Diese Blumen erscheinen zuerst auf dem noch kahlen, nicht mit Gras bedeckten Boden. Sie haben keine Angst vor Frost und Schnee. Aber bereits im Juni bleibt von ihrer ursprünglichen Schönheit keine Spur mehr übrig.
Es gibt etwa 100 Arten. Sie kommen in Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika vor. Sie sind sehr vielfältig – sowohl im Aussehen als auch in ihren ökologischen Vorlieben. Die meisten von ihnen sind im Klima des europäischen Russlands recht widerstandsfähig, aber Gärtner ziehen es vor, nur zwei oder drei Arten anzubauen.
Fritillarien blühen über einen sehr langen Zeitraum. Verschiedene Arten blühen nacheinander von Mitte April bis Ende Mai. Eine der ersten, die blüht, ist die Berg-Fritillarie, die letzte ist die Kamtschatka-Fritillarie. Ich möchte einige Arten nennen, die bei uns unverdient selten kultiviert werden.

Berg-Fritillarie
Dazu gehört die Gelbe Fritillarie (Fritillaria lutea). Es ist eine kaukasische Bergart mit großen gelben Blüten. Allerdings ist auch eine bemerkenswerte weißblühende Naturform bekannt, die in der Kultur völlig fehlt. Sie ist niedrig – nicht mehr als 10 cm. Sie vermehrt sich sowohl durch Tochterzwiebeln als auch durch Samen. Die Sämlinge blühen im 4. bis 5. Jahr. Eine hervorragende Pflanze für Steingärten. Sie blüht im Mai.
Großblütige Fritillarie (Fritillaria grandiflora) ist von ein bis zwei Fundorten in Transkaukasien bekannt. Die Stängelhöhe beträgt bis zu 30 cm. Sie sieht in Gruppen hervorragend aus, neben Gruppen anderer Fritillarien in Blumenbeeten und Rabatten. Sie ist recht frosthart. Sie mag keine Staunässe im Boden. Sie vermehrt sich sowohl durch Tochterzwiebeln als auch durch Samen. Blütezeit ist ebenfalls Mai.
Kamtschatka-Fritillarie (Fritillaria camschatcensis) stammt aus dem Fernen Osten und von der Westküste Nordamerikas, wo sie auf Wiesen, in lichten Wäldern und Tundren vorkommt. Ihre Blüten sind dunkel, fast schwarz, aber manchmal kommen auch gelbe vor. Sie liebt feuchte, nährstoffreiche Böden. Sie verträgt etwas Schatten. Sie vermehrt sich hauptsächlich durch Bulbillen und Zwiebelschuppen. Sie ist effektvoll in Farn-Orchideen-Kompositionen unter dem Blätterdach von Laubbäumen.

Kamtschatka-Fritillarie
Im Westen zählen auch die mittelasiatische Korolkowia Sewerzow (Korolkowia sewerzowii) zu den Schachblumen. Sie blüht normalerweise Mitte April. Ihre Blüten sind grünlich, braun oder gelb. Obwohl es eine südliche Pflanze ist, fühlt sie sich in schattigen Gebieten des Moskauer Umlands wohl und sät sich sogar selbst aus! Am besten kommt sie in Gruppenpflanzungen zur Geltung. Sie vermehrt sich kaum durch Tochterzwiebeln – nur durch Samen.
Pflanzen, die weithin unter dem altrussischen Namen 'Windröschen' bekannt sind, gehören zur Gattung Anemone (Anemone). Sie sind sehr vielfältig, und viele von ihnen wurden in eigenständige neue Gattungen abgespalten. Es gibt Arten, die im Frühling blühen, Arten, die im Sommer blühen, und Arten, die im Herbst blühen.
Buschwindröschen (Anemone nemorosa) – eine der beliebtesten unserer einheimischen Anemonen. In das Moskauer Umland gelangt sie meist aus den umliegenden Wäldern. Sie fühlt sich sowohl im Licht als auch im Halbschatten wohl. Bevorzugt nährstoffreiche, lockere Böden. Ideal für Mischbeete unter der Krone großer Bäume. Blüht von Anfang bis Mitte Mai. Hat viele Gartenformen und -sorten. Wird in der Züchtung verwendet. Vermehrt sich problemlos durch Teilung der verdickten Rhizome. Ihre alte gefülltblühende Sorte 'Vestal' blüht recht spät – von Ende Mai bis Mitte Juni.

