Vermehrung der remontierenden Himbeere

Eine Besonderheit der remontierenden Himbeere liegt darin, dass sie sich mit den üblichen traditionellen Methoden nur schwer vermehren lässt. Aber das ist noch lange kein Grund, auf den Anbau zu verzichten. Das Problem besteht darin, dass sie nur wenige Triebe bildet, und daher ein Mangel an Pflanzmaterial entsteht. Es ist jedoch durchaus möglich, die Vermehrung der remontierenden Himbeere zu beschleunigen. Dazu reicht es, nur einige agrotechnische Methoden zu kennen.

Entfernung im Frühjahr oder Herbst eines Teils der Triebe mit einem Durchmesser von 10-15 cm, die sich im zentralen Teil des Busches befinden, zwei Jahre nach der Pflanzung. Dank dieser Maßnahme werden im nächsten Jahr aus den verbleibenden Wurzeln neue Ableger in einer Anzahl von 2 oder mehr Dutzenden hervorgehen. Sie werden dann zu ausgezeichnetem Pflanzmaterial.

Es ist auch eine Vermehrung durch grüne Stecklinge möglich, die an der Basis des Rhizoms wachsen. Sie besitzen nicht nur hervorragende Wuchseigenschaften, sondern auch beträchtliche Nährstoffreserven. Als am besten geeignet gelten Triebe mit einem oberirdischen Teil von bis zu 5 cm Höhe und einem unterirdischen Teil des Triebes. Dabei müssen sie unbedingt eine Blattrosette ausgebildet haben. Zum Abtrennen werden sie nicht ausgegraben, sondern vorsichtig mit einem Messer in 3-5 cm Tiefe abgeschnitten und in ein Gewächshaus zum Bewurzeln gebracht und bei Bedarf beschattet. Die Entnahme sollte im späten Frühjahr in den Morgenstunden erfolgen. Die Bewurzelung erfolgt etwa nach 15-20 Tagen, danach werden sie auf eine Anzuchtfläche oder in Litergefäße umgepflanzt.

Siehe auch:
Anzucht von Himbeer-Setzlingen

Eine hervorragende Methode ist die Vermehrung von remontierenden Himbeeren durch grüne Wurzelausläufer. Dazu wird ein Stängel mit einer Höhe von 5-20 cm und mit Blättern ausgewählt. Der Trieb wird sofort an den endgültigen Standort umgepflanzt, außerdem sollten ein Drittel der Blätter entfernt und für 10-12 Tage Schattenbedingungen geschaffen werden.

Für die Vermehrung durch Wurzelstecklinge müssen im Spätherbst Wurzeln mit einem Durchmesser von mehr als 1,5 mm geerntet werden. Daraus werden Stecklinge von 7-10 cm Länge geschnitten, die dann in 2-3 cm Tiefe auf eine vorher gedüngte Fläche gepflanzt werden. Anschließend erfolgt eine Bewässerung, Mulchung und Abdeckung der Pflanzungen mit Tannenzweigen. Mit dem Frühjahr wird die Abdeckung entfernt und für 2 Wochen mit einer Polyethylenfolie abgedeckt. Sobald grüne Ableger erscheinen, kann die Folie entfernt werden. Die Ableger sollten nur von den gesündesten Pflanzen genommen werden.

Bei einer richtigen und bedächtigen Vorgehensweise bei der Vermehrung der remontierenden Himbeere kann man in nur wenigen Jahren eine ganze Plantage bepflanzen, die prächtige Ernten von süßen und gesunden Beeren hervorbringen wird.

Lesetipps

Wie richten Sie eine komfortable Grillzone ein?