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Weißwurz
Äußerlich ähnelt die Weißwurz stark dem Maiglöckchen. Im Volksmund wird diese Pflanze unterschiedlich genannt: Kokornik, Salomonssiegel, Wolfszahn, Rabenbeeren, Blindes Maiglöckchen, Petschatka, Wolfsgras oder Herzgespann. Diese dekorative mehrjährige Pflanze zeichnet sich durch ihre Anspruchslosigkeit aus und besitzt zudem heilende Eigenschaften.
Besonderheiten der Weißwurz

Das krautige Rhizompflanze Weißwurz (Polygonatum) ist eine mehrjährige Pflanze. Am häufigsten trifft man sie in der Natur an Hängen und Wiesen an. Das Rhizom dieser Blume verholzt mit der Zeit und ist gegliedert (mehrknotig). Es liegt horizontal nahe der Bodenoberfläche. Im Frühjahr wächst aus einer Knospe an der Wurzelspitze ein neuer Trieb. Im Herbst stirbt dieser Stängel ab, wobei auf der Stängeloberfläche eine Narbe zurückbleibt, die einer Art Siegel ähnelt. Um zu wissen, wie alt die Weißwurz ist, muss man einfach die Anzahl der kleinen runden Narben mit eingedrückter Mitte zählen, die von den letztjährigen Trieben übrig geblieben sind. Deshalb wird die Pflanze auch 'Salomonssiegel' genannt.
Die Oberfläche der gerippten Triebe ist mit einer glatten, dünnen grünen Haut bedeckt. Bei einigen Arten ist die Haut rötlich-grün. An den zu einem Halbbogen gebogenen Stängeln wachsen große, ovale, sitzende Blattspreiten, die wechselständig angeordnet sind. Ihr oberer Teil ist zugespitzt, der Rand ist glatt und die Adern sind erhaben.
Die Blütezeit dieser Pflanze ist Mai bis Juni. Zunächst wachsen an der unteren Seite des Triebes aus den Blattachseln herabhängende glockenförmige Knospen von schneeweißer Farbe, dann öffnen sich die duftenden Blüten. Erfolgt eine Bestäubung, bilden sich an Stelle der Blüten Früchte, die Beeren sind. Zunächst sind die Früchte blassrot gefärbt, mit zunehmender Reife wechselt die Farbe zu schwarzblau. Bei dieser Pflanze enthalten die Beeren mit Samen Gift.
Vermehrungsmethoden

Anzucht aus Samen
Die Anzucht dieser Blume aus Samen ist recht aufwendig, aber als Ergebnis können Sie in kurzer Zeit viele Sämlinge erhalten. Für die Aussaat können Sie Samen verwenden, die Sie selbst gesammelt haben. Nachdem Sie die vollreifen Früchte geerntet haben, entnehmen Sie die Samen und waschen Sie sie gründlich in sauberem Wasser, um Fruchtfleischreste zu entfernen. Anschließend werden die Samen einer Stratifikation unterzogen: Sie werden für 30 Tage auf ein Kühlschrankregal gelegt. Füllen Sie das Anzuchtgefäß mit einer Mischung aus Torf und Sand, in die die Samen ausgesät werden. Dann werden die Aussaten für 3 Monate an einen kühlen Ort (ca. 5 Grad) gestellt.
Nach dieser Zeit werden die Aussaten kurzzeitig an einen warmen Ort (20 bis 23 Grad) gestellt. Für ein gleichmäßiges Auflaufen sollten die Aussaten jedoch erneut für 1–2 Monate an einen kühlen Ort gebracht werden. Danach werden die Aussaten an einen Ort gestellt, an dem die Lufttemperatur konstant zwischen 20 und 23 Grad liegt. Das Licht sollte diffus sein, und vergessen Sie nicht, die Sämlinge regelmäßig zu gießen. Beachten Sie, dass sie anfangs sehr langsam wachsen. Die herangewachsenen Jungpflanzen werden Ende des Frühlings an ihren endgültigen Standort umgesetzt. Die jungen Sträucher blühen zum ersten Mal erst im 3. bis 4. Wachstumsjahr.
Teilung des Busches

Viel einfacher und schneller ist die Vermehrung dieser Pflanze durch Teilung des Busches. In der Regel wird dieser Vorgang in den letzten Sommer- oder ersten Herbstwochen durchgeführt. Manche Gärtner teilen die ausgewachsenen Sträucher im Frühjahr, nachdem die Stängel zu wachsen begonnen haben. Dabei ist zu beachten, dass bei einer solchen Vermehrung des Salomonssiegels im Frühjahr die jungen Triebe leicht verletzt werden können.
In der Regel wird empfohlen, die ausgewachsenen, stark gewachsenen Sträucher alle 4–5 Jahre zu teilen. Der Grund dafür ist, dass der Strauch mit der Zeit so stark wuchern kann, dass er in den Bereich anderer Kulturen eindringt. Nachdem Sie die Pflanze aus dem Boden geholt haben, müssen Sie sie in mehrere Teile teilen. Jedes Teilstück sollte ein Stück Rhizom mit einer Wachstumsspitze aufweisen, und wenn der Vorgang im Herbst durchgeführt wird, auch einen Teil des Stängels.
Setzen Sie die Teilstücke in vorbereitete Pflanzlöcher. Dazu legen Sie das Rhizom in die Mulde und breiten es vorsichtig aus. Es sollte 50–80 mm tief in die Erde eingebracht werden. Zwischen den Teilstücken halten Sie einen Abstand von mindestens 0,2 m ein. Die gepflanzten Teile des Busches müssen gegossen werden, und die Löcher werden oben mit etwas trockener Erde bestreut. Wenn die Teilung im Herbst erfolgt, werden die Pflanzungen zusätzlich mit einer Mulchschicht bedeckt. In den ersten zwei Jahren werden die Teilstücke anwachsen und an Kraft gewinnen, danach setzt ein intensives Wachstum und regelmäßige Blüte ein.
Pflege des Salomonssiegels

Standortwahl
Am besten eignet sich für den Anbau des Salomonssiegels ein Standort im Halbschatten.
Bewässerung
Diese mehrjährige Pflanze zeichnet sich durch ihre Unanspruchsloskeit und genüge Bewässerungsansprüche aus. Herrscht im Sommer eine Trockenheit, müssen Sie die Sträucher häufiger gießen. Experten empfehlen Ihnen, die Bodenoberfläche mit einer Mulchschicht zu bedecken, die hilft, sie vor zu schnellem Austrocknen und der Notwendigkeit systematischer Lockerung der Erdoberfläche zu bewahren. Übrigens können Sie bei unachsamer Lockerung leicht das Rhizom verletzen.
Düngung
Die Düngungen führen Sie im frühen Frühling durch. Ist der Boden nährstoffreich, genügt es, einen Volldünger einzuarbeiten. Ist der Boden hingegen erschöpft, müssen Sie unbedingt organischen Dünger zugeben. Das zweite Mal düngen Sie das Salomonssiegel während der Blütezeit.
Schädlinge und Krankheiten

