Stellen Sie sich einen Apfelbaum vor, von dem man Früchte in verschiedenen Farben ernten kann. Oder eine Kirsche, die Früchte unterschiedlicher Größe hervorbringt. Solche Bäume — keine Fantasie, sondern eine alte Methode der Züchter. Kandidatin der Biowissenschaften, Agronomin Jelena Gorbunowa erklärte, wie man auf der eigenen Datscha einen solchen Baum zum Neid der Nachbarn anbaut.
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Mehrsortige Apfelbäume
«Wenn in der Familie unterschiedliche Geschmäcker herrschen — der eine mag die Sommer-Papierowka, der andere bevorzugt das feste, knackige Fruchtfleisch des Nördlichen Sinap, — kann man die Lieblingssorten auf einem Baum vereinen», — versichert Jelena.
Aber es ist wichtig zu beachten, dass sich nicht alle Sorten gut miteinander vertragen.
«Oft kann man das nur durch Ausprobieren herausfinden. Dennoch ist zu raten, nicht verwandte Sorten, die zu verschiedenen botanischen Arten gehören, zu veredeln», — erklärt die Agronomin.
Bei Apfelbäumen lassen sich die folgenden Sorten hervorragend kombinieren:
- Die Wintersorte Simirenko mit saftigen süß-sauren Äpfeln und McIntosh, der sich durch sein intensives Aroma auszeichnet, Spartan und McIntosh.
- Frühsommer- und Spätsommersorten: Konfetnoje zeichnet sich durch süßen Geschmack und zartes Fruchtfleisch aus, während Sacharny Miron — durch hohen Ertrag und gute Lagerfähigkeit.
- Lobo und Honey Crisp. Wintersorten mit großen Früchten, die sich durch hohe Saftigkeit und einen harmonischen süß-sauren Geschmack auszeichnen.
- Melba, Konfetnoje und Sacharny Miron. Drei Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten, die von Juli bis September eine kontinuierliche Ernte gewährleisten.
Um einen solchen Baum zu schaffen, kann man mehrere Sorten auf Sämlinge des Wildapfels oder auf regionale Unterlagen veredeln, die für das jeweilige Klima und die Bodenart geeignet sind. «Die Veredelung erfolgt durch Okulation, wobei der Durchmesser der Triebe der Größe des Edelreises entsprechen sollte», — rät die Expertin.
Wenn in Ihrem Garten bereits ein ausgewachsener Baum steht, kann man ihn umveredeln, indem man nach und nach die Äste durch neue Sorten ersetzt. Diese Methode wird von Gärtnern häufig angewendet, wenn der Obstbaum geschmacklich oder von der Reifezeit her nicht zufriedenstellt.
Mehrsortige Birnbäume
Birnen stehen den Apfelbäumen in nichts nach. Das Prinzip der Veredelung ist genau dasselbe! Dafür eignen sich Sämlinge der Wildbirne oder bewährte regionale Sorten.
Am besten lassen sich die folgenden Sorten kombinieren:
- Lada und Tschischewskaja. Frühreife und Herbstsorten, resistent gegen Krankheiten.
- Mramornaja und Ossennaja Jakowlewa. Beide Sorten zeichnen sich durch hohe Süße und Saftigkeit aus.
- Djusches Letnij und Talgarskaja Krassawiza sind für ihr fruchtiges Aroma und ihren intensiven Geschmack bekannt.
Mehrsortige Steinobstbäume
Alle Steinobstkulturen gehören zur selben biologischen Gattung, was ihre hervorragende Kompatibilität beim Veredeln gewährleistet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass an einem Baum gleichzeitig Früchte von Pflaumen, Kirschpflaumen und sogar Aprikosen reifen können. Es ist jedoch besser, mit Sorten einer Art zu beginnen:
- Pflaume Hollywood, Ozark Premier und Angelino. Die Pflanze bringt große Früchte mit mittlerem Gewicht hervor.
- Kirsche Ljubskaja und Antrazitowaja bieten die einzigartige Möglichkeit, von einem Baum Früchte unterschiedlicher Farbe, Größe, Geschmacks und Reifezeit zu erhalten.
Pflege der Bäume
Die Veredelungszeit hängt von der gewählten Methode und den klimatischen Bedingungen ab. Das Veredeln mit Stecklingen erfolgt in der Regel im zeitigen Frühjahr vor Beginn des Saftflusses. Das Okulieren wird häufiger im Sommer durchgeführt, in der mittleren Zone – von Ende Juli bis zum 20. August, beginnend mit Steinobstsorten. Bei Temperaturen unter +15 Grad Celsius bewurzeln die Knospen schlechter.
Stecklinge für die Frühjahrsveredelung werden im Herbst oder Ende des Winters vorbereitet und im Kühlschrank gelagert, wobei ein Austreiben der Knospen vermieden werden muss. Für das Okulieren im Sommer werden einjährige Triebe verwendet, von denen man Augen – Knospen mit einem Stück Rinde und Gewebe – entnimmt.
Im ersten Jahr benötigen veredelte Bäume besondere Pflege. Nach 3–4 Wochen wird der Verband entfernt. Dabei sollte die Pflanze nicht gedüngt werden, um übermäßiges Wachstum zu vermeiden. Unbedingt die Blüten entfernen, die am veredelten Trieb erscheinen.
«Bei der Planung von Gartenexperimenten sollten Sie sich vorab über die Feinheiten der verschiedenen Veredelungsmethoden und der Sortenauswahl informieren. Machen Sie sich dazu unbedingt mit den Empfehlungen von Fachleuten und erfahrenen Gärtnern vertraut», — rät der Experte.
Heutzutage können Gärtner fertige mehrsortige Bäume in Baumschulen kaufen, allerdings kann die Sortenauswahl begrenzt sein. Wenn man jedoch ein wirklich einzigartiges Baum-Garten mit eigenen Händen erschaffen möchte, muss man die Veredelungstechnik erlernen und mehrere Jahre in die Anzucht widerstandsfähiger Unterlagen investieren.