«Dies sind die beiden wichtigsten Sortentypen, die praktisch 90 % des gesamten Marktes ausmachen. Die Nantaiser — eine schmackhafte, saftige, lange Möhre mit kleinem Kern und stumpfem Ende — dies ist der weltweit übliche Sortentyp. Zu dieser Gruppe gehören Dutzende, wenn nicht Hunderte von Sorten aus aller Welt: sowohl niederländische als auch russische, deutsche und so weiter. Diese Sorten werden sowohl mit eigenen Namen als auch einfach mit den Namen des Sortentyps mit einer Nummer bezeichnet. Die beliebtesten aus der Gruppe sind die deutsche Rote Riesen und Samson», — erzählte Tumanow.
Die zweitbeliebteste, die Chantenay-Möhre — eine lange Möhre von kegelförmiger Gestalt. Die bekanntesten Sorten aus der Gruppe sind «Abaco» und «Abledo». Laut Tumanow sollte der Hobbygärtner nicht nach bestimmten Sorten suchen, sondern kann beliebiges Saatgut dieser Sortentypen nehmen.
«Der Hobbygärtner wird die verschiedenen Sorten innerhalb der Gruppen höchstwahrscheinlich weder geschmacklich noch farblich voneinander unterscheiden können. Diese Einteilung ist eher für professionelle Landwirte wichtig, die bestimmte Sorten kaufen, um bestimmten Standards zu entsprechen», — erklärte der Experte.
Ein weiterer bei russischen Gärtnern beliebter Möhren-Sortentyp ist «Pariser Karotte». Es ist eine kleine und fast runde, frühreife Möhre, die nur wenig länger als Radieschen braucht.
«Man kann sie praktisch in jedem Stadium ernten, selbst wenn sie nur so groß wie ein Fingerhut ist. Schon in diesem Alter ist sie süß, saftig und aromatisch. Deshalb mögen Kinder sie sehr, und wenn Sie welche haben, wäre es einfach eine Sünde, kein „Karöttchen“ zu pflanzen. Denn das sind praktisch frühe und leckere Süßigkeiten direkt aus dem Beet, statt dieser endlosen Bonbons und Lutscher. Das ist die Möhre, die angebaut wird, um sie zu essen und zu genießen», — erzählte Tumanow. Laut dem Experten gibt es auch viele Sorten der «Pariser Karotte», und viele Firmen nennen sie anders: «Kolokoltschiki», «Bubentschiki», «Poljarnaja Kljukwa».
Möhren haben wie andere Gemüsesorten sowohl frühreife Sorten, die in 70 bis 90 Tagen reifen, als auch spätreife Sorten, deren Wachstum mehr als 100 Tage dauert. Wenn man also Möhren zum Lagern anbauen möchte, um sie im Winter zu essen, sollte man besser auf die letztere Variante achten. Dabei empfahl Andrei Tumanow, Möhren mit unterschiedlichen Reifezeiten gestaffelt zu pflanzen, und zwar nicht nur, um eine gleichmäßige Ernte zu gewährleisten, sondern auch als Schutz vor der «Möhrenfliege».
«In Russland leidet die Karotte derzeit sehr unter der sogenannten Möhrenfliege (Chamaepsila rosae), die dort ihre Eier ablegt, wodurch die Karotte anfängt zu „wurmen“, fault und generell nicht lagerfähig ist. Diese Fliege hat eine bestimmte, aber völlig unvorhersehbare Flugzeit. Wenn man Karotten zu verschiedenen Zeitpunkten pflanzt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass nicht die gesamte Ernte, sondern nur ein Teil von den Insekten betroffen ist. Oder man kann das Beet mit einem leichten Abdeckvlies, wie Lutrasil, abdecken. Wasser und Luft dringen hindurch, aber der Schädling kann nicht hindurchfliegen. Diese Schutzmethode ist etwas kostspielig, da man sowohl das Material als auch die Bögen kaufen muss, aber dafür ist sie am zuverlässigsten», — empfiehlt Tumanow.
Außerdem empfahl der Experte, aus Neugier nicht nur auf die «rote» Karotte zu achten, sondern auch auf andere Farben. Der Geschmack von Karotten anderer Farben unterscheidet sich von dem, den wir gewohnt sind. Heute kann man Samen von Karotten in natürlichen «Naturfarben», also gelb, sowie weiß, rot, rosa, violett und fast schwarz finden. So kann man Gäste überraschen, indem man bunte Karotten auf den Tisch bringt. Man kann auch selbst ein «Lotto» spielen: Die Händler verkaufen gemischte Samentütchen mit Karotten in verschiedenen Farben. Pflanzt man solche Samen, sorgt man für eine sommerlange Spannung und rätselt, welche Farbe die Ernte haben wird.