktion ist kompakt und behindert die Arbeit im Garten nicht.
  • Leiterstützen. Sie ähneln einer Leiter aus zwei Stangen mit Querstreben. Die Äste werden angehoben und mit Seil oder Draht daran befestigt. Eine sehr zuverlässige Variante für große Apfelbäume.
  • T-förmige Stützen. Zwei Stangen werden zu einem T verbunden und unter den Ast gestellt. Sie werden etwa 15 cm tief in die Erde gesteckt, um Stabilität zu gewährleisten.
  • Viereckige Pyramiden. Mehrere Stangen werden zu einer Pyramide um den Baum herum verbunden, um die Äste von verschiedenen Seiten zu stützen.

Wie man eine Stütze anbringt

  • Die Stütze sollte 35-45 cm höher als der Ast sein.
  • An der Kontaktstelle mit dem Ast wird immer ein Polster eingelegt, um die Rinde nicht zu beschädigen.
  • Nach der Ernte werden die Stützen entfernt, desinfiziert und bis zur nächsten Saison gelagert.

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