Darf man jetzt im Wald wild wachsende Heilkräuter sammeln oder wird man bestraft?

Darüber, dass man in den Wäldern nun äußerste Vorsicht walten lassen sollte beim Sammeln von Gaben der wilden Natur, die noch vor Kurzem ohne Weiteres zugänglich waren, wissen wohl die meisten russischen Datscha-Besitzer. Aber es bleiben immer zusätzliche, klärende Fragen. 

Eine der häufigsten Fragen — wird man für das Sammeln von Pflanzen bestraft, die als heilkräftig gelten, wie Johanniskraut, Schöllkraut und so weiter, die schon unsere Urgroßmütter gesammelt und getrocknet haben? Und in der Tat — riskieren wir nicht, in diesem Fall auf ein Bußgeld oder sogar auf einen Paragrafen des Strafgesetzbuches zu stoßen?

Antwort: Rechtsanwalt Sergei Kolomijzew:

— In diesem konkreten Fall unterscheidet die Gesetzgebung, die in Bezug auf das Sammeln vieler Pflanzen und Pilze verschärft wurde, nicht zwischen solchen Feinheiten. Genauer gesagt — sie folgt einem anderen Prinzip. Es spielt keine Rolle, ob eine Pflanze essbar oder ungenießbar ist, ob sie heilkräftig ist oder nicht, es zählt nur ein Faktor — ob sie in der Roten Liste der besonders schützenswerten Arten auf Bundes- oder Landesebene eingetragen ist oder nicht.

Wenn sie eingetragen ist, dann — Sammeln und Nutzung für persönliche Zwecke oder Verkauf sind verboten. Im Falle eines Verstoßes und des Nachweises von Vorsatz sind tatsächlich sowohl hohe Geldstrafen (bis zu 30.000 €) als auch sogar Haftstrafen möglich — von zwei bis zu neun Jahren Freiheitsentzug. Und all dies — gemäß 260.1, mit dem das Strafgesetzbuch der Russischen Föderation ergänzt wurde.

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Wenn die Pflanze dagegen nicht in solchen Büchern steht, dann gilt der Grundsatz «erlaubt ist alles, was nicht verboten ist». Das heißt — sammeln Sie ruhig, es wird Ihnen nichts dafür passieren. Nehmen Sie es sich daher einfach zur Regel — unbedingt herauszufinden, um welche Pflanze es sich handelt, ob sie auf der Verbotsliste steht oder nicht. Im Prinzip ist das ganz einfach — mit Hilfe des Smartphones und des Internets ist die nötige Information für Sie immer verfügbar, sogar in vielen Wäldern. Seien Sie nur nicht faul bei der Bestimmung, falls nötig — es wird sich letztendlich als billiger erweisen. Umso mehr, als dass ja, die Urgroßmütter sind zweifellos Autoritäten, aber leider ändern sich die Zeiten, und das, was für unsere Vorfahren unbedenklich war, kann für uns leicht nach hinten losgehen. Und zwar mit finanziellen Verlusten.

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