Viele Hobbygärtner klagen: Statt großem Sellerie bekommt man eine kleine, hässliche Wurzel mit «Bart». Agronom erklärte die Hauptfehler und gab ein einfaches Schema, wie man eine gleichmäßige Knolle mit einem Gewicht von 500 g anbaut!
Inhaltsverzeichnis:
Die Sorte ist entscheidend
Viele alte Sorten von Wurzel-Sellerie neigten dazu, einen «Bart» aus Seitenwurzeln zu bilden und erfreuten selten mit einer großen Knolle. Sie werden bis heute verkauft, wobei an spontanen Verkaufsstellen oft Selleriesamen von niedriger Reproduktion verkauft werden, die ohne sorgfältige Selektion auf Fruchtqualität angebaut wurden.
Kaufen Sie Selleriesamen nur bei seriösen Firmen in großen Gartencentern und bevorzugen Sie neue Sorten, die genetisch dazu programmiert sind, gleichmäßige große Knollen mit einem Gewicht von bis zu 500 g zu liefern. Moderne Sorten wurden speziell so gezüchtet, dass sie eine gleichmäßige, runde Knolle mit minimaler Anzahl überflüssiger Wurzeln bilden. Dies sind die Wurzel-Sellerie-Sorten wie Monarch, Diamant, President, Prager Riese, Balder Bali, Albin, Ilona, Russkij Rasmer, Jegor, Jessaul.
Nur über Setzlinge anbauen
Wurzel-Sellerie hat eine sehr lange Entwicklungszeit — fast 6–7 Monate. Daher ist die direkte Aussaat ins Freiland nicht geeignet: Die Pflanze wird einfach keine vollwertige Ernte ausbilden können.
Die Aussaat für Setzlinge erfolgt früh — ab den ersten Februartagen.
Besonderheiten von Selleriesamen:
- klein
- keimen lange
- benötigen Licht zum Keimen
Wie bereitet man Samen vor?
Vor der Aussaat werden sie besser eingeweicht. Man sät oberflächlich: Die Samen werden nicht mit Erde bedeckt, sondern leicht auf feuchte Erde gedrückt. Der Behälter wird mit Glas oder Folie abgedeckt, um ein Minigewächshaus zu schaffen.
Wichtige Zeiträume:
- Vegetationsperiode: 180–200 Tage
- Aussaat: 1.–20. Februar
- Keimlinge erscheinen nach 10–20 Tagen
- Temperatur vor der Keimung: +23…+25 °C
Richtige Pflege der Setzlinge
Nach dem Erscheinen der Keimlinge ist es wichtig, die Temperatur zu senken und den Pflanzen maximales Licht zu geben. Bei Hitze werden die Sämlinge lang und schwach, und dies verringert direkt die zukünftige Größe der Knolle.
Optimale Bedingungen:
- Temperatur: +13…+18 °C
- Beleuchtung in den ersten 7–10 Tagen fast rund um die Uhr
Die Umpflanzung erfolgt, wenn 3–5 echte Blätter erscheinen. Die Hauptregel: den Wachstumspunkt nicht vertiefen. Die Wurzelspitze wird nicht eingeklemmt.
Die Setzlinge sind nach 60–70 Tagen pflanzbereit.
Auspflanzen in den Garten: wie Sie Fehler vermeiden
Sellerie wird etwa zwei Monate nach der Aussaat ins Freiland gesetzt:
- südliche Regionen – ab Mitte April
- mittlere Breiten – ab Anfang Mai
Die Pflanzung sollte flach erfolgen, die Spitze darf nicht mit Erde bedeckt werden.
Pflanzschema:
- 30 cm × 40 cm
- Die Pflanzung darf nicht zu dicht erfolgen.
Wählen Sie einen sonnigen Standort, der Boden sollte locker, nährstoffreich und neutral sein.
Frischer Mist ist nicht geeignet. Besser in das Pflanzloch geben:
- eine Handvoll Humus oder Kompost
- 1–2 Esslöffel Holzasche
Düngung nach Wachstumsphasen
Knollensellerie ist nährstoffbedürftig. Düngen Sie regelmäßig, aber ohne Überdüngung.
Minimales Schema:
- zu Beginn des Wachstums – Stickstoff (für das Blattwachstum)
- während der Knollenbildung – Kalium und Phosphor
- zusätzlich nützlich: Asche, Bor, Magnesium
- organische und mineralische Dünger sollten abgewechselt werden
Der wichtigste Trick, um eine große Knolle zu bekommen
Der häufigste Fehler ist das Anhäufeln. Sellerie darf nicht wie Möhren oder Kartoffeln mit Erde bedeckt werden.
Die Knolle muss frei wachsen und über den Boden hinausragen.
Wenn die Knolle die Größe einer Walnuss erreicht hat:
- vorsichtig die Erde vom oberen Teil abziehen
- bei Bedarf die Seitenwurzeln abschneiden
- der Knolle freie Entwicklung ermöglichen
Dies verhindert die Bildung eines Wurzelbartes und fördert die Verdickung der Knolle.
Warum das Gießen so wichtig ist
Sellerie ist sehr feuchtigkeitsliebend. Selbst kurzzeitiges Austrocknen verringert den Ertrag drastisch.
Regeln:
- Der Boden sollte stets gleichmäßig feucht sein.
- am besten eignet sich Tropfbewässerung
- oder regelmäßiges Gießen direkt an der Wurzel, nicht über die Blätter
- Mulch hilft, die Feuchtigkeit zu halten
Muss man die Blätter abreißen?
Das Blattwerk ist die 'Nährstofffabrik' für die Knolle. Werden die Blätter regelmäßig abgeschnitten, verlangsamt sich das Knollenwachstum. Berühren Sie nicht einmal die am Boden liegenden – sie erfüllen ihre Aufgabe bei der Photosynthese!
Ernte und Lagerung von Sellerie
Die Knollen werden vor anhaltendem Frost ausgegraben. Angefrorener Sellerie lagert sich schlecht.
Empfehlungen:
- am besten mit einer Grabegabel ausgraben
- das Laub und die feinen Wurzeln abschneiden
- bei +1…+2 °C
- am besten in Kisten oder perforierte Beutel legen
Bei richtigen Bedingungen hält sich die Ernte bis zum Frühling.
Die Formel für großen Wurzel-Sellerie
Hochwertiges Saatgut einer modernen Sorte + frühe Setzlinge + Licht + Nährstoffe + regelmäßiges Gießen + freiliegende Knolle ohne Anhäufeln = Knollen von 500 g ohne zusätzliche Wurzeln.
Bei Einhaltung dieser Regeln wird der Sellerie fest, groß und eignet sich hervorragend sowohl für die Küche als auch für Wintervorräte.