Der Winter — die Zeit, über Saatgut nachzudenken. Fehler bei der Auswahl können zu einer verlorenen Saison, Terminverschiebungen und Enttäuschung führen, während richtig ausgewählte Samen die Grundlage für eine stabile Ernte und ein vorhersehbares Ergebnis sind.
Heute stehen Dutzende inländischer und ausländischer Firmen nebeneinander in den Regalen, viele davon sind seriöse Hersteller, aber es gibt auch eine ganze Reihe offensichtlich fragwürdiger Anbieter.
Inhaltsverzeichnis:
Wo kaufen?
Beste Option:
- wenn Sie erfahrene, vertrauenswürdige Saatgutzüchter und -sammler kennen, die ihren Ruf schätzen (Privatzüchter befassen sich häufiger mit selbstbefruchtenden Kulturen wie Tomaten, Paprika, Auberginen und kümmern sich fast nie um Kreuzbestäuber),
- Fachgeschäfte,
- große Agrarunternehmen,
- Baumschulen mit gutem Ruf.
Nicht empfehlenswert:
- wilde Märkte,
- temporäre Verkaufsstände,
- Verkäufe «aus der Hand»,
- unbekannte Online-Shops.
Wenn Sie dennoch auf ein attraktives Angebot stoßen, kaufen Sie eine Tüte und führen Sie einen kleinen Test durch, indem Sie sie öffnen und die Samen keimen lassen (am besten säen Sie sie in einen kleinen Topf, um die Keimlinge zu beobachten – welche Qualität und Farbe sie haben).
Fälschungen erkennen
Das Problem der Fälschungen bleibt eines der gravierendsten in der Saatgutzüchtung. Massenfälschungen treten besonders häufig bei Kulturen mit einer großen Sortenvielfalt auf, zum Beispiel bei beliebten Hybriden von Tomaten, Gurken und Paprika.
Risikomerkmale:
- Zu niedriger Preis. Ein F1-Hybrid kann nicht so viel kosten wie eine normale Sorte, da die Produktion von Hybridsaatgut aufwändige Züchtung und nahezu manuelle Bestäubung erfordert.
- Keine klaren Angaben. Briefkastenfirmen verwenden oft vage Formulierungen wie «Agrozentrum» oder «Saatgutunternehmen» ohne juristische Adresse.
- Schlechte Druckqualität. Verschmierte Schrift, verblasste Farben, krumme Linien — ein Zeichen für handwerklich hergestellte Verpackung.
- Äußerliche Unstimmigkeit der Samen.
Verschiedene Kulturen haben charakteristische Farbe, Form und Größe. Falls etwas verdächtig erscheint, vergleichen Sie es besser mit einem Foto des Standards.
Horrorgeschichten über GVO
Der Mythos, dass die Regale mit GVO-Samen überfüllt sind, ist immer noch lebendig, aber die Realität ist eine andere:
- Der Verkauf von GVO-Saatgut im Einzelhandel ist verboten;
- Selbst wenn es sie gäbe, ist die Vermehrung von GVO-Saatgut schwieriger und teurer als bei herkömmlichem Saatgut;
- Die meisten inländischen Züchtungsinstitute verwenden keine Methoden der Gentechnik.
Auf dem Markt sind ausschließlich Hybriden vertreten, die durch folgende Methoden gewonnen wurden:
- natürlicher Selektion,
- künstlicher Kreuzung,
- Züchtung nach Merkmalen.
Das heißt, es handelt sich um klassische Züchtung, die seit Jahrzehnten praktiziert wird.
An Ihre Bedingungen angepasst
Die Aufgabe des Gärtners ist nicht die Jagd nach Mode, sondern die Auswahl einer Sorte, die genau zu Ihrem Grundstück passt.
Wuchsform (am Beispiel von Tomaten):
- Unbestimmte (Indeterminante) — wachsen unbegrenzt, benötigen oft (besonders im Gewächshausanbau) eine Stütze und werden ausgegeizt.
