Wie und wann veredelt man einen Birnbaum?

Eine beträchtliche Anzahl von Hobbygärtnern glaubt, dass die Veredelung von Obstbäumen — die Domäne von Supereingeweihten ist, von Gärtnern mit langjähriger Erfahrung, die tief in das Thema eingetaucht sind, und für einfache Sterbliche völlig unerreichbar. In Wirklichkeit verhält es sich etwas anders. Ja, die Veredelung ist eine verantwortungsvolle Angelegenheit, aber was die Eingeweihtheit und Erfahrung betrifft… Jeder kann sie durchführen. Sogar ein absoluter Anfänger. Eine Frage der Übung und der ruhigen Hand. Wie sieht es zum Beispiel in dieser Hinsicht mit dem Birnbaum aus?

Antwortet Agronom Peter Sinkowski:

— Die Birne kann von Ende April bis Ende Juli veredelt werden. Das ist der Zeitraum, in dem die Wahrscheinlichkeit, dass die Veredelung gut anwächst und mit der Zeit das gewünschte Ergebnis liefert, am höchsten ist. Zu allen anderen Zeiten sinkt diese Wahrscheinlichkeit.

Es gibt noch einen Punkt. Die Methode der Veredelung hängt auch von der Zeit ab. So wird beispielsweise für Mai-Juni die Veredelung hinter die Rinde den größten Erfolg bringen. Besonders wenn die Veredelung auf einen Wildling durchgeführt wird.

Nur für den Fall erinnere ich an die grundlegenden Begriffe. Der Edelreis — ein Pflanzenteil (Ast, Steckling), der von der Mutterpflanze abgeschnitten wird. Die Unterlage — das ist der Baum, auf den das Edelreis aufgepfropft wird. Für die Birne sind optimale Unterlagen die bereits erwähnte Wildbirne, sowie Kirschpflaume, Quitte, Weißdorn, Felsenbirne, Eberesche und Apfelbaum.

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Die Veredelung hinter die Rinde — die einfachste Methode, die praktisch jedem zugänglich ist. Aber wie die anderen erfordert auch sie Aufmerksamkeit und punktgenaue Ausführung. Schrittweise sieht die Veredelung hinter die Rinde so aus.

Zuerst kürzen Sie die Unterlage auf 1 Meter, entfernen Sie alle unterhalb der Veredelungsstelle liegenden Äste und reinigen Sie die Rinde darauf. Dann werden auf der gereinigten Stelle ein Paar Einschnitte von 5-6 cm Länge gemacht. Mit einem scharf geschliffenen und in einer dunklen Kaliumpermanganatlösung desinfizierten Messer trennen Sie an der Stelle der Einschnitte die Rinde vom Stamm, so dass eine Art Tasche entsteht.

Nehmen Sie den Steckling (er muss mindestens 10, aber nicht mehr als 15 cm lang sein, mit kräftigen, gesunden Knospen) und machen Sie an seinem unteren Ende einen schrägen Schnitt. Stecken Sie ihn in die zuvor geformte Tasche. Fertig. Es bleibt nur noch, die Veredelungsstelle mit Baumwachs zu bestreichen (nehmen Sie die einfache, klassische Variante ohne Zusätze) und fest mit Isolierband zu umwickeln. Nach etwa drei Wochen wird deutlich — ob die Veredelung angewachsen ist oder nicht. Wenn die Knospen aufgehen, die Blätter zu wachsen beginnen, dann ist alles in Ordnung. Wenn nicht, kann man die Veredelung wiederholen.

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