Gefüllter Portulak: klein, aber oho!

Im Blumenbeet am Fuße der selbstverliebten, hochgewachsenen Blumen, die sich zu Recht als Zierde eines jeden Gartens betrachten, haben sich unauffällige Portulake versteckt. Die rankenden Stängel dieser anspruchslosen Pflanzen bedecken den gesamten freien Boden wie ein dichter Teppich. Und plötzlich, gleich zu Beginn des Sommers, entfaltet sich über ihnen ein helles Feuerwerk aus winzigen, wunderschönen Blüten.

Inhaltsverzeichnis:

  • Allgemeine Informationen
  • Vermehrung
  • Pflege

Allgemeine Informationen

In Europa begann man den Portulak Anfang des vorletzten Jahrhunderts anzubauen. Er gelangte aus Lateinamerika zu uns und ist in unseren Breiten als einjährige Pflanze bekannt. Der Gefüllte Portulak ist eine niedrig wachsende Pflanze aus der Familie der Portulakgewächse. Er erreicht eine Höhe von etwa 20 Zentimetern. Die fleischigen Blättchen und Stängel des Portulaks vermitteln den Eindruck einer sehr zarten Pflanze. Seine Zweige sind hellgrün, stellenweise mit purpurnem Schimmer, kriechend. Seine Wurzeln sind spindelförmig, verzweigt. Die Blüte des gefüllten Portulaks bildet keinen Blütenstand, ihr Durchmesser erreicht fast 7 Zentimeter. Sie besteht aus mehreren Kugeln von Blütenblättern, sodass sie an ein winziges Röschen oder eine Pfingstrose erinnert. Diese Zierpflanze bringt eine Kapselfrucht mit einer großen Anzahl von Samen hervor.

Wer sich dazu entschließt, in seinem Blumenbeet Portulake anzupflanzen, wird es nicht bereuen. Denn diese anspruchslose und pflegeleichte Pflanze zeichnet sich durch eine erlesene Schönheit aus.

Indem sie sich an jedem Erdklümpchen festhalten, ermöglichen die Portulake dem Gärtner, sich keine Sorgen darüber zu machen, dass ein Teil seines Beetes leer bleibt. Dies passiert oft, wenn ein neues Beet erst angelegt wird: Die Stauden sind noch nicht ausreichend gewachsen, und die Sommerblumen haben sich aus irgendwelchen Gründen nicht etabliert – wegen minderwertiger Samen, Setzlinge oder wegen Feuchtigkeitsmangels. Die gefüllten Portulake beginnen im Juni zu blühen und hören bis zum Frost nicht auf. Da diese Pflanze sehr trockenheitsresistent ist, wird sie oft als Balkonpflanze verwendet, gepflanzt in lange, schmale Gefäße entlang des Balkonumfangs oder in Hängeampeln. Portulake werden auch zur Dekoration von Steingärten verwendet, wo ihre Eigenschaften besonders willkommen sind. Anfängergärtner mögen enttäuscht sein, dass die ersten Blüten sich nur für einen Tag öffnen und am zweiten Tag verschwinden. Aber nach Beginn der Vollblüte wird die kurze Lebensdauer einer einzelnen Blüte unbedeutend: Das Beet wird den ganzen Sommer über äußerst festlich aussehen.

Aus Mischungen gefüllter Portulake entsteht ein buntes Blumenbeet. Eine solche Farbenpracht ist nur wenigen Blumen gegeben. Manche Portulaksträucher zeigen eine porzellanweiße Blüte, daneben entfalten sich ihre Blüten mit gelben Blütenblättern. Streuungen von roten, orangefarbenen, himbeerfarbenen und rosafarbenen Blüten rufen echte Begeisterung hervor. Und Blüten mit gefleckten Blütenblättern und bunten Verläufen – das ist schon eine vollendete Sensation. In unseren klimatischen Verhältnissen sind folgende Sorten gefüllter Portulake am weitesten verbreitet:

  1. Flamenco – zeichnet sich durch eine Fülle an Farbtönen aus
  2. Kalambur – erinnert an einen Rosenstrauch
  3. Sunglo – die größten Blüten
  4. Mango — korallen-oranger Farbton der Blüten
  5. Hybride Creme — cremefarbene Blüten, in der Mitte dunkel, mit einem Durchmesser von über 4,5 cm.

Die Vorteile der gefüllten Portulak sind einfach nicht aufzuzählen. Es bleibt nur, mit dem Anbau zu beginnen!