Diese Pflanze zeichnet sich durch Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aus. Jedoch können einige saugende Schädlinge sowie Nacktschnecken ihrem Laub Schaden zufügen. Da das Laub dieser Pflanze saftig ist, wird es von Schnecken, Nacktschnecken und anderen Schädlingen geliebt, die von Mitte bis Ende des Sommers auf dem Grundstück auftauchen.
Überwinterung
In mittleren Breiten benötigt diese Blume keine gute Abdeckung. Im Herbst wird empfohlen, die Bodenoberfläche am Pflanzort mit einer Mulchschicht zu bedecken, wozu Sie Sand gemischt mit Torf, Kompost oder Sägespäne verwenden können. Wird das Grundstück im Winter vom Wind verweht, dann decken Sie es mit Reisig ab, das den Schnee halten kann. Dieses entfernen Sie im frühen Frühjahr, bevor die neuen Triebe des Salomonssiegels erscheinen.
Arten des Salomonssiegels mit Fotos und Namen
Es sind etwa 50 Arten des Salomonssiegels beschrieben, wobei die meisten von ihnen ein recht effektvoles Äußeres aufweisen.
Salomonssiegel officinalis (Arznei-), oder Duft-Salomonssiegel (P. odoratum)

Die gerippten Titebe dieser mehrjährigen Pflanze erreichen eine Höhe von 0,3 bis 0,65 m. Die Stängel sind mit ovalen Blattspreiten geschmückt. Der Blühbeginn fällt auf Mite bis Ende Mai, und die Blütezeit beträgt ungefähr 5 Wochen. Die glockenförmigen Blüten sind schneeweiß gefärbt.
Quirl-Salomonssiegel (Polygonatum verticillatum)

Die Höhe des Strauches kann von 0,3 bis 0,6 m variieren, die Blüte erfolgt von Juni bis Juli. Die wechselständig angeordneten, sitzenden unteren Blattspreiten haben eine schmale und längliche Form. Das obere Laub ist in Quirlen angeordnet, von denen jeder 4 bis 8 Blattspreiten zählt. Bei Gärtnern ist die Sorte ‚Rubrum‘ beliebt.
Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum)

Diese mehrjährige Pflanze erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Das Laub ist in zwei Reihen angeordnet. Die Blüten wachsen in Büscheln (nicht mehr als 4 Stück) aus den Blattachseln, sie sind klein und schneeweiß gefärbt. Diese feuchtigkeitsliebende Pflanze ist schattenverträglich.
Es gibt eine Varietät – die Vielblütige Salomonsiegel Variegatum (P. odoratum), auf der Oberfläche ihrer Blattspreiten befinden sich längs angeordnete weiße Streifen. Der Strauch sieht auch nach der Blüte eindrucksvoll aus.
Breitblättriges Salomonsiegel (Polygonatum hirtum)

Der Strauch erreicht eine Höhe von etwa einem halben Meter. Die Oberseite der ovalen Blattspreiten ist spitz zulaufend. In den letzten Maitagen erscheinen grünlich-weiße Blüten an den Sträuchern.
Niedriges Salomonsiegel (Polygonatum humile)

Diese niedrigwüchsige Art erreicht nur 15–35 Zentimeter Höhe. Das sitzende Laub ist grünlich gefärbt. Während der Blütezeit schmücken rosafarben-weiße Blüten den Strauch.
Hookers Salomonsiegel (Polygonatum hookeri)

Die Höhe dieser einzigartigen Zwergpflanze erreicht nicht einmal 10 Zentimeter. Das Laub ist schmal und länglich. Die Blüten haben einen ausgeprägten violetten Farbton.
Pratts Salomonsiegel (Polygonatum prattii)

Diese Art zeichnet sich durch hohen Zierwert aus. Den Strauch schmücken rispenartige traubige Blütenstände, die aus glockenförmigen lila Blüten bestehen. An den dunkelpurpurnen Trieben wächst blassgrünes Laub mit silbrigem Schimmer, das eine längliche Form hat.
Salomonsiegel in der Landschaftsgestaltung

Ein verblühter Strauch des Salomonsiegels verliert nicht seinen Zierwert. Seine gebogenen Stängel sterben erst im Herbst ab. Diese mehrjährige Pflanze wird häufig zur Dekoration schattiger Bereiche verwendet, gedeiht aber auch an sonnigen Standorten gut.
Diese Pflanze wirkt eindrucksvoll in der Nähe von Totholz und Steinen, besonders wenn deren Oberfläche mit Moos bedeckt ist. Diese Blume kann auch in Steingärten oder am Rand eines Zierteichs gepflanzt werden, aber der Standort muss unbedingt nährstoffreichen Boden haben.
Im Blumenbeet kann das Salomonsiegel zusammen mit Bodendeckern angebaut werden, zum Beispiel mit Pfennigkraut, Faden-Ehrenpreis, Kriechendem Günsel, Immergrün usw. Auch harmoniert diese Pflanze wunderbar mit dem Garten-Frauenmantel. Außerdem kann man in seiner Nähe Zwiebelblumen wie Scilla, Krokus usw. pflanzen. Das Salomonsiegel sieht auch in der Nähe von weißem Flieder recht eindrucksvoll aus.
Heilende Eigenschaften

