Das Austrocknen an den Rändern und die Vergilbung von Blättern bei Garten-, Gemüse- und Zierpflanzen haben im Grunde dieselbe Ursache. Unabhängig von der Art lässt sich dieses Phänomen mit ähnlichen Methoden bekämpfen. Welche sind das genau?
Antwortet Agronomin Jelena Gorbunowa:
— Viele, sogar Fachleute, nennen als Ursachen für die Vergilbung und das Austrocknen der Blattränder (fachsprachlich: Randnekrose) trockene Luft und Feuchtigkeitsmangel. Das ist völlig falsch. Denn das Austrocknen wird auch in Gewächshäusern beobachtet, wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist, und bei reichlichem Gießen. Im letzteren Fall kann eine Erhöhung der Bewässerungsmenge die Pflanze schlichtweg töten.
Tatsächlich ist die Hauptursache in den meisten Fällen — ein Nährstoffungleichgewicht. Dabei ist meist eine Verschiebung zugunsten von Kalzium und Phosphor schuld: Die Pflanze hat zu viel davon erhalten.
Eine weitere häufige Ursache — Überhitzung. Übermäßige Hitze, insbesondere über einen längeren Zeitraum, kann durchaus ein solches Austrocknen verursachen, und in diesem Fall ist vermehrtes Gießen angebracht.
Die dritte Ursache — übermäßige Bodenverdichtung. Das heißt, der Boden ist festgetreten und benötigt Lockerung sowie die Zugabe auflockernder Elemente: Sand, Torf, Kompost.
Die vierte Ursache — es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Wurzelsystem der Pflanze beschädigt ist und es die Pflanze daher nicht ausreichend versorgt. Wenn das der Fall ist, benötigt die Pflanze eine Behandlung mit Wurzelbildungsstimulatoren, um die Verluste auszugleichen.