Vermehrung

Am einfachsten lässt sich Portulak durch Samen vermehren. Sie sind sehr klein: etwa 12.000 Stück pro Gramm. Daher streut man sie im zeitigen Frühjahr direkt auf die schneefreie Erdoberfläche. Zum Schutz vor Frühlingsfrösten bedeckt man die Aussaat mit Folie. Für den Anbau von gefülltem Portulak in nördlicheren Breiten verwendet man die Setzlingsmethode, bei der die Samen im Februar in Töpfe ausgesät werden. Die Samen können mit Sand gemischt werden — im Verhältnis 1:4, um eine gleichmäßigere Verteilung und Keimung zu erreichen. Auf den Topf legt man Glas und stellt ihn an einen sonnigen Standort. Die Temperatur sollte mäßig sein, mindestens 17 °C. Unter normalen Bedingungen erscheinen die Keimlinge bereits nach einer Woche. Den Boden unter den zarten Keimlingen befeuchtet man am besten mit einem Zerstäuber. Allerdings sollte man Staunässe vermeiden. Um ein Vergeilen der Keimlinge zu vermeiden und die Pflanzen abzuhärten, sollte man nach dem Auflaufen die Raumtemperatur nachts senken. Die Keimlinge können pikiert werden, um ihnen mehr Platz zu geben. Die entfernten Pflanzen können sofort in einen Kasten mit Erde gesetzt werden, denn sie vertragen das Umpflanzen recht gut. An den endgültigen Standort können die Portulak-Setzlinge Ende April bis Mitte Mai gesetzt werden, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Wichtig ist ein optimaler Pflanzabstand von etwa 15 cm.

Sollte es vorkommen, dass die ersten Keimlinge eingehen, braucht man nicht zu verzweifeln: Man kann den Portulak auch später, sogar im Mai, aussäen, indem man den Boden mit Folie abdeckt. Die Keimlinge erscheinen sehr schnell. Etwa zwei Wochen nach der Keimung können die kleinen, an Bäumchen erinnernden Pflänzchen an ihren endgültigen Platz im Blumenbeet umgesetzt werden. Im Alter von etwa sechs Wochen erscheinen an den entwickelten Pflänzchen kräftige Knospen, und eine Woche später öffnen sie sich.

Eine sehr verbreitete Vermehrungsmethode für gefüllten Portulak ist es, einen Teil des Blütenteppichs im Beet auszugraben und an einen neuen Standort zu verpflanzen. Man kann auch Setzlinge dieser Pflanze kaufen, die ebenfalls problemlos anwachsen und für lange Zeit eine Zierde des gesamten Blumenbeets sein werden. Im nächsten Jahr erwartet die Gärtner eine Überraschung: Diese robusten Pflanzen säen sich im Laufe der Saison selbst aus und keimen im Frühjahr dicht. Keine Pflanze, sondern ein Glücksfall!

Siehe auch:
Gefüllte Kosmee – Anbau aus Samen und als Setzlinge

Pflege

Für ein normales Wachstum benötigt der Portulak einen festen Standort und nicht nur einen Platz für eine Saison. Der einzige wichtige Punkt bei der Pflege bleibt das Entfernen von Unkraut. Man kann die Keimlinge etwas ausdünnen, damit sie sich nicht gegenseitig bedrängen und der Portulak üppiger wächst.

Gefüllter Portulak: klein, aber oho!

Nach der Aussaat des Portulaks ist es wichtig, den Moment des Auflaufens nicht zu verpassen und die Keimlinge beim Lockern des Bodens nicht zu beschädigen. Da die ersten Keimlinge sehr winzig sind, kann man sie leicht übersehen und denken, die Pflanze sei nicht aufgegangen. In der Regel geht der Portulak jedoch trotzdem auf, und zwar sehr gleichmäßig. Allerdings benötigt er ausreichend Wärme und Sonne. Daher sollten Beete oder Balkone, auf denen der Portulak ausgesät werden soll, gut von der Sonne beschienen sein, denn er kann sich an einem schattigen Ort nicht voll entwickeln und blühen. Dabei werden seine Zweige dünn, ziehen sich in die Länge und werden unattraktiv. Die Bewässerung des Portulaks muss systematisch erfolgen. Dies ist besonders wichtig vor dem Auflaufen und in Trockenperioden. Bei zu viel Feuchtigkeit kann der Portulak jedoch faulen und ganz verschwinden. Was den Boden betrifft, so ist der gefüllte Portulak nahezu gleichgültig: Wo er gepflanzt wird, dort wächst er. Auf schweren, feuchten Böden entwickelt sich die Pflanze jedoch schwach. Zu stark mit Dünger angereicherte Böden führen zu üppigem Grün und schwacher Blüte. Daher ist der Portulak auf sandigen Böden mit vielen Steinen unterschiedlicher Größe unverzichtbar. Ein weiterer Pluspunkt des Portulaks ist seine Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten. Nur sehr selten kann die Pflanze vom Pilz Albugo portulaceae befallen werden, der auf den Blättern Flecken und deformierte Triebe verursacht. Befallene Stängel müssen entsorgt, die verbleibenden Pflanzen mit Kupfersulfat besprüht werden. Die Blüte des gefüllten Portulaks im Video:

Lesetipps

Wie richten Sie eine komfortable Grillzone ein?