März, genauer gesagt die zweite Hälfte, — Beginn des Obstbaumschnitts. Die Sonne steht bereits recht hoch, der Tag hat sich deutlich verlängert, und man kann bereits keine starken Fröste mehr erwarten. Es ist die richtige Zeit, mit der Gartenschere und der Baumsäge in den Garten zu gehen, um die Bäume in Ordnung zu bringen, die im vorangegangenen Sommer stark zugewachsen sind. Gleichzeitig mit dem Schnitt kann man mit der Entnahme von Stecklingen für die Frühjahrsveredelung in die Krone oder auf die von Ihnen gezogene Unterlage beginnen. Während des Schnitts gibt es genügend Material, um geeignete Stecklinge auszuwählen.

Zu dieser Zeit befinden sich die Bäume noch in der Ruhephase, die Knospen — schlafen, und im Holz sind genügend plastische Stoffe vorhanden, um bis zum Zeitpunkt der Veredelung im lebensfähigen Zustand zu bleiben. Die Veredelung wird in der Zeit durchgeführt, wenn der Saftfluss im Baum bereits begonnen hat, an den zu veredelnden Bäumen beginnen sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Knospen zu öffnen. Der ihnen beigefügte Steckling der Unterlage erhält sofort Nährstoffe, und der Anwachsprozess verläuft recht schnell. Wenn der Steckling jedoch von einem Baum genommen wird, an dem sich bereits die Knospen geöffnet haben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Austrocknens erheblich, selbst wenn er sofort an einen neuen Ort veredelt wurde.

Auswahl der Stecklinge für die Veredelung
Welche Stecklinge soll man also nehmen und wie bewahrt man sie bis April – Mai auf, wenn man mit der Veredelung beginnen kann?
Als Veredelungsmaterial verwendet man kräftige einjährige Zweige mit ausgereiftem Holz. Für die Entnahme der Stecklinge wählen Sie Zweige, die auf der gut beleuchteten Seite des Baumes stehen. Entnehmen Sie keine Fetttriebe ("Wasserschosse"); sie werden zwar gut anwachsen, aber die Zeit bis zum Beginn der Fruchtbildung eines solchen Reisig wird sich stark verlängern. Bei Apfel- und Birnbäumen hat ein Fetttrieb in der Regel eine grünliche Rindenfarbe und lange Abstände zwischen den Knospen.

Die Knospen selbst sind deutlich kleiner, weniger behaart und dichter an den Stamm gedrückt als bei Zweigen des normalen einjährigen Zuwachses, die sich als Veredelungsmaterial eignen.
Wenn Sie jährlich den Schnitt in Ihrem Garten durchführen, werden Sie ausreichend viele solcher Zweige haben, um sie für eigene Veredelungen auszuwählen und mit Nachbarn zu teilen.
Häufiger entsteht jedoch der Wunsch, eine Sorte von einem alten, absterbenden Baum zu erhalten. Bei solchen Bäumen ist der jährliche Zuwachs gering, die Länge der einjährigen Triebe überschreitet nicht 10-15 cm. In diesem Fall eignen sich auch diese Triebe, bereiten Sie einfach mehr davon vor, damit Sie bei der Veredelung auswählen können. Da beim Schneiden der Zweige genügend geeignete Triebe vorhanden sind, nehmen Sie mindestens 10-15 Stecklinge jeder Sorte. Diese Menge erspart Ihnen die Sorge, dass Ihnen Stecklinge für Ihre Veredelung fehlen oder Verluste bei der Lagerung auftreten. Außerdem gilt: Je unterschiedlicher die Dicke der Stecklinge ist, desto leichter können Sie sie an die Dicke der Unterlage anpassen.
Achten Sie beim Schneiden darauf, wie der Steckling selbst und das Holz an der Schnittstelle aussehen. Der Steckling sollte eine unbeschädigte Rinde haben: ohne Risse und Wunden. Außerdem sollte an der Schnittstelle kein braunes Kernholz vorhanden sein. Beide Merkmale (Rindenschäden und braunes Kernholz) deuten auf Frostschäden am Steckling hin. Solche Stecklinge eignen sich nicht zur Veredelung — sie sind unbrauchbar.
Regeln zur Lagerung von Stecklingen für die Veredelung
Die Stecklinge sind also vorbereitet. Jetzt müssen sie bis zur Veredelungszeit, also bis zum Beginn des Saftflusses (April-Mai), aufbewahrt werden. Dazu werden die Stecklinge nach Sorten gebündelt und mit Etiketten versehen.

Anschließend werden die Bündel in dunkle Plastiktüten gelegt und in den Keller gebracht. Vor dem Einlegen in die Plastiktüte können die Bündel in ein feuchtes Tuch gewickelt werden.

Die Temperatur im Keller sollte nahe dem Gefrierpunkt liegen. Allerdings hat nicht jeder einen solchen Raum, und nicht jeder Gärtner benötigt eine so große Menge an Stecklingen. In diesem Fall kann eine kleine Anzahl Stecklinge im Kühlschrank im Obstfach aufbewahrt werden. Wenn aber viele Stecklinge vorbereitet wurden, müssen sie im Schnee vergraben werden (in einer Schneemiete).
Dazu häufen Sie einen etwa einen Meter hohen Schneehaufen auf der Nordseite des Hauses oder Schuppens an. Graben Sie darin eine Vertiefung fast bis zum Boden, legen Sie die Stecklingsbündel hinein und bedecken Sie sie mit Schnee. Damit der Schnee möglichst lange nicht schmilzt, legen Sie eine Schicht Stroh oder Sägespäne auf die gesamte Oberfläche des Haufens. So können die Stecklinge bis zum Einsetzen stabiler Plusgrade aufbewahrt werden, wenn mit der Veredelung begonnen werden kann.
Wie man die Veredelung erfolgreich durchführt und eine möglichst hohe Anwachsrate erzielt, erkläre ich in den folgenden Artikeln.