Setzlinge ohne Chemie. Wie Sie gesundes Gemüse anbauen.

Die Qualität der zukünftigen Ernte wird maßgeblich bereits im Setzlingsstadium bestimmt. Viele Hobbygärtner machen jedoch immer wieder denselben Fehler: Sie versuchen, das Wachstum der Sämlinge mit konzentrierten Düngemitteln zu beschleunigen.

Unser Experte — der Agronom Pawel Laguta.

Ein solcher Ansatz führt nicht selten zum gegenteiligen Effekt. Die Setzlinge wachsen zwar schneller, werden aber stressanfälliger, passen sich nach dem Umpflanzen schlechter an und können überschüssige Mineralverbindungen anreichern. Wenn Sie nicht nur einen ertragreichen, sondern auch ein möglichst ökologisches Produkt erzielen möchten, sollten Sie den Setzlingsanbau besser nach anderen Prinzipien gestalten.

Ohne Chemie

Das Hauptprinzip des ökologischen Anbaus — die Schaffung der richtigen Bedingungen, unter denen die Pflanzen selbst ein starkes Immunsystem aufbauen.

Qualitätsvoller Substrat. Für Setzlinge eignet sich eine lockere Erdmischung auf Basis von Torf, Kompost und Humus. Man kann ihr eine kleine Menge Holzasche (ein 200-Gramm-Becher auf 10 l Erdmischung) hinzufügen. Eine ausgezeichnete Option sind fertige Mischungen auf Basis von Wurmhumus, die eine ausgewogene Zusammensetzung mineralischer Nährstoffe enthalten.

Beleuchtung. Die meisten Probleme mit Setzlingen entstehen durch Lichtmangel. Bei kurzen Tageslängen strecken sich die Pflanzen und werden schwach.

Bewässerungsregime. Es sollte mäßig sein: Übermäßige Feuchtigkeit führt zur Entwicklung von Pilzkrankheiten und beeinträchtigt die Wurzelarbeit.

Wann düngen

Damit sich Mineraldünger nicht in den Früchten anreichern, ist nicht nur ihre Zusammensetzung wichtig, sondern auch der Zeitpunkt der Anwendung. Als sicherster Zeitraum für Düngungen gilt das frühe Entwicklungsstadium der Pflanzen, wenn sich Blätter und Wurzelsystem bilden.

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Die erste Düngung erfolgt 10–14 Tage nach dem Auflaufen der Keimlinge, wenn sich die echten Blätter bilden. Es werden fertige ausgewogene Mineralkomplexe auf Basis von Wurmhumus verwendet.

Weitere Düngungen bei schwachem Wachstum der Setzlinge erfolgen alle 2–3 Wochen, vor oder nach dem Pikieren.

Im Stadium der Fruchtreife (etwa einen Monat vor der Ernte) sollten die Pflanzen besser über organische Quellen ernährt werden — Kompost, Humus, Aschelösung oder Kräuteraufgüsse.

Ungewöhnliche Setzlinge

Luffa (natürlicher Pflanzenschwamm). Ihre langen Früchte werden nach dem Trocknen zu natürlichen Waschlappen. Aufgrund der langen Vegetationsperiode und der langsamen Keimung wird Luffa sehr früh ausgesät, und die Setzlinge werden 60–70 Tage lang gezogen.

Momordica, auch Bittermelone genannt. Dies ist eine wärmeliebende Kletterpflanze, die leuchtend orangefarbene Früchte mit heilenden Eigenschaften bildet.

Artischocke. Durch Anzucht von Setzlingen kann man sie durchaus in gemäßigten Regionen kultivieren.

Süßkartoffel (Batate). Sie wird nicht durch Samen vermehrt, sondern durch Bewurzeln von Trieben, die sich aus einer gekeimten Knolle bilden. Die Triebe, die mit den unteren Enden ins Wasser gestellt werden, bilden innerhalb weniger Tage Wurzeln, und die jungen Pflanzen sind etwa 30–40 Tage nach dem Bewurzeln pflanzbereit.

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