Aus dem Halbdunkel ans Licht. Das Entfernen der Abdeckungen ist ein wichtiger Moment in der Frühjahrspflege des Gartens
Die Landschaftsarchitektin Irina Roschdestwenskaja berichtet.
Das Entfernen der Abdeckungen — ein verantwortungsvoller Moment in der Frühjahrspflege des Gartens. Man darf sich nicht beeilen, aber es ist auch gefährlich, damit zu zögern. Wir erfahren, wie man den optimalen Zeitpunkt wählt.
Der Zeitpunkt für das Entfernen ist kein Kalenderdatum, sondern stets der Zustand des Bodens und des Wetters. Als Orientierung dienen das Auftauen der obersten Erdschicht und der Beginn des Wachstums von Zwiebelpflanzen — das ist das Signal, dass die Abdeckungen entfernt werden sollten. Die Hauptaufgabe im Frühjahr ist nicht der Schutz der Pflanzen vor Kälte, sondern die Vermeidung von Überhitzung, Staunässe und Luftmangel unter der Abdeckung.
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Rosen
Bei Rosen gilt das gleiche Prinzip. Das Hauptrisiko für sie ist nicht Frost, sondern Überhitzung und fehlende Belüftung unter der Abdeckung. Im Frühjahr werden die Abdeckungen schrittweise entfernt: Zuerst wird gelüftet, dann teilweise geöffnet und erst danach vollständig abgenommen. Ein plötzliches Öffnen an einem warmen, sonnigen Tag kann zu Verbrennungen und Stress führen. Die optimale Temperatur liegt tagsüber bei etwa +5…+8 °C.
Heidelbeeren
Bei Heidelbeeren ist die Situation ähnlich: Wiederholte Abdeckungen bei Spätfrösten bringen in der Regel keinen Erfolg. Wenn die Pflanze bereits in die Blütephase eingetreten ist, schützt die Abdeckung die Knospen nicht vor Frost, schafft aber Bedingungen für Überhitzung und die Entwicklung von Krankheiten.
Hortensien
Bei Hortensien liegt das Hauptaugenmerk auf dem Wurzelsystem: Eine Mulchschicht von 20–30 Zentimetern bleibt erhalten, bis sich der Boden erwärmt hat, und wird schrittweise entfernt. Die erste Belüftung sollte bei einer Temperatur von +5…+7 °C erfolgen, die vollständige Öffnung, wenn das Thermometer dauerhaft bei +8…+10 °C steht.
Weinreben
Weinreben werden später als die meisten Gartenkulturen aus der Abdeckung befreit: Man darf sich nicht beeilen — man muss warten, bis die nächtlichen Spätfröste endgültig vorbei sind und sich stabil warmes Wetter eingestellt hat. Erst danach kann mit der schrittweisen Entfernung des Schutzes begonnen werden: Zuerst wird bei 0…+5 °C gelüftet, dann teilweise bei +5…+8 °C geöffnet und die Abdeckung erst bei einer stabilen Temperatur von über +10 °C vollständig entfernt.
Azaleen und Rhododendren
Bei diesen Ziersträuchern ist es wichtig zu verstehen, dass der Schutz weniger vor Kälte als vielmehr vor äußeren Einflüssen benötigt wird. Die meisten Sorten halten problemlos Fröste bis zu —30°C aus, vertragen aber Temperaturschwankungen, grelles Sonnenlicht und mechanische Belastungen durch Schnee und Eis nur schlecht. Daher werden Gestellabdeckungen (Bögen oder Pyramiden) verwendet, ohne die Pflanze an den Boden zu drücken, und mit einem obligatorischen Spalt unten von mindestens 10 cm zur Belüftung. Dichte Abdeckungen ohne Luftzufuhr führen zum Verfaulen. Als optimales Material bleibt mitteldichte Sackleinen: sie lässt Luft durch, überhitzt die Knospen nicht und provoziert kein vorzeitiges Erwachen. Bei Erwärmung müssen solche Abdeckungen geöffnet werden, sonst entsteht im Inneren schnell ein Treibhauseffekt. Generell neigen immergrüne Kulturen zum Verfaulen, und das muss berücksichtigt werden.
Nadelgehölze
Fast alle Nadelgehölze benötigen im Frühjahr Schutz vor der Sonne. Besonders betrifft dies junge Thuja an offenen Standorten. Es wird eine leichte Beschattung verwendet — Stoff oder Planen. Das Problem dabei ist, dass die Nadeln aktiv Feuchtigkeit verdunsten, die Wurzeln im gefrorenen Boden diese jedoch nicht nachliefern können, was zu Verbrennungen führt.
Erdbeere
Die Erdbeere ist eine immergrüne, mehrjährige krautige Pflanze, die in den meisten Fällen keinen Schutz benötigt. Sie kann zwar unter Frost leiden: Die Blätter erfrieren, aber das ist nicht kritisch. Normalerweise reicht ihr eine Schneedecke. Ein leichtes Abdecken, z. B. mit Sägemehl oder schwarzem Lutrasil, ist zulässig, aber im Frühjahr muss es unbedingt entfernt werden. Unter Lutrasil bilden sich häufig Ameisenhaufen, und Sägemehl versauert mit der Zeit den Boden. Dabei fault die Erdbeere schnell, wenn sie zu lange unter der Abdeckung bleibt, daher ist es besonders wichtig, es nicht zu übertreiben: Es ist besser, die Pflanzen an den Boden zu drücken und den Schnee sie schützen zu lassen, als sie einzuwickeln.
Nützlicher Merkzettel
Um zu beurteilen, ob der Boden für die Entfernung der Abdeckungen bereit ist, verwenden Sie einen einfachen Test: Stecken Sie einen dünnen Metallstab in den Wurzelbereich. Wenn er mühelos bis zu einer Tiefe von 20–25 Zentimetern eindringt — ist dies ein Zeichen dafür, dass das Wurzelsystem Zugang zu Feuchtigkeit erhalten hat und voll arbeiten kann.
Der Schlüsselfaktor für den Beginn der Arbeiten ist die Stabilität der Wetterbedingungen. Optimales Temperaturregime:
- tagsüber +5…+10°C;
- nachts nicht unter —5°C.
Die Dauer eines solchen Zeitraums sollte mindestens eine Woche betragen.
Die besten Bedingungen für die Entfernung der Abdeckungen sind ein bewölkter, windstiller Tag. Dies hilft, die Stressbelastung für die Pflanzen zu reduzieren.
Studieren Sie vor Beginn des Verfahrens unbedingt die Wettervorhersage für 7–10 Tage im Voraus. Wenn die Gefahr einer Abkühlung besteht — sehen Sie die Möglichkeit vor, die Pflanzen schnell mit einem leichten Material abzudecken.
Gehen Sie nicht sofort zur vollständigen Öffnung der Sträucher über, sondern beginnen Sie mit einer schrittweisen Belüftung. Dies ermöglicht den Pflanzen, sich allmählich an die neuen Bedingungen anzupassen.
Es ist besonders wichtig, die Vorbereitung auf den Winter zu beachten: Pflanzen sollten erst nach einer ausrottenden Behandlung unter eine Abdeckung gebracht werden, da sonst im Frühjahr unter der Abdeckung günstige Bedingungen für die Entwicklung von Pilz- und Bakterienkrankheiten entstehen.