Im frühen Frühling stellen Rückfrost eine besondere Gefahr für Pflanzen dar. Nach mehreren warmen Tagen gehen die Pflanzen zu aktivem Wachstum über. In diesem Moment kann sogar eine kurzzeitige Temperatursenkung ernsthaften Schaden verursachen.
Inhaltsverzeichnis:
Arten von Frühlingsfrösten
In der agronomischen Praxis werden zwei Haupttypen von Frösten unterschieden.
Strahlungsfröste
Sie treten in klaren, windstillen Nächten auf. Der Boden und die Pflanzen verlieren intensiv die über den Tag angesammelte Wärme. Die Luft an der Erdoberfläche kühlt schneller ab als in der Höhe. In der Folge bildet sich eine sogenannte Temperaturinversionsschicht.
Solche Fröste sind am weitesten verbreitet und leichter zu schützen.
Advektionsfröste
Sie sind mit dem Zustrom kalter Luftmassen verbunden. Sie gehen mit Wind einher und können große Gebiete erfassen. Die Temperatur sinkt sowohl an der Bodenoberfläche als auch in der Höhe. Es ist deutlich schwieriger, Pflanzen vor solchen Kälteeinbrüchen zu schützen.
Schutz des Gartens
Für den Schutz des Gartens werden mehrere Methoden angewendet, deren Wirksamkeit bei ihrer gemeinsamen Nutzung steigt.
- Räuchern
Diese Methode ist seit langem bekannt und wird noch heute in kleineren Betrieben eingesetzt.
Sein Prinzip besteht in der Erzeugung einer Rauchwand, die die Wärmeabgabe des Bodens verringert und die Abkühlungsrate der Luft senkt.
Für das Räuchern werden im Voraus Haufen aus Stroh, nassem Gras, Mist, Torf und Sägespänen vorbereitet.
Das Material wird schichtweise aufgetragen. Der Haufen wird oben leicht mit Erde bedeckt, damit er nicht mit offener Flamme brennt, sondern langsam glüht.
Die Größe eines Räucherhaufens beträgt in der Regel:
• Höhe — etwa 50–70 cm,
• Breite — 1–1,5 m.
Solche Haufen werden etwa 1–2 Stunden vor Sonnenaufgang angezündet, wenn die Temperatur ihre Minimalwerte erreicht.
- Beregnung
In großen Gärten wird häufig die Beregnungsmethode angewendet. Sie basiert auf dem physikalischen Phänomen der Wärmefreisetzung beim Gefrieren von Wasser. Für die Anwendung dieser Methode ist jedoch ein spezielles Bewässerungssystem erforderlich.
- Abdeckung junger Bäume
Junge Setzlinge können zusätzlich mit Abdeckmaterialien geschützt werden:
- Agrofaser,
- Jute,
- dichtem Stoff.
Schutz von Beerenkulturen
Beerensträucher leiden ebenfalls oft unter Rückfrost. Als am empfindlichsten gelten Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren.
Zum Schutz von Erdbeeren wird eine Abdeckung mit Agrofaser verwendet. Das leichte Vliesmaterial kann die Temperatur im Beet um einige Grad erhöhen und die Blüten vor Schäden schützen.
Schutz von Gemüse
Gemüsepflanzen, insbesondere wärmeliebende, sind äußerst empfindlich gegenüber Temperaturabfall. Zu den anfälligsten gehören Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Bohnen und Melonengewächse. Selbst ein kurzfristiger Frost kann die Setzlinge vollständig vernichten.
Die zuverlässigste Methode zum Schutz von Gemüse — sind temporäre Abdeckungen. Dafür werden Bögen mit Folie, Vliesstoff und tragbare Minigewächshäuser verwendet.
Vliesstoffe sind gut luftdurchlässig und können die vom Boden tagsüber gespeicherte Wärme speichern. Selbst eine einzelne Schicht Vliesstoff kann die Lufttemperatur um die Pflanzen herum um 2—3°C erhöhen.
- Verwendung von Mulch
Das Mulchen des Bodens mit organischen Materialien (Stroh, Kompost, Humus) hilft, die Wärme in der oberen Bodenschicht zu halten. Dies ist besonders wichtig für Gemüse- und Beerenpflanzen.
- Bewässerung vor Frost
Abendliche Bewässerung kann das Schadensrisiko teilweise verringern. Feuchter Boden hat eine höhere Wärmekapazität und kühlt langsamer ab.
Außerdem erhöht die Verdunstung von Feuchtigkeit die Luftfeuchtigkeit, was ebenfalls die Abkühlungsintensität verringert.
Erholung
Wenn die Pflanzen dennoch geschädigt wurden, ist es wichtig, die Erholungsmaßnahmen richtig durchzuführen.
Zunächst werden Anti-Stress-Präparate und Wachstumsstimulatoren eingesetzt. Sie beschleunigen die Geweberegeneration und aktivieren die Bildung neuer Triebe. Außerdem werden Blattdüngungen, mäßiges Gießen und das Entfernen stark geschädigter Pflanzenteile durchgeführt.
Nicht selten kann auch bei erheblichen Schäden ein Teil der Ernte gerettet werden.
Übrigens
Frühlingsfröste können im Zeitraum von Ende März bis Mitte Mai auftreten, in nördlichen Regionen sogar später. Ihre Gefahr liegt nicht so sehr in der niedrigen Temperatur selbst, sondern in der Entwicklungsphase der Pflanzen. So können Gehölze im Winter Fröste unter —25°C überstehen, aber während der Blüte sind Schäden bereits bei —2°C möglich.