Lagerung von Weinstecklingen

Die im Herbst vorbereiteten Stecklinge müssen bis zum Frühjahr richtig gelagert werden. Für die Lagerung großer Mengen von Weinstecklingen verwendet man Keller oder Gräben. Bei der Lagerung sollte die Raumtemperatur 0…+4 Grad betragen, und es sollte eine konstante Luftfeuchtigkeit von etwa 60 % eingehalten werden.

Wenn die Luftfeuchtigkeit über dem Normalwert liegt, kann sich Schimmel bilden. Daher sollte der Raum vor dem Einlagern der Stecklinge desinfiziert und mit Lüftungskanälen versehen werden, um überschüssige Feuchtigkeit abzuleiten und die Temperatur zu regulieren.

Vor dem Einlagern in den Keller sind die Stecklinge vorzubereiten. Dazu taucht man sie in eine 5%ige Lösung aus Wasser und Eisenvitriol, diese Methode verhindert Schimmelbildung. Danach müssen sie von der Lösung getrocknet werden, und dann können sie eingelagert werden.

Bei einer geringen Anzahl von Stecklingen können diese in eine Kiste oder einen anderen Behälter mit hohem Rand gestellt werden. Ein wichtiges Merkmal dieser Lagerung ist das Bestreuen der Stecklingsreihen mit einer Schicht feuchten Sandes von etwa 4 Zentimetern Dicke; die untere Schicht am Boden des Behälters sollte etwa 10 Zentimeter betragen.

Bei der Winterlagerung muss der Zustand der Stecklinge ständig überwacht werden. Wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht ausreicht, sollte der Sand befeuchtet werden. Bei übermäßiger Feuchtigkeit kann sich auf den Stecklingen Pilz oder Schimmel bilden; in diesem Fall muss der Raum gelüftet werden.

Mitte des Winters wird die Qualität des Pflanzguts überprüft, die Stecklinge werden begutachtet und umgelegt. Mit Beginn des Winters sollte regelmäßig die Lufttemperatur im Keller kontrolliert werden. Bei einem Anstieg der Lufttemperatur über das erforderliche Maß können die Knospen vorzeitig austreiben, was äußerst unerwünscht ist.

Siehe auch:
Weinrebe Lydia

Zu Beginn des Frühlings sollte eine Prüfung der Knospen auf ihre Tauglichkeit durchgeführt werden. Dazu entnimmt man aus jedem Bündel eine Knospe und legt sie in feuchte Sägespäne oder in Wasser von Raumtemperatur. Nach ein paar Tagen sollten die Knospen mit Saft gefüllt sein und ihren Lebenszyklus beginnen.

Wenn eine Lagerung der Weinstecklinge im Keller nicht möglich ist, kann man zu diesem Zweck einen Graben anlegen. Der Graben sollte einen Meter tief sein, die Breite sollte der Höhe des Stecklings plus 5 Zentimeter entsprechen. Anschließend wird der Graben mit Kalklösung desinfiziert und auf den Boden eine 10-15 Zentimeter dicke Sandschicht gelegt.

Die Stecklinge werden genauso behandelt wie beim Einlagern in den Keller, danach werden sie in horizontaler Lage schichtweise eingelegt, wobei die Schichten mit Sand bestreut werden. Beim Einlagern mehrerer Sorten werden diese markiert. Die letzte, oberste Schicht der Weinstecklinge sollte sich in einer Tiefe von 25 Zentimetern unter der Erdoberfläche befinden; darüber wird ein kleiner Hügel von etwa 30 Zentimetern Höhe aufgeschüttet.

Bei einer geringen Anzahl von Stecklingen können diese wie oben beschrieben behandelt und in einem Eimer mit feuchtem Sand gelagert werden. Manche Gärtner lagern Stecklinge in einem Eimer mit Wasser, und selbst wenn ihre Enden zu faulen beginnen, können sie durch einen Schnitt aufgefrischt werden.

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