Seit ich denken kann, habe ich noch nie einen Garten ohne Tomaten gesehen. Es ist verständlich: Tomaten sind, ohne Übertreibung, — die wahren Könige des Gartens und die Lieblinge auf unseren Esstischen. Und wie es sich für königliche Persönlichkeiten gehört, verlangen sie nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein anständiges Territorium.
Tomaten breiten sich bereitwillig im Beet aus und verdrängen bescheidene Verwandte wie Karotten oder Rüben an den Rand.
Aber eines Tages fragte ich mich: Kann man den Raum unter den Tomaten nicht sinnvoller nutzen? Und es stellte sich heraus — ja, das geht. Und das mit großem Nutzen.
Das Erste, was ich ausprobierte, — ich pflanzte Frühlingszwiebeln direkt ins Tomatenbeet. Zwiebeln wachsen schnell, und wenn es Zeit ist, die Tomatensetzlinge ins Freiland zu setzen, «sprießen» die grünen Federn bereits kräftig.
Ich pflanzte die Tomaten zwischen die Zwiebelreihen — und es stellte sich heraus, dass die Zwiebeln die zarten Setzlinge perfekt beschatten, während sie anwachsen. Wenn die Tomaten dann zu wuchern beginnen, ernte ich die Zwiebeln vorsichtig — sie haben dann genau die richtige Größe. Manchmal lasse ich einen Teil stehen — sie können ruhig zu Zwiebeln heranwachsen, die Tomaten stören sie nicht mehr.
Nach den Zwiebeln setzte ich Grünzeug dazu — Salat, Spinat, Mangold. Wichtig ist nur, rechtzeitig die unteren Blätter und Seitentriebe der Tomaten zu entfernen, damit sie die jüngeren Nachbarn nicht beschatten. Und so entsteht eine tolle Gemeinschaft: Das Grünzeug reift, und die Tomaten wachsen.
Dann kam mir die Idee, Senf unter den Tomaten zu säen. Und wissen Sie, das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Die Senfblätter — zart und saftig, und sie können auch in Salaten verwendet werden. Aber das Wichtigste — Senf schützt den Boden vor Pilzen und vertreibt Schädlinge wie Drahtwürmer. Und zusätzlich wirkt er als Gründünger, der den Boden anreichert.
Mit der Zeit ging ich noch weiter. Ich beschloss, in der unteren Etage der hochwüchsigen Tomaten Wassermelonenranken wachsen zu lassen. Ja, ja, unter den Tomaten wachsen jetzt bei mir Wassermelonen! Während die Tomaten in die Höhe schießen, breiten die Wassermelonen ihre breiten Blätter dicht an den Wurzeln aus und beschatten den Boden. Das erwies sich als wahre Rettung: Der Boden überhitzt weniger, die Feuchtigkeit bleibt länger erhalten, Unkraut kommt kaum durch. Die Ernte ist am Ende erfreulich — sowohl die Tomaten- als auch die Wassermelonenernte.
Und damit der Garten richtig schön aussieht, habe ich zwischen die Tomaten Tagetes gesetzt. Sie erfreuen nicht nur das Auge mit ihren orangefarbenen Köpfchen, sondern vertreiben auch Schädlinge und helfen den Tomaten, gesund zu bleiben. Man kann sie zwischen den Tomatenreihen als Gründünger aussäen.
Man sollte meinen, was wäre einfacher, als solche «zweistöckigen» Pflanzungen im Beet anzulegen. Aber nicht jeder traut sich. Manche zweifeln, manche fürchten eine zu dichte Bepflanzung. Zu Unrecht! Bei guter Bewässerung und vernünftiger Anbautechnik ist das Ergebnis alle Mühen wert. Die Hauptsache — darauf zu achten, dass alle Bewohner des Beetes genügend Feuchtigkeit haben. Überschüssiges Grün kann man immer ausdünnen und dann als Mulch oder Tierfutter verwenden.
Also haben Sie keine Angst zu experimentieren — der Garten begrüßt das!