Buschwindröschen
Narzissen-Anemone (Anemone narcissiflora) – sieht aufgrund der hohen doldenartigen Blütenstände sehr spezifisch aus. Die Blüten sind weiß, können aber auch rosa oder gelb sein. Blüht Ende Mai bis Anfang Juni. Ziemlich schattentolerant. Vermehrt sich ausschließlich durch Samen. Eine europäische Waldart, die zahlreiche verwandte Arten im Kaukasus, in Sibirien und im Fernen Osten hat.
Pflanzen der Gattung Hepatica werden auf Russisch Leberblümchen genannt. Es gibt weniger als zehn Arten dieser bemerkenswert dekorativen Pflanzen, aber ihr Verbreitungsgebiet ist riesig. Es umfasst fast die gesamte gemäßigte Zone der Nordhalbkugel. Die Pflanzen sind überwiegend Waldpflanzen. Sie gelten als eine der schattentolerantesten Blumenkulturen, obwohl sie sich auch an offenen Standorten wohlfühlen. Interessant ist, dass fast jede Art drei Hauptnaturformen hat: mit violetten, weißen und rosa Blüten. Dabei können die Blüten jeder Farbe sowohl einfach als auch gefüllt sein.
Edel-Leberblümchen (Hepatica nobilis) – eine europäische Art, die in Kultur am weitesten verbreitet ist. Blüht von Ende April bis zur ersten Maiwoche. Lässt sich hervorragend durch Teilung der Horste vermehren. Übrigens verschwinden die Blätter während der gesamten Saison nicht.

Edel-Leberblümchen
Die Gattung der Küchenschellen (Pulsatilla) ist recht artenreich. Allein in der GUS gibt es über 30 Arten. Sie wachsen in Wäldern, Steppen, Bergen und in der Tundra. Sie blühen im späten Frühjahr. Fast alle Arten sind sehr dekorativ und robust. Sie mögen keine Staunässe im Boden und keine Umpflanzungen mit freiliegenden Wurzeln. Sie lassen sich hervorragend durch Samen vermehren. Sie blühen in der Regel im 3.–4. Jahr nach der Aussaat. Ihre Samen sind lichtempfindlich, daher benötigen sie eine flache Ablage. Die Vielfalt der Blütenfarben der verschiedenen Arten ist beeindruckend. Sie können blau, violett, weiß, rosa, rot, gelb und bräunlich, fast schwarz sein.

Küchenschelle
Krim-Küchenschelle (Pulsatilla taurica) scheint wie geschaffen für Steingärten. Die Blüten sind fast immer violett. Mit der Zeit werden die Exemplare dieser Küchenschelle zu vielblütigen "Horsten". Im Alter von zehn Jahren kann die Anzahl der Blüten an einer Pflanze fünfzig erreichen. Sie ist robust, obwohl sie in Gärten noch selten ist.
Von den Zwiebelstauden der Gattung Erythronium (Hundszahn) kommen in Eurasien insgesamt nur 4 Arten vor. Die meisten Arten befinden sich in Nordamerika. Die Blütezeit ist April–Mai. Die Zwiebeln sind lang, bis zu 7 cm, und vertragen das Austrocknen überhaupt nicht; auch die Lagerung in feuchtem Substrat wird schlecht vertragen (sie faulen beim Versand oft, sogar in Moos). Europäische und asiatische Arten werden bei uns oft angebaut. In Gärten säen sie sich reichlich selbst aus.
Von den amerikanischen Erythronium-Arten wird allenfalls die Sorte Pagoda (Erythronium Pagoda) kultiviert, die nach Ansicht einiger ausländischer Botaniker eine natürliche Hybride sein soll. Sie vermehrt sich ausschließlich durch Tochterzwiebeln.

Erythronium Pagoda
Dotterblumen (Caltha) sind feuchtigkeitsliebende Pflanzen, die sowohl in Eurasien als auch in Nordamerika vorkommen. Sie bevorzugen offene Standorte mit nährstoffreichen, feuchten Böden. Sie blühen im Frühjahr oder Sommer. Sie vermehren sich durch Teilung der Horste und durch Samen. Sie blühen in der Regel im 3. Jahr nach der Aussaat.

Sumpfdotterblume
Zweiblütige Dotterblume (Caltha biflora) ist eine amerikanische Art, die in russischen Gärten völlig unbekannt ist. Ihre Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 3 cm und sind stets weiß. Die Pflanze ist sehr dekorativ und anspruchslos. Sie blüht Ende April bis Anfang Mai.