Seit jeher wird das Salomonsiegel zu den Pflanzen mit heilenden Eigenschaften gezählt, die bei verschiedenen Krankheiten helfen können. In der Volksmedizin wird diese Blume auch heute noch häufig verwendet, aber man sollte bedenken, dass sie eine Reihe von Gegenanzeigen aufweist.
Alle Teile dieser Blume enthalten Gift. Ihre Stängel, Früchte, Wurzeln, Laub und Blüten haben eine brechreizauslösende Wirkung. Bei Überdosierung kann eine Person starkes Unwohlsein verspüren, was oft zu traurigen Folgen führt. Denken Sie daran, dass diese Pflanze auf keinen Fall zur Behandlung von schwangeren Frauen verwendet werden darf.
Die Weißwurz besitzt eine starke schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Außerdem hilft sie, selbst sehr starken Husten zu beseitigen, und zeichnet sich durch eine blutstillende Wirkung aus. Allerdings schaden sich diejenigen, die sich ohne entsprechende Kenntnisse selbst behandeln, oft mehr, als sie sich nützen. Deshalb sollten Sie, bevor Sie mit der Einnahme von Aufgüssen und Abkochungen auf Basis der Weißwurz beginnen, einen qualifizierten Fachmann zu Rate ziehen. Die Pflanze wird auch äußerlich angewendet; dazu ist frischer Saft erforderlich. Er wird zur Behandlung von Abszessen sowie als Wundheilmittel verwendet.
Diese Blume zeichnet sich durch eine starke wundheilende Wirkung aus, daher wird sie zur Behandlung blutender Schürfwunden und Wunden verwendet. Außerdem kann sie Blutergüsse und blaue Flecken sehr schnell beseitigen. Dazu empfehlen Volksheiler eine Abkochung des Rhizoms der Weißwurz. Für die Zubereitung werden in einen halben Liter Wasser zwei bis drei Esslöffel des zuvor zerkleinerten Rhizoms dieser Pflanze gegeben. Nachdem die Mischung aufgekocht ist, lässt man sie eine Drittelstunde lang bei schwacher Hitze köcheln. Die entstandene Abkochung wird für Umschläge und Kompressen verwendet. Innerlich darf dieses Mittel nicht eingenommen werden, da es stark konzentriert ist. Wenn Sie es dennoch trinken, müssen Sie sich sofort übergeben. Für die Einnahme wird eine ganz andere, schwächer konzentrierte Abkochung zubereitet.
Weißwurz und Mystik

