Bei der Lagerung können Kartoffelknollen an verschiedensten Krankheiten erkranken. Allerdings sind die Möglichkeiten zu deren Bekämpfung — sehr begrenzt. Warum das so ist und wie man zukünftige Probleme vermeidet — darüber klären wir mit einem Experten auf.
Der Agronom antwortet:
— Im Lager kann Ihre Kartoffel jetzt von Phytophthora. Das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass Sie sie vor der Einlagerung nicht ausreichend getrocknet haben und die Lagerungsbedingungen die Situation verschlimmert haben.
Fusarium-Trockenfäule — ein Zeichen dafür, dass die Knollen vor der Einlagerung nicht gut gereinigt wurden, da diese Krankheit über den Boden übertragen wird, insbesondere bei Feuchtigkeit.
Auch Schwarzschorf ist möglich. Der Hauptgrund für sein Auftreten — die Ernte wurde zu spät oder bei feuchtem und kaltem Wetter durchgeführt. Allerdings befällt er nur einzelne Knollen und wird nicht von einer auf die andere übertragen. Für Speisekartoffeln ist er praktisch unschädlich, für Saatkartoffeln jedoch schon: Gepflanzt kann eine solche Knolle die gesamte Plantage infizieren.
Nassfäule — eine Folge grober Verstöße gegen die Lagerungsvorschriften (zu hohe Raumtemperatur, Feuchtigkeit, schlechte Belüftung) oder der Einlagerung von Knollen mit mechanischen Beschädigungen.
Gewöhnlicher Schorf. An sich beeinträchtigt er nur das Aussehen der Knolle, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen, aber die Hauptgefahr besteht darin, dass er die Knollen anfällig für fast alle schädlichen Bakterien und Pilze macht und die Immunität schwächt. Die Krankheit tritt bei Knollen auf, die vor der Einlagerung an einen festen Platz im Lager nicht 10–14 Tage an einem trockenen, dunklen Ort ruhen durften.
Gegen all diese Krankheiten kann man derzeit nur durch Aussortieren der befallenen Kartoffeln und Aufrechterhaltung eines optimalen Mikroklimas im Lager vorgehen: Die Lufttemperatur sollte +3 °C nicht überschreiten und die Luftfeuchtigkeit — 80 %. Eine Behandlung mit Präparaten ist zwecklos. Die Vermeidung der oben genannten Fehler bei der Ernte und Einlagerung garantiert jedoch nahezu, dass die Ernte bis zum Frühjahr ohne Krankheiten bleibt.