Die Rebe schläft ein. Wie und wann Sie Weinreben schneiden und für den Winter abdecken.

Gerade jetzt, in diesen kurzen Tagen zwischen Herbst und Winter, kommt der Moment der Wahrheit: Zeit, die Weinreben für den Winterschlaf vorzubereiten. Ein Korrespondent sprach zu diesem Thema mit dem bekannten kubanischen Agronomen Nikolai Kurdyumow.

Der Moment, den Sie nicht verpassen sollten

Laut Nikolai Iwanowitsch gibt es sowohl für den Schnitt als auch für das Abdecken einen präzisen, fast feinmechanischen Moment. Wenn Sie ihn treffen – maximale Chancen auf eine erfolgreiche Überwinterung.

Diesen Moment sucht man nicht im Kalender, er wird von der Pflanze selbst vorgegeben. Sie durchläuft ihre Phasen – vom Erwachen im Frühling bis zum Herbstschlaf. Und hier ist der wichtigste Anhaltspunkt: wenn nach den ersten Frösten –6…–8 °C drei bis vier Tage vergangen sind.

«Genau dann, — sagt der Agronom, — an einem trockenen, sonnigen Tag, gegen Mittag, kann man getrost zur Gartenschere greifen. Gleich nach dem Schnitt die Sträucher abdecken.» Der Unterschied im Klima unseres Landes ist enorm, aber die phänologische Phase ist ein und dieselbe: Der Strauch ist eingeschlafen und bereit für die Überwinterung.

Warum Sie den Weinschnitt nicht früher durchführen sollten

Bis zum vollständigen Laubfall ist die Rebe noch nicht ausgereift. Solange es warm ist, bleibt das Holz weich und ungehärtet. Und erst die ersten Fröste geben ihr einen «Knacks» — die eigentliche natürliche Härtung. Danach werden die Knospen widerstandsfähiger und ertragen die Kälte um einige Grad besser.

«Das ist wie ein Dampfbad für den Menschen, — sagt der Experte. — Nach dem Frost wird die Rebe gleichsam stärker, wird zu einer richtigen.»

Wie Sie die Weinreben richtig abdecken

Die Hauptbedingung ist ein trockener, sonniger Tag. Nach dem Mittag trocknet der Boden etwas ab und man kann den Strauch vorsichtig an den Boden drücken. Dieser schützt die Reben vor Krankheiten, die während der winterlichen Tauwetterperioden erwachen.

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Unter jede Rebe legt man kleine Bretter oder Leisten — damit sie nicht die feuchte Erde berührt. Und vergessen Sie nicht die Granulate gegen Mäuse: In einem hungrigen Winter können die Nager über Nacht alle Knospen abnagen.

Wie viel zurückschneiden?

Es gibt eine einfache Regel: Lassen Sie 25–30 % Reserveknospen stehen. Im Frühling, wenn schwache Triebe erscheinen, werden sie einfach entfernt — und die Belastung des Strauchs ist ideal.

Kubanische Methode

«Im Kuban decke ich meine Weinreben mit folienkaschierter Isolierung ab, indem ich sie einfach mit Steinen beschwere. Mehr ist nicht nötig, — berichtet der Winzer. — Dieses Material wirkt wie eine Thermoskanne: Im Winter schützt es vor Frost, im Frühling vor Hitze und Tauwetter.»

Das Beispiel der letzten Saison ist bezeichnend. Ende Februar war fast Frühling: +18…+22 °C, alles erwachte (das gleiche Wetter gab es letztes Jahr sogar im Moskauer Umland – ein Beispiel der Redaktion). Im März jedoch schlug Frost bis –7 °C zu. Das Ergebnis: Die nicht abgedeckten großfruchtigen Sorten erforen fast bis zum Ansatz. Diejenigen unter der Isolierung überstanden es ohne Verluste: Der umliegende Boden blieb kalt, und die Reben kamen nicht zu früh aus der Winterruhe.

«Die widerstandsfähigeren Rebsorten wurden stark zurückgeworfen, verloren einen Teil ihrer Triebe und trieben im Frühling dafür umso mehr aus. Ich ließ sie frei nachwachsen – sie sollen Blattmasse ansetzen», — berichtet der Experte.

Die Weinrebe ist eine erstaunlich widerstandsfähige Pflanze. Aber sie liebt Präzision: sowohl beim Schnitt als auch beim Abdecken.

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