Diese Pflanze hat viele Namen: Tamarillo, Tomatenbaum, Cyphomandra (Rote). Sie hat jedoch weder mit Tomaten noch mit Rüben zu tun.
Inhaltsverzeichnis:
Besonderheiten der Kultur
Viele, die die Früchte dieser Pflanze im Regal sehen, glauben, es mit einer Tomatensorte zu tun zu haben. Die Ähnlichkeit ist in der Tat vorhanden. Und einer der Namen — Tomatenbaum — trägt zur Verwirrung bei. Ja, beide Pflanzen gehören zur selben botanischen Familie — den Nachtschattengewächsen —, aber es sind völlig unterschiedliche Arten.
Die Cyphomandra ist eine immergrüne, schnell wachsende Pflanze. Ihre Heimat ist Südamerika. In Europa erschien sie erst vor relativ kurzer Zeit, vor etwas mehr als einem Jahrhundert, fand jedoch in gemäßigten Klimazonen keine weite Verbreitung. Unter den Bedingungen Russlands und der meisten Länder mit kalten Wintern wird die Cyphomandra ausschließlich in geschlossenen Räumen angebaut — in Gewächshäusern, Wintergärten oder als Zimmerpflanze.
Besonderheiten des Anbaus
Dennoch gibt es immer mehr Gärtner, die den Tomatenbaum anbauen. Zudem gilt die Cyphomandra aus agrotechnischer Sicht als relativ anspruchslose Kultur. In ihren Pflegeansprüchen ähnelt sie in vielerlei Hinsicht der Aubergine.
Vegetative Vermehrung
Der einfachste Weg der Vermehrung ist die Stecklingsvermehrung.
Dafür werden die oberen Teile der Triebe verwendet.
Vom Steckling wird der Großteil der Blätter entfernt, wobei ein oder zwei Blätter übrig bleiben, um die Verdunstung von Feuchtigkeit zu verringern. Und innerhalb weniger Tage bewurzelt er sich einfach in einem Glas Wasser oder direkt im Substrat: Das vorbereitete Pflanzmaterial wird 3–5 cm tief in ein leichtes Substrat eingebracht — eine Mischung aus Torf und Sand oder eine lockere Erdmischung.
Die Töpfe werden mit Folie oder einer durchsichtigen Tüte abgedeckt, um ein Mini-Gewächshaus zu schaffen. Dabei ist es wichtig, kleine Löcher zur Belüftung zu machen. In der Regel beginnen die Stecklinge nach zwei Wochen zu wachsen, was auf eine erfolgreiche Bewurzelung hindeutet.
Nach der Bewurzelung werden die Pflanzen auf eine helle Fensterbank gestellt, wobei sie in den ersten Tagen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Stecklinge bewurzeln sich auch gut in normalem Wasser.
Die Pflanze kann auch durch Stängelteile vermehrt werden. Die Hauptbedingung ist, dass jedes Stück mindestens zwei bis drei Blätter aufweist. Normalerweise lässt man ein Blatt übrig und kürzt es um die Hälfte. Diese Methode ermöglicht es, eine große Menge an Pflanzmaterial zu erhalten. Die Fruchtbildung von Pflanzen, die aus Stecklingen gezogen wurden, beginnt etwa nach einem Jahr.
Samenvermehrung
Die Anzucht aus Samen wird ebenfalls recht häufig praktiziert. Die Aussaat erfolgt analog zu Tomaten.
Die Keimlinge erscheinen nach 2–3 Wochen. In den frühen Stadien entwickeln sich die Sämlinge langsam, aber nach der Bildung von 4–5 echten Blättern beginnen die Pflanzen aktiv grüne Masse aufzubauen. In dieser Zeit benötigen sie viel Licht und Wärme.
Pflanzen, die aus Samen gezogen werden, beginnen später Früchte zu tragen – etwa im zweiten oder dritten Jahr. Unter Gewächshausbedingungen kann sich dieser Zeitraum um eine Saison verkürzen.
Anforderungen
Für eine normale Entwicklung benötigt die Cyphomandra geräumige Behälter. Bereits im Sämlingsstadium werden Töpfe mit einem Durchmesser von etwa 20 cm verwendet. Mit zunehmendem Wachstum wird das Volumen des Behälters vergrößert, und nach einem Jahr kann die Pflanze einen Kübel mit einem Fassungsvermögen von mindestens 20 Litern benötigen.
Im späten Frühjahr, wenn die Frostgefahr vorüber ist, können die Pflanzen an einen gut beleuchteten Standort im Garten gebracht werden. Jedoch muss die Cyphomandra bei einsetzender Herbstkälte unbedingt wieder ins Haus geholt werden.
Vor dem Umzug der Pflanze ins Zimmer wird eine vorbeugende Behandlung mit Insektiziden empfohlen, um einen Befall mit Thripsen oder Spinnmilben zu vermeiden.
Ernte
Die Fruchtbildung der Cyphomandra ist langwierig und kann mehr als sechs Monate dauern. Die geernteten Früchte sind gut lagerfähig und behalten lange ihre Handelsqualität.
Die Früchte bilden sich in Trauben von 3–7 Stück. In ihrer Form ähneln sie pflaumenförmigen Tomaten. Die Farbe reifer Früchte ist meist rot-himbeerfarben. Das durchschnittliche Gewicht beträgt etwa 100 g.
Im Querschnitt ist die Frucht mehrkammerig, wie bei einer gewöhnlichen Tomate. Die Samen sind rundlich-flach, etwa 4 mm im Durchmesser, von grau-bordeauxroter Farbe. Das Fruchtfleisch ist fest, grau-orange, und nimmt in der Nähe der Samenkammern einen bordeauxroten Farbton an.
Die Geschmackseigenschaften der Tamarillo sind recht ungewöhnlich. Verkoster beschreiben sie unterschiedlich: von eigenartig und spezifisch bis erlesen und angenehm. Da die Kultur zur Familie der Nachtschattengewächse gehört, kann man im Geschmack leichte Noten wahrnehmen, die gleichzeitig an Tomate und einige Nachtschattenbeeren erinnern.
Praktische Anwendung
Die Pflanze wird nicht nur als Obstkultur geschätzt. Dank des dekorativen Laubs und der ungewöhnlichen Fruchttrauben macht sie sich in der Inneneinrichtung von Wintergärten, Gewächshäusern und großen Räumen sehr gut.
Übrigens kann die Cyphomandra als Unterlage für andere Nachtschattengewächse verwendet werden – für Pepino, Naranjilla, Physalis und sogar Tomaten. Ihr kräftiges Wurzelsystem zeichnet sich durch hohe Widerstandsfähigkeit aus und fördert ein intensiveres Wachstum der veredelten Pflanzen. Dies ist besonders wichtig für Kulturen mit langer Vegetationsperiode – zum Beispiel Pepino oder Naranjilla.
Übrigens
Zifomandra bleibt eine seltene, aber sehr vielversprechende Kultur für den Gewächshaus- und Zimmeranbau. Sie vereint Dekorativität und ungewöhnliche Geschmackseigenschaften der Früchte. Für Liebhaber exotischer Pflanzen ist der Tomatenbaum — nicht nur eine Möglichkeit, die Sammlung zu schmücken, sondern auch eine Chance, bei sehr einfacher Pflege eine stabile Ernte zu erzielen.