Langgezogene, mit unnatürlich dünnem Stängel versehene Setzlinge — eines der typischsten Probleme, mit dem selbst erfahrene Gärtner konfrontiert werden. Die Ursachen für dieses Phänomen können vielfältig sein, mitunter sehr unerwartet und zunächst verwirrend. Wie vermeidet man dieses scheinbar standardmäßige, aber so häufig wiederkehrende Ärgernis? Wir klären es mit einem Experten.
Antwortet Agronom Peter Sinkowski:
— Die Ursachen können in der Tat sehr zahlreich sein; manchmal kann die Ursache in minderwertigen Samen oder beispielsweise in falsch ausgewählter Erde liegen, jedoch treten die folgenden am häufigsten auf.
Die erste — zu dichte Aussaat. Viele übertreiben es, um bei der Keimung auf Nummer sicher zu gehen, und säen auf eine bestimmte Fläche unverhältnismäßig viel. Natürlich beginnen die Sämlinge schnell, um Lebensraum, Nährstoffe und Licht zu konkurrieren — und das Ergebnis: Sie sind alle quasi gleichartige Schwächlinge. Der Ausweg aus der Situation — die Setzlinge vorzeitig pikieren, in einzelne Töpfe. In den meisten Fällen löst die Bereitstellung einer separaten Wohnfläche das Problem.
Der zweite Grund — Überdüngung. Ja, genau Überdüngung, nicht Unterdüngung, wie viele Gärtner fälschlich annehmen. Ein Übermaß an Nährstoffen und Feuchtigkeit beschleunigt den Wachstumsprozess, aber eben in Form nutzloser Vergeilung. Die Lösung — die Düngung reduzieren oder sogar vorübergehend einstellen, ebenso die Menge und Häufigkeit des Gießens.
Häufiger Grund Nummer drei: Verwöhnung durch Wärme. Die Folge — wiederum ein unverhältnismäßig schnelles Wachstum, mit Rückstand bei anderen Parametern. Zu viel Kälte darf natürlich nicht sein, aber übermäßige Hitze nutzt den Setzlingen auch nichts. Ausweg — die Setzlinge vorübergehend an einen kühleren Ort stellen, selbst wenn es nur ein paar Grad unter der Norm ist, bis sich die Lage bessert.
Und schließlich der vierte Grund — einfacher Lichtmangel. Vergeilung kann sehr wohl damit zusammenhängen, da im Lebensprogramm jeder Pflanze ein Drang zu den Sonnenstrahlen verankert ist. Die Situation kann durch zusätzliche Beleuchtung mit Pflanzenlampen verbessert werden. Versuchen Sie, die Beleuchtungsdauer auf 14-16 Stunden zu erhöhen. Wenn sich alles normalisiert, kehren Sie zum vorherigen Modus zurück.