Sympathien und Antipathien sind nicht nur Menschen eigen — genau solche Beziehungen entwickeln sich auch in unseren Gartenbeeten. Hier kann man sowohl gute Nachbarschaft als auch Feindseligkeit antreffen. Was sind die grundlegenden Gesetze des Zusammenlebens von Kulturpflanzen?
Am häufigsten entwickeln sich komplexe Beziehungen bei Gemüse. Das ist nicht verwunderlich, denn die meisten von ihnen stammen aus den Tropen und sind es gewohnt, Wärme, Feuchtigkeit und Nährstoffe allein zu erhalten.
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Mit welchem Nachbarn verträgt sich die Kartoffel nicht?
Ein besonders anschauliches Beispiel hierfür ist die Kartoffel. Sie ist nicht nur anfällig für die Kraut- und Knollenfäule, die von ihren nächsten Verwandten — Tomaten, Paprika und Auberginen — übertragen wird, sondern kann auch unter der Nachbarschaft mit anderen Pflanzen wie Kürbis und Sonnenblume leiden. Wenn neben der Kartoffel Kirsche oder Apfelbaum wachsen, ist mit einer guten Ernte nicht zu rechnen — diese Bäume hemmen ihr Wachstum.
Es gibt jedoch auch günstige Nachbarn. Zum Beispiel verträgt sich die Kartoffel gut mit Zwiebeln, Rüben, Salat, Kohl, und besonders — mit Hülsenfrüchten (Erbsen und Bohnen). Diese Pflanzen konkurrieren nicht um Nährstoffe, da sie diese aus verschiedenen Bodenschichten beziehen. Außerdem geben Zwiebeln und Dill duftende Substanzen ab, die Schädlinge abwehren, und die Wurzeln der Hülsenfrüchte reichern nach ihrem Absterben den Boden mit Stickstoff an, was der Kartoffel nur zugutekommt.
Vorsicht, Tomaten!
Was die Fruchtfolge betrifft, so sind die besten Vorfrüchte für verschiedene Kulturen wie folgt:
— Kohl und andere Kreuzblütler gedeihen am besten nach Kartoffeln, Tomaten, Gurken und Zwiebeln;
— Tomaten fühlen sich nach Gurken oder Hülsenfrüchten wohl;
— Gurken entwickeln sich gut an einem Ort, an dem zuvor Erbsen, Kartoffeln oder Tomaten wuchsen;
— Zwiebeln und Knoblauch sollten am besten nach Erbsen oder Gurken gepflanzt werden;
— Rüben wachsen gut nach Kürbisgewächsen, Tomaten, Zwiebeln oder Gurken;
— Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen) fühlen sich am wohlsten in Beeten, in denen zuvor Kohl, Gurken oder Zwiebeln wuchsen.
Und die Bäume?
Auch manche Bäume und andere Pflanzen haben einen starken Einfluss auf das Grundstück. So wirkt die Pappel negativ auf Kulturpflanzen, während der Holunder dagegen großen Nutzen bringt, wenn er an den Rändern des Grundstücks wächst. Abgesehen davon, dass er eine ausgezeichnete Bienenweide ist (aus seinen Blüten kann man sogar Honig ohne Bienen gewinnen), schützt der Holunder auch Beerensträucher vor Schädlingen wie der Maulwurfsgrille, dem Frostspanner und der Zünsler.
Wenn auf dem Grundstück Dill oder Koriander wachsen, ziehen sie viele nützliche Insekten an. Einige Korianderpflanzen in der Nähe von Kohl helfen, den Kohlweißling zu vertreiben. Phacelia — ist nicht nur eine ausgezeichnete Gründüngung, sondern auch eine hervorragende Bienenweide. Rainfarn, in der Nähe von Apfelbäumen gepflanzt, hilft, diese vor dem Apfelwickler zu schützen. Wermut ist ebenfalls nützlich: Seine Zweige wehren Motten ab, und Ringelblumen, die am Rand eines Erdbeerbeets gepflanzt werden, schützen die Pflanzen vor Nematoden.