Zeit der Frühlingsblüher. Wie man Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen voneinander unterscheidet
Inhaltsverzeichnis:
Wo wachsen Schneeglöckchen?
In der Natur kommen diese Pflanzen in den Wäldern Russlands und anderer europäischer Länder sowie in Kleinasien vor. Sie bevorzugen schattige Plätze und feuchte Böden. Besonders viele von ihnen sind im Kaukasus, in den Alpen und in den Wäldern Frankreichs zu sehen. Aber auch in gewöhnlichen russischen Wäldern gibt es nicht wenige. In der Wildnis wachsen Schneeglöckchen in kleinen Horsten und schmücken den Unterwuchs mit schneeweißen Teppichen.
Einige Schneeglöckchenarten sind in das Rote Buch aufgenommen, da sie durch massives Sammeln und Ausgraben der Zwiebeln vom Aussterben bedroht sind. Allerdings haben Gärtner gelernt, diese Blumen zu kultivieren und schaffen so richtige Frühlingsoasen in ihren Gärten.
Besonderheiten der Blüte
Schneeglöckchen sind Ephemeroide, das bedeutet, ihr Vegetationszyklus ist sehr kurz. Innerhalb weniger Monate schaffen sie es, auszutreiben, zu blühen, Samen zu bilden und bis zum nächsten Frühjahr zu verschwinden. Sie blühen in der Regel Ende Februar bis März, obwohl sie in Regionen mit mildem Klima bereits im Januar erscheinen können (wie es in diesem Jahr sogar in Moskau aufgrund des ungewöhnlich warmen Winters der Fall war).
Die Blüten sind zart, nickend, mit charakteristischen grünen Abzeichen auf den Blütenblättern. Sie haben keine Angst vor Schnee und Frost, da ihre Zellen ein spezielles Frostschutzmittel enthalten, das es ihnen ermöglicht, die Kälte zu überstehen.
Gattungen und Arten: Vielfalt der Frühlingsblüher
Unter dem Sammelbegriff «Schneeglöckchen» werden im Alltag oft alle Frühlingsblüher bezeichnet. Am häufigsten werden jedoch zwei Gattungen dazu gezählt: die eigentlichen Schneeglöckchen (oder lateinisch Galanthus) und die Frühlingsknotenblumen (lateinisch Leucojum; schwierig auszusprechen, daher ist nur der deutsche Name geläufig, im Gegensatz zum Schneeglöckchen). Obwohl sie eine ähnliche Blütenform haben (weiße, hängende Glöckchen), sind sie leicht zu unterscheiden:
- bei Schneeglöckchen (Galanthus) 3 lange äußere Blütenblätter und 3 kurze innere, mit grünen Abzeichen.
- bei den Knotenblumen (Leucojum) sind alle 6 Blütenblätter gleich lang, und auf jedem befindet sich ein grüner oder gelblicher Fleck.
Sie sind zwar nicht sehr nahe verwandt, werden aber aufgrund der äußeren Ähnlichkeit und der ähnlichen Blütezeit oft miteinander verwechselt.
Schneeglöckchen (Galanthus): Anmut und Eleganz
Die Gattung Galanthus umfasst mehr als 20 Arten, von denen die bekanntesten sind:
- Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) — die klassische Art mit kleinen Blüten, verbreitet in Europa;
- Das Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) — zeichnet sich durch größere Blüten und breite, blaugrüne Blätter aus;
- Das Falten-Schneeglöckchen (Galanthus plicatus) — wächst auf der Krim und auf dem Balkan, hat breite Blätter und große Blüten.
Schneeglöckchen fühlen sich in Gärten wohl, wenn man ihnen Bedingungen schafft, die den natürlichen nahekommen: Halbschatten, feuchter, aber gut durchlässiger Boden und keine Umpflanzungen oder Bodenbearbeitung über mehrere Jahre hinweg.
Holländische Schneeglöckchen-Sorten: Perfektion der Züchtung
Holländische Züchter haben zahlreiche Schneeglöckchen-Sorten mit ungewöhnlicher Blütenblattform, gefüllten Blüten und längerer Blütezeit gezüchtet. Zu den beliebtesten gehören:
- Flore Pleno — ein gefülltes Schneeglöckchen mit dichten Blütenblattschichten;
- S. Arnott — eine großblütige Sorte mit starkem Duft;
- Viridapice — eine originelle Sorte mit grünen Blütenblattspitzen.
Holländische Sorten passen sich gut an Gartenbedingungen an, erfordern jedoch eine sorgfältige Pflege: mäßiges Gießen, lockeren Boden und organische Düngung.
