Der Weinbau in gemäßigten und nördlichen Breiten ist an sich — keine einfache Aufgabe. Selbst unter Berücksichtigung, dass den Hobbygärtnern heute viele Sorten zur Verfügung stehen, die durchaus an härtere Bedingungen angepasst sind, als es der schmackhafte Südländer gewohnt ist. Und gerade jetzt beginnt einer der kritischen Momente, in dem die Weinrebe einem erhöhten Risiko verschiedener Krankheiten ausgesetzt ist. Was sind das für Krankheiten, was sind ihre Ursachen und wie kann man ihnen entgegenwirken?
Der Agronom antwortet:
— Eine der größten Gefahren, die derzeit dem Wein drohen — der Falsche Mehltau (auch unter dem geheimnisvollen Namen «Mildiou» bekannt). Die ersten Anzeichen — das Auftreten gelblicher Flecken auf der Blattoberseite. Dann erscheint auf der Blattunterseite ein weißer mehliger Belag (sehr ähnlich dem Belag bei kranken Gurken). Dann geht die Krankheit, wenn sie nicht gestoppt wird, auf die Beeren über — sie vertrocknen und mumifizieren.
Die Ursache solcher Plage liegt natürlich im Wetter. Die Kombination aus Hitze und erhöhter Luftfeuchtigkeit — die Lieblingsumgebung für Mildiou.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von auslösenden Faktoren, aufgrund derer die Krankheit die Rebe befallen kann. Dazu gehört zum Beispiel eine Überdüngung der Pflanzungen mit Stickstoffdünger. Oder — ein zu früher Rückschnitt der Reben. Und das Zusammenspiel aller — das ist praktisch eine hundertprozentige Wahrscheinlichkeit.
Das Wichtigste hierbei ist, wie üblich, die ersten Symptome rechtzeitig zu erkennen. Im Anfangsstadium lässt sich die Krankheit recht einfach mit standardmäßigen kupferhaltigen Präparaten behandeln.
Neben dem Falschen Mehltau kann man jetzt auch von einem erhöhten Risiko sprechen, den Echten Mehltau oder Oidium zu bekommen. Auch hier spielt das Wetter wieder die Hauptrolle als Auslöser. Wenn plötzlich ein scharfer Wechsel von Hitze zu Kühle erfolgt — müssen Sie als Hobby-Winzer auf der Hut sein. Dabei kann in diesem Fall nicht das äußere Erscheinungsbild der Pflanzen auf die Krankheit hinweisen, sondern… der Geruch. Wenn Sie bei einem Rundgang durch Ihren Weinberg plötzlich den «Duft» von verrottendem Fisch wahrnehmen — dann ist das Oidium da. Sie müssen dieselben kupferhaltigen Präparate einsetzen. Übrigens ist eine gute Vorbeugung gegen Oidium das rechtzeitige Entfernen der Geiztriebe: dann können auch die Wetterlaunen ausgeglichen werden, wenn auch nicht vollständig auf null reduziert.