Die Weißwurz wird nicht selten auch 'Salomonssiegel' oder 'Siegel Salomos' genannt. Es gibt zwei Legenden, die von der Weißwurz und dem biblischen König Salomo handeln. So besagt eine Legende, dass der König, der ein sehr langes Leben gelebt hatte, beschloss, die Weißwurz mit seinem eigenen Siegel zu markieren, damit die Menschen die Heilkräuter, die das Leben verlängern, schneller finden konnten. Eine andere Legende besagt, dass Salomo befahl, auf seinem Siegel das Muster anzubringen, das er am Rhizom der Weißwurz gesehen hatte. Noch heute werden aus einem getrockneten kleinen Stück des Rhizoms 'mit dem Siegel' Amulette hergestellt, die die familiären Bande stärken sollen. Die von Bauern abgeschnittenen Wurzelteile hatten eine kreuzähnliche Form. Sie wurden als Schutz vor Verhexung, bösem Blick und dem Zorn der himmlischen Kräfte verwendet. Darüber hinaus wird dieses Rhizom häufig von Heilern verwendet, um einen Bruch zu besprechen.
Der Stängel mit einer ungeraden Anzahl von Blattspreiten wurde 'Pena' genannt, und mit dem daraus hergestellten Aufguss wusch man sich das Gesicht. Dies half, Sommersprossen und andere Pigmentflecken zu beseitigen. Ein Aufguss aus dem Stängel mit einer geraden Anzahl von Blattspreiten, der 'Lupena' genannt wurde, wurde mit Quellwasser zubereitet. Mit diesem wusch man sich ebenfalls das Gesicht, um geschädigte Haut loszuwerden.
Die unverbrannte Weißwurz
Der in diesem Artikel erwähnte Busch hat nichts mit dem Brennenden Busch (Dictamnus) zu tun, der auch Diptam genannt wird. Dieser südliche mehrjährige Strauch gehört zur Familie der Rautengewächse und wächst im Kaukasus und auf der Krim. Der Duft des blühenden Busches ist charakteristisch; er kann an Apothekenmedikamente erinnern. Der Duft der Früchte ähnelt dem von frisch gemahlenem Zimt.
Wenn Sie eine solche Pflanze berühren, erleiden Sie eine schwere Verbrennung. Dies bemerken Sie jedoch erst einige Stunden später, wenn sich wässrige Blasen auf der Haut bilden. Nachdem diese abgeheilt sind, bleiben Wunden auf der Haut zurück. Diese Wunden heilen sehr langsam. Der Grund dafür ist, dass der Diptamstrauch von ätherischen Dämpfen umgeben ist. Wenn man diese anzündet, brennen sie mit heller Flamme, während der Strauch selbst unbeschadet bleibt.
Salomonssiegel (Polygonatum)
Das im gesamten europäischen Teil Russlands, in West- und Ostsibirien, der Ukraine und Weißrussland vorkommende Salomonssiegel (Polygonatum) ist vor allem wegen der heilenden Eigenschaften einer seiner Arten bekannt – dem Duftenden Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) (auch als Apotheker-Salomonssiegel oder Heilkraut bezeichnet). In der Medizin wird es als blutstillendes, fiebersenkendes, schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel verwendet.
Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum).
Salomonssiegel (Polygonatum) – eine Pflanzengattung aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Volksnamen: Krähenbeeren, Wolfskraut, Wolfsbeeren, Bruchkraut, Goldwurz, Nabelkraut, Herzgespann, Blutkraut. Die Gattung umfasst mehr als 70 Arten.
Im Zierpflanzenbau werden am häufigsten angebaut: Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum), Zweiblütiges Salomonssiegel (breitblättrig) (Polygonatum biflorum) und Duftendes Salomonssiegel (Heilkraut) (Polygonatum odoratum). Interessant ist auch das Rosa Salomonssiegel (Polygonatum roseum) mit rosa Blüten.
Beschreibung des Duftenden Salomonssiegels (Heilkraut)
Das Salomonssiegel ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse. Das Rhizom ist dick, knotig, perlenartig und waagerecht. Der Stängel ist gefurcht, unten gerade, oben bogenförmig gebogen und 35-60 cm hoch. Die Blätter wechselständig, ziemlich groß, elliptisch oder länglich-eiförmig mit hervortretenden bogenförmigen Adern, oben grün, unten blaugrün, kahl, zur einer Seite des Stängels hin gerichtet.
Die Blüten sind weiß, leicht grünlich, hängend, einzeln oder zu zweit an einem Blütenstiel und stehen in den Blattachseln. Die Blütenhülle sechszähnig, 6 Staubblätter, ein Stempel. Die Frucht ist eine kugelige schwarz-blaue Beere. Die Blütezeit ist Mai-Juni. Die Früchte reifen im Juli-August. Der wissenschaftliche Name der Gattung „Polygonatum“ leitet sich von den griechischen Wörtern „poly“ – viel und „gony“ – Knoten oder Knie ab und kennzeichnet das vielknotige oder vielknieige Rhizom des Duftenden Salomonssiegels.
Duftende Weißwurz, auch Apotheken-Weißwurz oder Medizinal-Weißwurz (Polygonatum odoratum).
Die Pflanze wird auch als Salomonssiegel bezeichnet. Der Ursprung dieses Namens liegt in ferner Vergangenheit. Der Legende nach markierte König Salomo die Weißwurz mit seinem Siegel als nützliche Pflanze, und die Siegelspuren auf ihrem Rhizom sollen bis heute erhalten sein. Die Medizinal-Weißwurz wächst im europäischen Teil des Landes, im Ural, in West- und Ostsibirien. In der Pflanze wurden die für das Maiglöckchen typischen Alkaloide, Glykoside sowie Saponine, Schleime, Harze, Zucker (Glucose, Fructose, Arabinose) gefunden. Die Blätter enthalten Ascorbinsäure.
Pflege der Weißwurz
Weißwurzen sind in der Kultur sehr anspruchslos. Besonders wirkungsvoll sind sie an schattigen Standorten. An sonnigen Standorten entwickeln sie sich zwar normal, bleiben jedoch kleiner. Sie sind relativ anspruchslos an den Boden, gedeihen aber besser auf humusreichen, mit Mist gedüngten, feuchten Flächen. Die Pflanze verträgt keine Staunässe im Frühjahr; bei Trockenheit sollte man sie gießen und vor Schnecken und Raupen schützen.
Zweiblütige Weißwurz (Großblättrige Weißwurz) (Polygonatum biflorum).
Besonders wohl fühlen sich die Pflanzen an schattigen Plätzen. Die elegante Form der Stängel mit großen, lange haltbaren Blättern und hell gefärbten Blüten, die sich vom dunkelgrünen Hintergrund der Triebe abheben, sowie später die großen dunkelblauen oder roten Beeren verleihen den Gruppen dieser Pflanzen ein dekoratives Aussehen. Weißwurzen sollten auf schattigen und halbschattigen Flächen angebaut werden, um einen dekorativen, stabilen Bodendecker zu schaffen.
Die Bestände der Weißwurz sind langlebig und können 12–15 Jahre lang ohne Umpflanzen eine Fläche bedecken. Unter ihrem Schatten ist das Unkrautwachstum erschwert, und sie benötigen weder Gießen noch Düngen. Sie liefern hervorragendes Schnittmaterial für Sträuße und Arrangements. Die niedrige Weißwurz eignet sich für den Steingarten und sieht gut aus in Kombination mit Tiarella, Dicentra, Nieswurz und Waldmeister.
