Juli — die Zeit für neue Aussaten, die im Spätherbst eine Ernte bescheren. Welche Kulturen jetzt gesät werden sollten und warum, erklärt Gärtnerin Swetlana Samoilowa.
Laut der Expertin ist Juli die ideale Zeit für die Aussaat von Daikon und Radieschen. Bei der frühen heißen Juni-Witterung kommt es zum Schossen – der Bildung von Blütentrieben, die den Geschmack der Wurzelgemüse beeinträchtigen. Daher ist es optimal, alles nach der Sommersonnenwende zu säen, wenn der Boden allmählich abkühlt, die Blüten weniger aktiv wachsen und der Tag bereits nicht mehr zu lang ist. Warmer Boden fördert das schnelle Keimen der Samen, und die kommenden kühlen Nächte begünstigen das Ausbilden der Wurzelgemüse. Man kann noch Rettich und Rüben säen, wenn man extrem frühe Sorten wählt. Es wird angenommen, dass die letzte Pflanzfrist der 15. Juli ist.
Daikon: Der Riesenrettich mit sanftem Charakter
Swetlana Samoilowa empfiehlt, Daikon vom 20. bis 25. Juli zu säen, wenn kein früher Herbst zu erwarten ist. Andernfalls sollte die Aussaat früher erfolgen, damit die Wurzelgemüse rechtzeitig reifen können. „Man kann auch später säen, aber die Ernte wird kleiner“, stellt die Expertin fest.
Für die Aussaat sollte man Sorten wählen, die resistenter gegen Schossen sind, wie zum Beispiel ‚Minowasi‘, ‚Dubinuschka‘, ‚Sascha‘. „Ich säe ausschließlich ‚Minowasi‘. Zusammen damit pflanze ich Margelanschen Rettich, manchmal auch Rüben“, erzählt die Gärtnerin. Dabei ist für das Wurzelgemüse eine tiefe Umgrabung wichtig, etwa auf 1,5–2 Spatenstiche. Je tiefer der lockere Boden, desto größer und länger wird der Daikon. Laut der Expertin sollten die Pflanzlöcher im Schachbrettmuster im Abstand von 30–40 cm gesetzt werden, um mehr Platz für die Entwicklung des Wurzelgemüses zu schaffen.
Eine reiche Ernte gewährleistet die richtige Pflege der Pflanze. Daikon benötigt Sonnenlicht sowie reichliches und häufiges Gießen, etwa einmal alle fünf Tage. Wassermangel führt zu bitterem Geschmack, unangenehmem Geruch und Brüchigkeit. Das Wurzelgemüse kann man mit Düngemitteln stärken. Der Hauptdünger ist Asche, die die Pflanzen nicht nur nährt, sondern auch vor Schädlingen schützt. Zunächst wird sie bei der Aussaat in den Boden eingebracht, und nach dem Erscheinen von 3–4 Blättern werden die Beete damit bestreut.
Daikon sollte bei trockenem Wetter vor dem ersten Frost geerntet werden. Die Wurzel wird aus der Erde gezogen oder bei tiefem Stand mit einem Spaten ausgegraben. Dann wird das Grün des Daikons genau an der Grenze zwischen Blättern und Wurzel abgeschnitten, damit die grünen 'Stummel' bei der Lagerung nicht austreiben. 'Ich halte den Daikon auf der verglasten Loggia in doppelten, leicht geöffneten Beuteln. Den ganzen Winter über – frische Vitamine auf dem Tisch', fügt Samoilowa hinzu.
Radieschen: schnelle Ernte ohne Bitterkeit
Für den Anbau wählt man am besten Hybriden oder Sorten, die resistent gegen Schießen und Hitze sind, wie 'Rampouschen', 'Gussar', 'Dabel', 'Dscholi'. Dann werden auf dem vorbereiteten Beet Furchen von 1–2 cm Tiefe gezogen. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von etwa 10–15 cm bestehen, zwischen den Samen 3–5 cm. Die Aussaat sollte mit lockerer Erde bedeckt und mit Torf oder Humus bestreut werden.
Während der Reifezeit der Radieschen sind bestimmte Pflegeregeln zu beachten. Die Wurzel benötigt regelmäßiges Gießen, da das Austrocknen des Bodens den bitteren Geschmack und die Härte verstärkt. Außerdem, so der Experte, 'dürfen Radieschen der späten Herbstreife, einschließlich der Sorten 'Krasny Welikan', 'Ledjanaja Sosulka', im Gegensatz zum Daikon nicht mit Asche gedüngt werden, damit sie nicht ins Kraut schießen'.
Bei Radieschen müssen die Erntezeiten strikt eingehalten werden. Unreife Früchte sind klein und geschmacklich unausdrucksstark, überreife hingegen leicht rissig und zu bitter. Eine reife Wurzel zeichnet sich durch Festigkeit, hellgrünes Laub und eine große Größe aus. Die Merkmale variieren je nach Sorte. Am frühen Morgen oder am Abend enthalten Radieschen die maximale Feuchtigkeit, was sich positiv auf die Haltbarkeit auswirkt. Die Ernte sollte genau zu diesen Zeiten erfolgen.
Das Wurzelgemüse mit abgeschnittenen Blättern ist im Kühlschrank in Plastiktüten lange haltbar. Allerdings wird seine Textur mit der Zeit schwammig, daher sollte das Gemüse so früh wie möglich zubereitet oder gegessen werden.