Wie alle Köche darüber streiten, wie eine richtige Okroschka sein soll – mit Kwas oder mit Kefir, so können sich auch Gärtner nicht einigen: das Grundstück im Herbst umzugraben oder auf diese Praxis zu verzichten.
Diejenigen, die zur Schaufel greifen, versichern: Das Lockern des Bodens reichert die Erde mit Sauerstoff an und verbessert die Bedingungen für zukünftige Pflanzen. Ihre Gegner sind der Meinung, dass der Boden während des Umgrabens nützliche Mikroorganismen verliert, was wiederum zu einer Zunahme der Unkrautpopulation führt.
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Sollte man das Grundstück im Herbst umgraben?
Trotz all dieser Diskussionen ziehen die meisten Gärtner dennoch das Umgraben vor. Denn das Lockern des Bodens auf eine Tiefe von etwa 20-25 cm erschwert die Überwinterung von Schädlingen, und Unkrautsamen werden tiefer vergraben.
«Im Herbst grabe ich die Erde auf den Beeten unbedingt um und lasse unzerkleinerte Erdklumpen zurück», — erzählt aus eigener Erfahrung die Gärtnerin und Autorin des Bestsellers «Nicht nur ein Gemüsegarten» Swetlana Samoilowa.
Bei schweren Lehmböden lohnt es sich, zusätzlich organische Substanzen zuzuführen — Kompost oder Laubhumus. Das macht den Boden lockerer und wasserdurchlässiger. Für sandige Böden wird empfohlen, verrotteten Kompost zuzugeben, um die Feuchtigkeit zu halten. Saure Böden erfordern oft eine Neutralisierung mit Kreide oder Kalk.
Wie gräbt man das Grundstück richtig um?
Es gibt zwei Hauptmethoden des Herbstumgrabens — mit Schichtumkehr und ohne Schichtumkehr. Bei der ersten Variante wird die obere Schicht auf Spatentiefe bearbeitet, was ermöglicht, Unkrautsamen tiefer zu vergraben und die Wahrscheinlichkeit ihres Keimens im Frühjahr zu verringern. Das Umgraben ohne Schichtumkehr — wenn die natürliche Struktur des Bodens erhalten bleibt, das heißt, die Erdschollen werden nicht umgedreht und nicht zerkleinert. Diese Methode bevorzugen Anhänger der natürlichen Landwirtschaft. Für welche Variante Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Eindeutige Empfehlungen gibt es hier nicht.
Aber auf jeden Fall ist es nach dem Umgraben wünschenswert, die Beete mit einer Schicht Mulch zu bedecken und diese gut zu verdichten. Unter einem solchen «Teppich» entstehen günstige Bedingungen für Regenwürmer, die ebenfalls zur Bodenlockerung beitragen.
Wann genau soll man das Grundstück umgraben und muss man das Gras mähen?
Viele Gärtner haben ihre Grundstücke bereits vor Ende September umgegraben. Was sollen diejenigen tun, die es nicht geschafft haben? Ist es zu spät, sich jetzt, in den ersten zehn Tagen des Oktobers, damit zu beschäftigen? Und muss man vorher das Gras mähen?
«Es ist nie zu spät, den Garten umzugraben, bis die Temperaturen unter Null fallen, — erklärt die Gärtnerin Larissa Mikkalef. — Vor dem Einsetzen der Kälte kann das Gras nicht gemäht, sondern in großen Schollen angehoben und mit dem Gras nach unten umgedreht werden. Dadurch wird das Unkraut mit der Wurzel nach oben gehoben und friert bei den ersten Frösten aus. Außerdem werden durch den Luftzutritt gleichzeitig alle unnötigen Mikroorganismen ausgefroren. Und gleichzeitig vermischt sich die obere fruchtbare Schicht mit der weniger fruchtbaren unteren. In diesem umgegrabenen Zustand sollte das Grundstück für den Winter belassen werden. Das nicht gemähte Gras wird dann im Frühjahr als organischer Dünger dienen. Folglich ist es nicht nötig, das Gras zu mähen.»