Pflanzung und Vermehrung der Weißwurz
Vermehrung durch Rhizomstücke mit Erneuerungsknospe. Die beste Pflanzzeit ist das Spätsommer.
Die Samenvermehrung ist schwierig. Die Samen sind in der Beere eingeschlossen und behalten nur kurz ihre Keimfähigkeit. Empfohlen wird eine schrittweise Stratifikation: 3-4 Monate bei 2-5 °C, 3 Monate bei 18-20 °C und erneut 3-4 Monate bei 2-5 °C. Die Samen keimen während der dritten Phase, danach werden sie in einen hellen Raum mit einer Temperatur von 20-22 °C gebracht. Die Sämlinge sind anspruchslos, entwickeln sich aber langsam. Die Blüte erfolgt im 3. bis 5. Jahr. Eine Vorwinteraussaat ins Freiland ist vorzuziehen.
Anwendung der Weißwurz in der Medizin
Beim Umgang mit der Weißwurz ist Vorsicht geboten, da alle Pflanzenteile giftige Substanzen enthalten und eine brechreizauslösende Wirkung haben. Vor der Anwendung sollte man einen Arzt konsultieren.
Für medizinische Zwecke werden meist die im Herbst ausgegrabenen Rhizome und das frische Kraut verwendet. Die Präparate wirken blutstillend und entzündungshemmend.
Vielblütige Weißwurz.
Das Salomonssiegel wird in der Volksmedizin bei Rheuma, Rückenschmerzen, Hernien, Hämorrhoiden, Erkältungen, Wassersucht, Gelbsucht, Diabetes mellitus als fiebersenkendes, schmerzstillendes, entzündungshemmendes, blutstillendes, schleimlösendes, blutreinigendes, Brechmittel, erweichendes und umhüllendes Mittel verwendet. Gelegentlich werden die Blätter des Salomonssiegels auf Wunden gelegt, aus dem Sud macht man Umschläge bei Prellungen.
Der Sud und die alkoholische Tinktur der Rhizome des Salomonssiegels werden bei Bronchitis und Lungenentzündung, bei Magengeschwüren, Kopfschmerzen, Herzleiden, Osteochondrose, Gicht, Arthritis, Entzündungen der oberen Atemwege angewendet. Der Saft der frischen Rhizome des Salomonssiegels entfernt Flecken und Sommersprossen im Gesicht. (Dabei ist die Möglichkeit von Verbrennungen zu beachten!) In der tibetischen Medizin wurde das Salomonssiegel bei Hämorrhoiden, Polyarthritis, Magen-Darm- und anderen Erkrankungen eingesetzt, und man glaubte, dass es das Leben verlängert.
Duftendes oder medizinisches Salomonssiegel.
Das Salomonssiegel gehört wie das Maiglöckchen zur selben Pflanzengattung und wird in Gärten nicht nur wegen seiner heilenden Eigenschaften, sondern auch wegen seines zarten, sanft berührenden Dufts angebaut, der Sie auf einer weichen Wolke seiner Blüten in den Sommer entführt.
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Salomonssiegel (Polygonatum)
Die Gattung Kupena, oder Salomonssiegel, besteht aus mehrjährigen Kräutern mit kräftigen, dicken Rhizomen. Die Pflanzen sind seit langem für ihre nützlichen und heilenden Eigenschaften bekannt und haben auch ausgezeichnete dekorative Qualitäten. Gute Honigpflanzen.
Inhaltsverzeichnis
- Anwendung
- Klassifikation
- Botanische Beschreibung
- Verbreitung
- Rohstoffgewinnung
- Chemische Zusammensetzung
- Pharmakologische Eigenschaften
- Anwendung in der Volksmedizin
- Historischer Hintergrund
In der Medizin
Trotz des signifikanten Gehalts an Herzglykosiden hat Kupena bisher keine Anwendung in der Schulmedizin gefunden. In der Volksmedizin wird Kupena jedoch erfolgreich zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis, Lungenentzündung), bei Lumbago, Ischias, Rheuma, Diabetes mellitus, Gelbsucht, Husten und Impotenz eingesetzt.
Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Kupena ist eine giftige Pflanze! Die Verwendung der Pflanze zu medizinischen Zwecken sollte mit Vorsicht erfolgen. Kontraindikationen für die Einnahme von Präparaten aus Kupena sind individuelle Unverträglichkeit, Kindesalter, sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Alle Teile der Kupena (insbesondere die Früchte) haben eine brechreizauslösende Wirkung.
Im Pflanzenbau
Kupenen werden häufig als Zierpflanzen in der Begrünung und Landschaftsgestaltung verwendet. Sie besitzen hervorragende dekorative Eigenschaften: elegante Stängel mit recht großen grünen Blättern, angenehme weiße oder rosa Blüten, große dunkelblaue Früchte. Derzeit sind im Zierpflanzenbau gefüllte Formen (Kupena multiflora mit rosa Blüten), Kupenen mit gestreiften Blättern usw. bekannt. Kupena wächst gut in Kultur und verträgt unter unseren Bedingungen strenge Winter.
Klassifikation
Kupena, oder Salomonssiegel (lat. Poligonatum) – die größte Gattung der Unterfamilie Convallarioideae (Maiglöckchengewächse) der Familie Asparagacea (Spargelgewächse). Die Gattung umfasst 50 Arten mehrjähriger krautiger Pflanzen, die in gemäßigten Regionen Eurasiens und Nordamerikas sowie in Gebirgsregionen der Subtropen, seltener in den Tropen Chinas und Indochinas vorkommen. Die größte Artenvielfalt der Kupenen ist in Ostasien konzentriert, insbesondere in China (31 Arten).
In der ehemaligen UdSSR – 17 (18) Arten, darunter Kupena officinalis, oder Duft-Kupena (lat. Poligonatum odoratum Mill.) und Kupena multiflora (lat. Poligonatum multiflorum L.).
Unter den Taxonomen hinsichtlich der taxonomischen Position des Salomonsiegels gibt es unterschiedliche Ansichten. Einige Autoren ordnen sie der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) zu (Jelenewski et al., 2004), andere (Skworzow, 2003) der Familie der Maiglöckchengewächse (lat. Convallriaceae) usw. Wir vertreten das am weitesten verbreitete System von A. L. Tachtadschjan („Leben der Pflanzen“, 1982).
Botanische Beschreibung
Das Salomonsiegel, auch Salomonssiegel genannt, ist eine Gattung mehrjähriger Kräuter, die durch sympodiale, knotige Rhizome gekennzeichnet sind, mit siegelartigen runden, eingedrückten Narben an den Stellen abgestorbener Jahresprosse – daher der Name „Salomonssiegel“. Der Stängel ist von sehr variabler Höhe (von 2,5 cm bis 2 m und mehr), aufrecht, oben etwas bogenförmig. Die Blätter sind wechselständig, gegenständig oder quirlig, ganzrandig, linealisch, eiförmig, länglich oder breitelliptisch (4-10 cm lang und 2-5 cm breit), spitz, sitzend, mit bogenförmiger Nervatur, manchmal mit Ranken. Die Blüten sind zwittrig, dreizählig, meist grünlichweiß, manchmal gelb, rosa oder violett, in achselständigen, wenigblütigen Trauben. Das Perigon ist einfach, röhren- oder glockenförmig. Die Staubfäden sind den Blütenhüllblättern angewachsen. Die Staubbeutel sind pfeilförmig, beweglich, intrors. Die Frucht ist eine kugelförmige Beere mit 1-2 Samen. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Hummeln, Selbstbestäubung ist möglich. Die Vermehrung erfolgt durch Samen. Die Blütezeit ist Mai bis Juni.
Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Salomonsiegelarten Eurasiens gehören das Duftende Salomonsiegel (Heilendes Salomonsiegel) und das Vielblütige Salomonsiegel.
Das Duftende Salomonsiegel, auch Medizinal-Salomonsiegel genannt (lat. Poligonatum odoratum Mill.), ist eine mehrjährige Pflanze mit einer Höhe von 30-120 cm, mit scharfkantigem Stängel, horizontalem, relativ dünnem Rhizom, unterseits entlang der Blattnerven rauen Blättern und achselständigen einzelnen (selten zu zweit) weißen Blüten (2-2,5 cm lang). Die Blätter sind meist wechselständig und nach oben gerichtet. Das Perigon ist langröhrig, ohne Einschnürung unter dem Fruchtknoten, mit kurzen grünlichen Zähnen. Die Blüten duften nach Bittermandel und sind reich an Nektar. Sie werden nur von langrüsseligen Hummeln bestäubt. Die Frucht ist eine dunkelblaue, fast schwarze Beere. Blütezeit Mai bis Juli.
Das Vielblütige Salomonsiegel (lat. Poligonatum multiflorum L.) ist eine mehrjährige Pflanze mit einer Höhe von 15-50 cm, mit glattem, zylindrischem Stängel. Die Blätter sind leicht bereift, fast horizontal ausgebreitet. Die Blüten sind weiß (2-2,5 cm lang), zu 3-5 in den Blattachseln. Das Perigon ist röhrenförmig, mit einer Einschnürung unter dem Fruchtknoten und kurzen grünlichen Zähnen. Die Blüten sind homogam (Staubbeutel und Narbe reifen gleichzeitig). Die Staubfäden sind mit knotigen Haaren besetzt. Die Narbe befindet sich etwas unterhalb der Staubbeutel, und die Blüten an den überhängenden Blütenstielen sind nach unten gerichtet. Hummeln (manchmal Bienen, kleine Schmetterlinge), die sie bestäuben, stecken ihren Kopf in den erweiterten Teil der Röhre, berühren die Narbe und die Staubbeutel (die sich intrors öffnen) und sammeln den Nektar am Boden der Kronröhre. Wenn sie dann zu einer anderen Blüte fliegen, erfolgt Kreuzbestäubung. Die Frucht ist eine grünlich-schwarze Beere. Blütezeit Mai bis Juni.
Verbreitung
Duftende Weißwurz wächst fast überall, besonders im gesamten Süden und in der mittleren Zone des europäischen Russlands, in den nördlichen Regionen kommt sie deutlich seltener vor. Sie wächst in trockenen, lichten Wäldern, hauptsächlich in Kiefernwäldern, Birkenwäldern, an Waldrändern, in Gebüschen und Parkeichenwäldern. Bevorzugt sandige und steinige Böden.
Vielblütige Weißwurz ist ebenfalls weit verbreitet, der gesamte Süden und die gesamte mittlere Zone des europäischen Russlands, im Norden reicht sie bis zum 62. nördlichen Breitengrad. Sie wächst in Laub- und Nadel-Laubmischwäldern, auf Lichtungen, kommt häufig in Nadel- und Mischwäldern der südlichen Taiga-Zone vor. Bevorzugt nährstoffreiche und feuchte Böden.
Rohstoffgewinnung
Für medizinische Zwecke werden Rhizome, Kraut, Blätter und Blüten geerntet. Die Rhizome werden im späten Herbst oder Frühjahr ausgegraben, von Erde und kleinen Seitenwurzeln befreit, manchmal in fließendem Wasser gewaschen und in warmen, gut belüfteten Räumen getrocknet. Das Kraut (Stängel, Blätter) und die Blüten werden während der Blütezeit bei klarem, trockenem Wetter gesammelt. Das Rohmaterial wird ebenfalls im Schatten unter einem Dach oder in warmen, gut belüfteten Räumen, in Trocknern getrocknet. Manchmal werden auch Beeren geerntet, sie werden bei voller Reife gesammelt, frisch verwendet oder auf übliche Weise getrocknet. Das fertige Rohmaterial wird in Papiertüten oder Kisten, getrennt von anderen Arzneipflanzen, gelagert. Haltbarkeit – 2 Jahre.
Chemische Zusammensetzung
In der Duftenden Weißwurz wurden das Alkaloid Glykonin (besonders in den Rhizomen), Herzglykoside (Convallarin, Convallamarin) und Saponine steroidalen Charakters, schleimartige und gerbstoffhaltige Substanzen, Säuren (Chelidonsäure und Ascorbinsäure), Asparagin, Glucose, Arabinose, Mannit, Carotin sowie eine reichhaltige Auswahl an Spurenelementen gefunden.
Der unterirdische Teil der Vielblütigen Weißwurz enthält Steroide (Diosgenin – bis zu 0,52 %); steroidale Saponine – bis zu 2,5 %; stickstoffhaltige Verbindungen (α,γ-Diaminobuttersäure und Acetidin-2-carbonsäuren). Im oberirdischen Teil wurden Saponine gefunden, die Blätter enthalten ebenfalls Steroide (Diosgenin – bis zu 0,09 %); Flavonoide (Xylosid von Vitexin, Quercetin, Glucoside von Apigenin und andere).
Pharmakologische Eigenschaften
Die Weißwurz besitzt viele heilende Eigenschaften, insbesondere entzündungshemmende, schmerzstillende, blutstillende, brechreizerregende, fiebersenkende, blutreinigende, erweichende, umhüllende und andere und wird nur in der Volksmedizin angewendet.
Anwendung in der Volksmedizin
In der Volksmedizin werden hauptsächlich die Echte Weißwurz (Polygonatum officinale) und die Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Zum Beispiel werden die Rhizome der Weißwurz zur Behandlung von Tollwut, Rheuma, Gicht, Durchfall, verschiedenen Hautkrankheiten, akuter Bronchitis und Lungenentzündung verwendet und wirken zusammenziehend, beruhigend, wundheilend, harntreibend usw. Die Früchte der Weißwurz werden als Brech- und Abführmittel verwendet. In der Volksmedizin wird die Weißwurz häufig bei Erkrankungen des Lymph- und Immunsystems sowie bei verschiedenen Tumorprozessen eingesetzt. Tinkturen oder wässrige Abkochungen der Rhizome der Weißwurz fördern die Auflösung von Neubildungen, insbesondere von Tumoren des Kehlkopfes, des Verdauungstraktes und der Speiseröhre. Ein Absud der Wurzeln der Vielblütigen Weißwurz ist auch wirksam bei Husten, Bronchitis, Lungenentzündung. Es wird nicht nur innerlich angewendet, sondern auch als Umschlag als schmerzstillendes Mittel bei Hexenschuss, Ischias, Rheuma, Gicht, Hämorrhoiden und als Mittel, das die Auflösung von Blutergüssen fördert. Ein Aufguss aus getrocknetem und zerkleinertem Rhizom wird auch bei akuter Bronchitis, Lungenentzündung, Gelbsucht, Wassersucht, Diabetes mellitus, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Hernien und Würmern verwendet. Die Stängel der Weißwurz werden bei Bluthochdruck eingesetzt. Eine besondere Stellung nimmt das Rhizom der Weißwurz in der Vorbeugung und Behandlung hormonabhängiger Tumore bei Frauen und Männern ein. In der tibetischen Medizin wird die Weißwurz bei Erkrankungen des lymphatischen Systems, Ödemen, Gelbsucht, Diabetes mellitus sowie bei akuten und chronischen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane eingesetzt.