Knotenblumen (Leucojum): ähnlich, aber doch verschieden
Knotenblumen werden oft mit Schneeglöckchen verwechselt, gehören aber zu einer anderen Gattung. Die wichtigsten Unterschiede:
- bei Knotenblumen haben alle sechs Blütenblätter eine grüne oder gelbliche Markierung an der Spitze;
- sie blühen nicht nur im Frühling, sondern auch im Sommer (zum Beispiel die Sommer-Knotenblume Leucojum aestivum);
- die Blätter sind breiter als bei Schneeglöckchen, und die Pflanzenhöhe kann 50 cm erreichen.
Knotenblumen sind weniger anspruchsvoll und können sogar auf sumpfigen Böden wachsen, was sie zu einer hervorragenden Wahl für den Garten macht.
Andere Frühlingsblüher
Neben Schneeglöckchen (Galanthus) und Knotenblumen (Leucojum), die zwar zu verschiedenen Gattungen gehören, aber dennoch zur gleichen Familie — den Amaryllisgewächsen (Amaryllidaceae) zählen, gibt es mehrere andere Gattungen von Frühlingsblühern, die äußerlich ähnlich sind und oft miteinander verwechselt werden.
Blausternchen (Scilla) — Familie Spargelgewächse (Asparagaceae)
- sie sind Schneeglöckchen sehr ähnlich, haben aber meistens blaue oder hellblaue Blüten;
- die bekannteste Art — der Sibirische Blaustern (Scilla siberica);
- Sie blüht im frühen Frühling und bildet schöne Blütenteppiche.
Schneeglanz (Chionodoxa) — Familie Spargelgewächse (Asparagaceae)
- Sie erinnern optisch an Blausterne, aber die Blüten sind nach oben gerichtet, nicht nach unten;
- Die Färbung variiert von Blau bis Rosa und Weiß;
- Sie blühen gleichzeitig mit den Schneeglöckchen.
Puschkinien (Puschkinia) — Familie Spargelgewächse (Asparagaceae)
- Die Blüten sind hellblau, mit einem dunklen Mittelstreifen auf jedem Blütenblatt;
- Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in dichteren Blütenständen wachsen als Schneeglöckchen.
Winterlinge (Eranthis) — Familie Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
- Im Gegensatz zu den weißen Schneeglöckchen haben sie leuchtend gelbe Blüten;
- Eine sehr frühe Frühlingsblüte, die sogar unter Schnee blüht.
Krokusse (Crocus) — Familie Schwertliliengewächse (Iridaceae)
- Sie blühen im frühen Frühling und haben eine breite Farbpalette (weiß, gelb, violett, lila);
- Im Gegensatz zu Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen sind die Blüten becherförmig und nach oben gerichtet.
Traubenhyazinthen (Muscari) — Familie Spargelgewächse (Asparagaceae)
- Die Blüten sind kleine blaue (manchmal weiße) Glöckchen, die in Trauben angeordnet sind;
- Sie wachsen oft neben Schneeglöckchen und ergeben eine effektvolle Kombination.
Was in den Baumring pflanzen: die besten Kombinationen
Der Baumring von Bäumen — ein ausgezeichneter Platz für Schneeglöckchen und andere Frühlingsblüher, aber es ist wichtig, die Nachbarn richtig auszuwählen. Und auf keinen Fall umgraben (das Umgraben des Bodens in Baumringen schadet auch dem Baum — entlang des gesamten Umfangs gehen vom Baum kleine Saugwurzeln ab, die beim Umgraben abgerissen werden)! Gut geeignet sind außer Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen:
- Blausterne (Scilla) — die blauen Blüten bilden einen schönen Kontrast zu den weißen Schneeglöckchen;
- Krokusse (Crocus) — sie blühen gleichzeitig und ergänzen die Komposition;
- Leberblümchen (Hepatica) — effektvolle Waldblumen, die dieselbe Umgebung bevorzugen;
- Immergrün (Vinca) — eine immergrüne Bodendeckerpflanze, die nach dem Verblühen der Schneeglöckchen dekorativ bleibt und die ganze Saison grün bleibt. Die beste Bodendeckerpflanze für den Garten.
Die Hauptregel für Pflanzungen in Baumringen — pflanzen Sie Pflanzen, die nicht übermäßig Schatten spenden und nicht die gesamte Feuchtigkeit aufnehmen. Durch die Kombination von Schneeglöckchen mit anderen frühblühenden Kulturen kann man eine effektvolle Frühlingsnische im Garten schaffen.
Schneeglöckchen und andere Frühlingsblüher sind nicht nur Blumen, sondern ein Symbol für das Erwachen der Natur, Zartheit und Widerstandsfähigkeit. Je nach Art und Sorte können sie nicht nur in den Waldwinkeln des Gartens, sondern auch in Rabatten, Steingärten und Baumscheiben angebaut werden. Eine richtige Kombination mit anderen Pflanzen ermöglicht es, die Blüte des Frühlingsgartens so lange wie möglich zu genießen.