Vermehrung von Himbeeren durch Stecklinge

Himbeeren werden durch Samen, Wurzelausläufer, grüne und Wurzelstecklinge vermehrt. Normalerweise kauft man Setzlinge in spezialisierten Baumschulen und Betrieben, aber wenn Sie sich dafür entscheiden, Himbeeren selbst zu vermehren, müssen Sie bei der Auswahl des Pflanzmaterials zunächst auf einige Faktoren achten. Zunächst sollte man sich für eine Sorte entscheiden, die in Ihrer Region gut gedeiht, dann Büsche mit großen und schmackhaften Beeren finden und schließlich darauf achten, ob die Beerenpflanzung Krankheiten ausgesetzt ist.

Es wird dringend davon abgeraten, Vermehrungsmaterial von Himbeeren zu nehmen, die auf befallenen Pflanzungen mit Schädlingen, Viren und anderen Krankheiten stehen. Beide werden durch das Pflanzmaterial übertragen. Das heißt, Sie sollten nur gesunde, reichlich tragende Büsche auswählen.

Himbeersamen werden eher selten ausgesät, weil das Ergebnis wenig vorhersagbar ist und bei weitem nicht immer den Erwartungen entspricht. Daher wird diese Methode häufiger von Züchtern verwendet, um neue Sorten zu entwickeln und alte zu verbessern.

Vermehrung von Himbeeren durch grüne Stecklinge

Die Stecklinge werden zu Beginn des Sommers geerntet, wenn von den Wurzeln erwachsener Pflanzen Ausläufer erscheinen und sich einige Blätter daran bilden. Dies sollte man an einem nicht zu heißen Tag (vorzugsweise bei bewölktem Wetter) tun. Sie werden knapp unter der Bodenoberfläche abgeschnitten, indem man das Messer oder eine spezielle Gartenschere ein paar Zentimeter tief einführt. Die Stecklinge werden auf eine Länge von 7-10 cm geschnitten und für einen halben Tag in eine spezielle Lösung, einen Wachstumsregulator (z. B. Heteroauxin), gelegt.

Die vorbereiteten Stecklinge werden unter Folie im Abstand von 7-10 cm zueinander gepflanzt. Im Idealfall würde man unter die Folie auch eine Nebelanlage platzieren, aber wenn das nicht möglich ist, muss man sie einfach regelmäßig mit lauwarmem Wasser gießen. Die Temperatur unter der Folie sollte bei etwa 22-25 °C liegen und die Luftfeuchtigkeit hoch sein. Nach einem Monat bewurzeln sich die Stecklinge und beginnen zu wachsen. Danach reduziert man die Bewässerung und beginnt häufiger zu lüften.

Siehe auch:
Vermehrung der remontierenden Himbeere

Die Pflanzen werden mit einem Erdballen an den Wurzeln an den endgültigen Standort umgepflanzt, gegossen und gut beschattet. In der Regel beginnen die Setzlinge nach ein paar Wochen wieder zu wachsen.

Ernte und Pflanzung von Wurzelstecklingen der Himbeere

Wurzelstecklinge werden beim Ausgraben oder Entfernen von Wurzelausläufern geerntet. Man wählt kräftigere Wurzeln mit einem Durchmesser von mindestens 2 mm aus und schneidet sie vorsichtig in Stücke. Zur Lagerung werden sie mit feuchtem Sand bestreut und bis zum Frühjahr an einem kühlen Ort aufbewahrt.

Im Frühjahr werden die vorbereiteten Wurzeln entweder in Frühbeete oder direkt an den endgültigen Standort gepflanzt. Der Boden wird mit organischem Dünger angereichert und nach Möglichkeit von Unkraut befreit. Die Pflanztiefe beträgt 5—8 cm; nach dem Pflanzen wird gegossen und mit Erde bedeckt. Im Sommer muss die Pflanzung mehrmals von Unkraut befreit werden, und falls Schädlinge festgestellt werden, sollte man sie mit speziellen Lösungen behandeln.

Anbau von Himbeeren aus Wurzelausläufern

Dies ist die einfachste und daher am weitesten verbreitete Methode. Im Himbeerbeet bilden sich ständig Ausläufer, und neben den älteren Pflanzen erscheinen Ableger. In der Regel sind sie bis zur Mitte des Sommers ausreichend entwickelt und haben eigene Wurzeln. Diese Ausläufer werden zusammen mit den jungen Trieben ausgegraben und mit dem Erdballen an den gewünschten Standort umgepflanzt. Dies sollte bei bewölktem Wetter geschehen: Man hebt Löcher aus, pflanzt die Ausläufer ein, gießt sie reichlich und beschattet sie. Unter die Wurzeln kann man Humus und Kompost geben. Die Pflege besteht aus Gießen und Unkrautbekämpfung.

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