In der häuslichen Dermatologie und Kosmetik findet die Weißwurz recht breite Anwendung. Zum Beispiel werden Saft und Absud der Rhizome der Weißwurz als Kosmetikum (Ersatz für Rouge) verwendet. Mit dem frischen Saft der Rhizome der Weißwurz werden Sommersprossen entfernt, mit Saft oder Absud getrockneter Rhizome werden Wunden behandelt. Im Kaukasus trinkt man einen Wodka-Aufguss der Rhizome der Weißwurz bei Schorf am Körper und Pickeln im Gesicht. Mit einem Absud der Rhizome der Weißwurz wäscht man das Gesicht, um die Bräunung zu reduzieren, und mit frischem Saft entfernt man Flecken und Sommersprossen im Gesicht.
Bei Prellungen, Gelenkschmerzen (Hexenschuss, Ischias, Rheuma), Neuralgie, Ischias und Hämorrhoiden werden Umschläge und Kompressen aus einem Absud der Rhizome der Echten Weißwurz angewendet.
Historischer Hintergrund
Der wissenschaftliche Gattungsname der Weißwurz setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: „poly“ – viel und „gony“ – Knoten, Knie, und weist auf die Vielknotigkeit des Rhizoms hin.
Die Weißwurz hat auch einen interessanten Namen – „Salomonssiegel“, da der Überrest des letztjährigen Triebes am Rhizom wie ein Siegel aussieht.
Den Namen „Wolfszahn“ erhielt die Vielblütige Weißwurz wegen der scharfen Knospe (die an einen Tierzahn erinnert), mit der das Rhizom der Pflanze endet.
Im Volksmund wird die Weißwurz auch Krähenbeeren, Wolfsbeeren, Wolfskraut genannt.
Literatur
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Salomonssiegel – Beschreibung, Pflanzung und Pflege im Freiland
Das Salomonssiegel ist eine recht verbreitete Pflanze. Anspruchslos und pflegeleicht, hat es sich bei Blumenliebhabern großer Beliebtheit erfreut. Zudem ist das Salomonssiegel dekorativ ansprechend. Äußerlich ähnelt es etwas dem Maiglöckchen, ist aber um ein Vielfaches größer. Da sich die Pflanze im Schatten wohlfühlt, ist ihr Anbau eine hervorragende Lösung, um schattige Bereiche des Gartens zu dekorieren.
Das Salomonssiegel wird auch als 'Siegel Salomons' bezeichnet. Dieser ungewöhnliche Name ist nicht zufällig: Einst soll König Salomon, der die heilenden Eigenschaften dieser Pflanze zu schätzen wusste, ein Siegel angebracht haben, das der Legende nach bis heute in den Wurzeln des Salomonssiegels bewahrt wird. Es wird angenommen, dass diese Pflanze blutstillende, entzündungshemmende, schmerzstillende, schleimlösende und umhüllende Eigenschaften besitzt.
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Botanische Beschreibung der Weißwurz
Die Weißwurz (Polygonatum) ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse. In der Wildnis wächst sie auf Wiesen und Hügelhängen der subtropischen und gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre.
Je nach Art kann die Höhe der Weißwurz zwischen 10 cm und 150 cm variieren. Die Wurzel der Pflanze ist mehrgelenkig und verholzt. Sie befindet sich in horizontaler Lage nahe der Erdoberfläche. Aus den Wachstumspunkten sprießen Stängel – lang und gerippt. Die Haut an den Stängeln ist glatt. In der Regel ist sie grün, obwohl sie bei manchen Sorten eine rote Färbung aufweist. Die Stängel welken erst im Herbst. Wenn die Triebe absterben, bleiben an den Wurzeln Kreise mit eingedrücktem Kern zurück – das Salomonssiegel. Anhand der Anzahl dieser Markierungen wird das Alter der Weißwurz bestimmt.
Der Trieb ist bogenförmig. Über seine gesamte Länge sind wechselständig lange sitzende Blätter von ovaler oder eiförmiger Form angeordnet. Die Ränder der Blattspreiten sind glatt, die Spitzen zugespitzt, manchmal mit weißen Schlieren. Über alle Blätter verlaufen vertikal dünne Adern.
Die Weißwurz beginnt Ende Mai bis Anfang Juni zu blühen. Entlang der unteren Seite des Stängels sitzen in den Blattachseln quirlförmig Knospen. Die Blüten sind lange weiße Glöckchen mit grünen Rändern. Die Blüten sitzen auf flexiblen, langen Blütenstielen. Mitte August reift unter der Voraussetzung, dass die Blüten bestäubt wurden, eine blau-schwarze Beerenfrucht. In jeder Beere reifen ein bis neun kleine Samen.
Häufige Arten und Sorten
Die Gattung Weißwurz umfasst etwa 70 Arten. Darüber hinaus haben Züchter neue Sorten mit dekorativen Eigenschaften – panaschten Blättern – entwickelt, die ihre Schönheit auch nach der Blütezeit nicht verlieren.
Duft-Weißwurz oder Heilkräftige Weißwurz (Polygonatum odoratum)
Die Höhe des buschigen Horstes beträgt 0,8 Meter. Der gerippte rote Stängel wird seitlich von langen, ovalen, blaugrünen Blättern mit himbeerroten Adern bedeckt, unter denen an flexiblen, langen Blütenstielen glockenförmige, weiß-grüne Blüten sitzen. Die Blüte beginnt Ende Mai und dauert etwa 4-5 Wochen.
Quirl-Weißwurz (Polygonatum verticillatum)
Die Höhe des dünnen Stängels beträgt 30-60 cm. Die Blättchen sind ungewöhnlich befestigt: Die unteren sitzenden Blätter sind wechselständig angeordnet, die oberen zu 4-8 Stück in Quirlen. Die Blätter sind lanzettlich, an der Spitze zugespitzt, hellgrün. Die Länge der Blattspreite beträgt 7 bis 17 cm, die Breite etwa 1-2,5 cm. Die Blüte beginnt später als bei anderen Arten – Ende Juni bis Juli. Die glockenförmigen Blüten sitzen auf langen, überhängenden Blütenstielen.
Vielblütige Weißwurz (Polygonatum Multiflorum)
Die Buschhöhe beträgt 1 Meter. Die Blattspreiten sind groß, oval und befinden sich in der oberen Hälfte des Stängels. In den Blattachseln sitzen Quirle aus 5-6 weißlichen Knospen, die an dünnen Blütenstielen hängen. Diese Art blüht im Juni, im August reifen die Beeren.
Pflanzung im Freiland
Die Wahl des Standorts für den Anbau der Weißwurz sollte mit aller Verantwortung getroffen werden, da die Pflanze 10-12 Jahre an einem Ort bleibt. Der beste Standort für die Pflanzung ist ein feuchter, schattiger Bereich. Manchmal wird empfohlen, hohe Sorten der Weißwurz an einem offenen, sonnigen Standort zu pflanzen, jedoch, wie erfahrene Gärtner versichern, entwickelt sich die Pflanze in diesem Fall nicht so aktiv.