- Bestimmte (Determinante) — kompakt, bilden eine begrenzte Anzahl von Fruchtständen und benötigen meist keine Stütze und kein Ausgeizen.
Zonierung
Sorten werden nach Regionen eingeteilt:
- Sibirische — kälteresistent, mit kurzer Vegetationsperiode.
- Südliche — wärmeliebend, erzielen bei hoher Sonneneinstrahlung den höchsten Ertrag, oft ist ihre Fruchtperiode verlängert.
- Universelle — für den größten Teil des Landes geeignet.
Die Zonierung ist für viele Kulturen jedoch recht relativ. Beispielsweise lassen sich selbst südliche und späte Tomatensorten im nördlichen Klima leicht anbauen und hohe Erträge durch langlebige Jungpflanzen sowie Folienabdeckungen und Gewächshäuser erzielen. Begeisterte Gärtner ziehen sogar Mais und Sonnenblumen für eine interessante Sorte aus Jungpflanzen. Und Tomaten, Paprika und Kürbisgewächse lassen sich ohnehin sinnvoll durch Anzucht von Jungpflanzen kultivieren.
Krankheitsresistenz
Dies ist besonders wichtig für Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Zwiebeln. Auf den Verpackungen wird häufig angegeben:
- Resistenz gegen Fusarium,
- Toleranz gegenüber Mosaikvirus,
- Resistenz gegen Wurzelfäule.
Allerdings ist zu beachten, dass es keine vollständig resistenten Sorten gibt, insbesondere gegen Pilzkrankheiten. Sie sind nur etwas weniger anfällig und erkranken später als anfällige Sorten. Daher sollte man die Anbaumethoden nicht außer Acht lassen!
Kosten
Die verbreitete Meinung „teurer bedeutet besser“ ist falsch. Es gibt jedoch Fälle, in denen die hohen Kosten als objektiv gerechtfertigt angesehen werden können.
- F1-Hybriden
Die Produktion von Hybridsaatgut ist arbeitsintensiv:
- Mutterpflanzen werden isoliert,
- es wird manuell bestäubt,
- es wird sortiert.
Daher sind Hybriden natürlicherweise teurer als Sortensaatgut.
- Mehrschichtige Vakuumverpackung
Solches Saatgut:
- wird auf optimale Feuchtigkeit getrocknet,
- wird vor Licht und Sauerstoff geschützt,
- kann länger ohne Keimverlust gelagert werden.
- Pelletiertes Saatgut:
Sie sind mit einer nährstoffreichen und schützenden Hülle überzogen, treiben gleichmäßiger aus und sind für die präzise Aussaat geeignet. Bei großen Anbauflächen sind sie jedoch nicht rentabel.
- Neuheiten der Saison
In den ersten Jahren werden die Sorten in limitierten Partien verkauft, was sich auf den Preis auswirkt. In allen anderen Fällen ist der hohe Preis — nur Marketing.
Wie viel in Gramm
Dies ist eines der am meisten unterschätzten Themen. Oft kauft man entweder zu viel oder zu wenig.
Nachfolgend sind die Verbrauchsangaben für 10 m² Fläche aufgeführt:
- Weißkohl — 12–15 g,
- Tomaten — 2–3 g,
- Paprika — 2–3 g,
- Gurken — 6–8 g,
- Kürbis — 3–4 g,
- Wassermelone — 2–3 g,
- Melone — 1,5–2 g,
- Zwiebelsaat — 8–10 g,
- Knoblauch — 500–600 g,
- Karotten — 4–6 g,
- Petersilie — 8–10 g,
- Rote Bete — 10–12 g,
- Radieschen — 17–23 g,
- Kartoffeln — 2,5–4 kg,
- Bohnen — 90–150 g,
- Blattsalat — 3–5 g,
- Kopfsalat — 1–2 g,
- Spinat — 24–60 g,
- Dill — 30 g.
Diese Daten können als Grundlage verwendet werden, angepasst an die Pflanzdichte und die jeweilige Sorte.