Veredelung mit dem Mark auf das Kambium

Wertvolle Formen von Bäumen und Sträuchern werden durch Veredelung vermehrt. Besonders häufig wird die Veredelung im Gartenbau bei der Vermehrung von Zierpflanzen eingesetzt.

Bei der Technik der Veredelung mit dem Mark auf das Kambium wird der Steckling mit einer scharfen Rasierklinge schräg durch das Mark geschnitten, sodass ein scharfer Keil entsteht. Auf der Unterlage wird mit der Klinge ein Längsstreifen der Rinde abgetrennt, der in Länge und Breite dem Schnitt am Steckling entspricht.

Der Schnitt muss durch die Kambiumschicht, also zwischen Holz und Rinde, verlaufen; dann ist er weiß. Auf das freigelegte Kambium wird der Steckling so aufgelegt, dass er die Kambiumoberfläche vollständig bedeckt, und die Veredelungsstelle wird mit dicken, weichen Fäden umwickelt. Bei heißem Wetter sollte die Veredelung mit Baumwachs bestrichen oder mit Pflaster abgeklebt werden.

Es wird empfohlen, die Veredelung mit einem Nippelgummi oder einem anderen Gummiband zu fixieren. Unter dem trockenen Klima der Waldsteppengebiete erhöht sich die Anwachsrate der Veredelungen, wenn die veredelten Pflanzen mit Schilden oder abgeschnittenen Zweigen beschattet werden.

Siehe auch:
Vermehrung durch Stecklinge unter Folie

Wenn die Bänder beginnen, in das Gewebe der veredelten Setzlinge einzuschneiden, sollten sie durchtrennt werden. 4–5 Wochen nach der Veredelung, wenn die Stecklinge angewachsen sind, wird die Spitze des Achsentriebs der Unterlage mit einer Gartenschere abgeschnitten. Dann wird nach und nach die Krone auf der Unterlage zurückgeschnitten und die Krone auf dem Edelreis geformt. Der vollständige Rückschnitt der Zweige auf der Unterlage erfolgt, wenn der veredelte Steckling eine ausreichend große Krone entwickelt hat, die das Wurzelsystem der Unterlage ernähren kann.

Bei der Pflege von Veredelungen von Zierbäumen und -sträuchern wird besonderes Augenmerk auf die Ausbildung einer schönen Kronenform gelegt, wobei die Spitzen der Haupt- und Seitentriebe pinziert werden.

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