Bevor Sie mit dem Einpflanzen der Weißwurz beginnen, wird die Fläche umgegraben, und dem Boden werden Kompost, Holzasche und Mineraldünger zugegeben. Dies wird die aktive Entwicklung der Pflanze fördern, und außerdem entfällt die Notwendigkeit einer regelmäßigen Düngung. Wenn der Boden schwer ist, kann man grobkörnigen Sand und Schotter hinzufügen, die die Durchlässigkeit des Bodens verbessern und als Drainage dienen. Bei der Pflanzung sollte man berücksichtigen, dass die Weißwurz Staunässe und Vernässung des Standorts schlecht verträgt.
Die Setzlinge sollten etwa 10-15 cm tief eingepflanzt werden. Bei Gruppenpflanzung sollte der Abstand zwischen den Pflanzungen mindestens 20 cm betragen. Weißwurz im Garten
Pflege der Weißwurz
Die Weißwurz ist eine anspruchslose Pflanze, daher ist die Pflege minimal, besonders wenn der richtige Standort gewählt wurde. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass der Boden leicht feucht bleibt. In trockenen Jahreszeiten sollte man nicht vergessen, die Pflanze häufiger zu gießen. Um die Bildung einer Kruste auf der Bodenoberfläche zu vermeiden, sollte man ihn mulchen.
Das Jäten wird sehr vorsichtig durchgeführt, um das im oberen Bodenbereich liegende Rhizom nicht zu beschädigen. Was Unkraut betrifft, so gibt es praktisch keines, da unter dem Laub der Weißwurz kaum Pflanzen wachsen.
Im Herbst werden die Stängel der Weißwurz zurückgeschnitten. Es bleiben kleine Stümpfe von 5 cm Höhe übrig. Sie müssen nicht abgedeckt werden, da die Pflanze frostbeständig ist und die Winterkälte problemlos übersteht.
Im Frühjahr, sobald warmes Wetter einsetzt, treiben aus dem Rhizom junge Stängel aus.
Bei richtiger Pflege, z. B. Vermeidung von Staunässe, zeigt die Weißwurz Immunität gegen Pilzkrankheiten und Schädlinge. Bei langanhaltend feuchtem Wetter können sich manchmal Nacktschnecken im Laub ansiedeln, die von Hand eingesammelt werden müssen oder das Laub mit einer sehr dünnen Schicht Holzasche bestreut werden muss.
Weißwurz – Salomonssiegel
Es gibt eine Legende, dass der weiseste König Salomon die Pflanze, die er für äußerst nützlich für den Menschen hielt, mit seinem persönlichen Siegel markierte. Und die von ihm ausgewählte Art kann man an den Spuren dieses Siegels erkennen, die noch heute an den Rhizomen sichtbar sind.
Die Markierungen am unterirdischen Teil des Salomonssiegels sind natürlich natürlichen Ursprungs. Es sind Narben von abgestorbenen Trieben des Vorjahres. Die heilenden Eigenschaften der Gattung Polygonatum sind jedoch eine wissenschaftliche Tatsache. Diese Pflanzen werden sowohl in der Volksmedizin als auch in der offiziellen Medizin häufig verwendet.
Der wissenschaftliche Name der Gattung Polygonatum leitet sich von den griechischen Wörtern „poly“ – viel und „gony“ – Knoten, Gelenk ab. Das Rhizom des Salomonssiegels ist tatsächlich knotig, und an jedem Knoten befindet sich eine kleine Delle, die für einen „Siegelabdruck“ gehalten wird. Auch die Herkunft des Wortes „Kupena“ ist interessant, es ähnelt dem Verb „kupat“ (baden). Mit seinem Aufguss wusch man sich das Gesicht. Es hieß: Wenn man für die Zubereitung ein Salomonssiegel mit einer geraden Anzahl von Blättern nimmt, schält sich die Haut (wird unschön). Einen solchen Strauch nannte man „Lupena“. Ein Salomonssiegel mit ungerader Blattzahl nannte man dagegen „Pena“; es galt als Mittel, um lästige Sommersprossen und übermäßige Bräune aus dem Gesicht zu entfernen.
In den Rhizomen des Salomonssiegels wurden Alkaloide entdeckt, die rheumatische und neuralgische Schmerzen lindern. Kein Wunder, dass es in alten Zeiten gegen Rheuma, Brüche und ziehende Kreuzschmerzen verwendet wurde. In alten Kräuterbüchern findet man auch Erwähnung, dass Verbrennungen und Wunden schneller heilen, wenn man in der Asche gebackene Salomonssiegel-Rhizome auflegt. Wie Untersuchungen gezeigt haben, helfen die Glykoside des Salomonssiegels, die Amplitude der Herzkontraktionen zu erhöhen und die Herzfrequenz zu verlangsamen. Die Pflanze ist giftig, daher sollte sie nicht zur Selbstmedikation verwendet werden.
Dem Salomonssiegel werden auch mystische Eigenschaften zugeschrieben. Es soll die Fähigkeit haben, Verhexungen zu lösen, insbesondere wenn diese auf den Magen oder die Gelenke abzielen. Getrocknetes Salomonssiegelkraut wird in Amulettbeutel gelegt, um vor bösen Mächten zu schützen.
In der Oblast Tjumen wachsen zwei Arten von Salomonssiegel – Polygonatum odoratum (Mill.) Druce – Duftendes Salomonssiegel (oder Echter Salomonssiegel), und P. humile Fisch. ex Maxim – Niedriges Salomonssiegel. Die erste Art ist eine sehr häufige, weit verbreitete, kahle Pflanze mit einer Höhe von bis zu 70 cm, mit blaugrünen Blättern, in deren Achseln sich jeweils 1-3 Blüten an Blütenstielen befinden. Die zweite Art ist selten, 12-30 cm hoch, mit Blättern, die am Rand behaart und auf der Unterseite entlang der Adern mit rötlichen oder hellen Haaren besetzt sind. Die Blüten in den Blattachseln sind stets einzeln. Von dieser Pflanze wird hier die Rede sein.
Das Niedrige Salomonssiegel (Polygonatum humile Fisch. ex Maxim) ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Ihr Rhizom ist 2-3 mm dick, weißlich, schnurförmig. Der Stängel ist aufrecht, gerippt. Die Blätter sind elliptisch, die Blüten hängend, die Blütenhülle glockenförmig, weiß, mit grünlichen Zähnen. Blütezeit ist Mai-Juni. Die Frucht ist eine bläulich-schwarze Beere.
Das Verbreitungsgebiet des Niedrigen Salomonssiegels umfasst Sibirien, den Fernen Osten, China und Japan. Bei uns wurde das Vorkommen dieses Salomonssiegels in jüngerer Vergangenheit nur in der Umgebung von Ischim und Tobolsk festgestellt. Inzwischen sind Fundorte in 12 Rajons der Oblast Tjumen bekannt. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der beiden verwandten Arten ist die Identifizierung der Populationen des Niedrigen Salomonssiegels jedoch nach wie vor aktuell.
Die niedrige Salomonsiegel wächst in lichten Birkenwäldern, Kiefernwäldern, an deren Rändern, seltener auf trockenen Wald- und Steppenwiesen sowie auf Wiesenhängen. Die Verbreitung der Art ist durch die Umwandlung von Feldern und Abholzung eingeschränkt. Daher hat die niedrige Salomonsiegel im Roten Buch der Oblast Tjumen die Seltenheitskategorie III – seltene Art.
Sie wird in den besonders geschützten Naturgebieten «Afonski» im Rajon Kasan, «Wikulowski» im Rajon Wikulowo, «Jerjominski» im Rajon Abatskoje, «Ischimskije Bugry» im Rajon Ischim geschützt. Zur Klärung des Status der Art ist die Identifizierung neuer Lebensräume und die Erhaltung großer Populationen in den Naturdenkmälern erforderlich.