Rosen sind eine der am weitesten verbreiteten und beliebtesten Blumenkulturen. Sie können schnell und einfach durch Stecklinge vermehrt werden. Diese Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Aber der Reihe nach.
Inhaltsverzeichnis:
Vor- und Nachteile der Stecklingsvermehrung
Wie bei jeder anderen Vermehrungsmethode gibt es auch bei der Stecklingsvermehrung positive und negative Aspekte. Zu den Vorteilen dieser Methode zählen:
- Finanzielle Erschwinglichkeit
- Einfachheit des Verfahrens
- Akklimatisiertes Pflanzmaterial
- Keine Wurzelausläufer
Zu den Nachteilen dieser Vermehrungsmethode ist zu erwähnen, dass aus Stecklingen gezogene wurzelechte Rosen weniger winterhart sind als veredelte Rosen.
Vorbereitung von Rosenstecklingen
Die Stecklingsvermehrung von Rosen kann zu zwei Zeitpunkten durchgeführt werden. Der erste ist Mitte des Sommers, der zweite im Herbst. Die Sommerstecklingsvermehrung ist in der Regel erfolgreicher. Daher wird im Folgenden darauf eingegangen. Die beste Zeit für die Vorbereitung der Stecklinge ist der Zeitraum vor und während der Blüte.
Zu dieser Zeit ist die größte Menge an Nährstoffen in den Trieben konzentriert, weshalb sie am schnellsten und besten Wurzeln schlagen.
Grundregeln der Vorbereitung
Es gelten die folgenden Regeln für das Schneiden des Pflanzmaterials:
- Die Triebe sollten gesund und ohne sichtbare Schäden ausgewählt werden.
- Die Knospen an den Trieben müssen unbedingt gut ausgebildet sein.
- Jeder Steckling sollte mindestens 2-3 Knospen haben.
- Um unnötige Verletzungen des Triebgewebes zu vermeiden, sollte nur ein scharf geschliffenes Messer verwendet werden.
- Nach der Vorbereitung beginnt man mit der Bewurzelung der Stecklinge. Je nach Vorlieben des Gärtners kann dies auf verschiedene grundlegende Arten erfolgen.
Grundlegende Methoden der Bewurzelung
Unmittelbar nach der Vorbereitung sollten die Stecklinge für die Bewurzelung vorbereitet werden. Dies geschieht wie folgt:
- Die unteren Blätter werden vollständig entfernt und die oberen um die Hälfte gekürzt.
- Alle Dornen werden entfernt.
- Die Stecklinge werden zu Bündeln zusammengebunden und für 24 Stunden in eine Lösung von Wurzelbildungsstimulatoren gelegt.
- Anschließend kann das Pflanzmaterial je nach Möglichkeiten und Vorlieben in Wasser, Erde, Vermiculit oder im Freiland bewurzelt werden.
Bewurzelung in Wasser
Für die Bewurzelung verwendet man am besten abgekühltes abgekochtes Wasser. Es muss so oft wie möglich gewechselt werden. Um das Verfaulen der Stecklinge zu verhindern, kann man ein Stück Kohle ins Wasser legen. Die Stecklinge sollten nicht tief ins Wasser getaucht werden, ein paar Zentimeter genügen.
Unter diesen Bedingungen bildet sich nach 2-3 Wochen eine knollenartige Verdickung – der Kallus. Er ist der Ansatz der zukünftigen Wurzeln. Nach seiner Bildung müssen die Stecklinge in die Erde gepflanzt werden. Damit sollte man nicht zögern, da die sich entwickelnden Wurzeln unter Sauerstoffmangel leiden würden.
Bewurzelung im Boden
Die schnellste und einfachste Methode der Bewurzelung. Dafür müssen Pflanzgefäße vorbereitet werden, die unbedingt mit einer Drainage aus Blähton oder kleinen Steinen versehen werden. Darüber wird eine Schicht Rosenerde gefüllt; alternativ kann auch universelle Anzuchterde verwendet werden. Wenn diese nicht verfügbar sind, ist sogar reiner Flusssand geeignet.
Die Pflanztiefe der Stecklinge im Substrat sollte nicht mehr als 2-3 cm betragen. Die gepflanzten Stecklinge werden unbedingt mit Wasser besprüht und mit einem Zellophanbeutel abgedeckt, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen. Die Gefäße mit den Stecklingen werden an einen warmen, gut beleuchteten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. Für eine erfolgreiche Bewurzelung benötigen die Stecklinge eine hohe Luftfeuchtigkeit, daher müssen sie regelmäßig mit warmem Wasser besprüht werden.
Video über die Anzucht von Rosen aus Stecklingen:
Im Durchschnitt dauert der Bewurzelungsprozess etwa einen Monat. Über den Erfolg kann man anhand des Erscheinens kleiner Triebe urteilen. Nach ihrem Erscheinen müssen die Stecklinge an die frische Luft gewöhnt werden. Dazu werden die Tüten zuerst für 10-15 Minuten abgenommen, dann wird diese Zeit allmählich verlängert und schließlich ganz entfernt. Bei einsetzendem warmem, beständigem Wetter können die Setzlinge an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden. In der ersten Zeit wird empfohlen, die jungen Pflanzen zu beschatten.
Bewurzelung in Vermiculit
Man kann Rosenstecklinge auch in Vermiculit bewurzeln. Unter den richtigen Bedingungen erreicht die Bewurzelungsrate fast 100%. Zum Pflanzen können beliebige Plastikgefäße geeigneter Größe verwendet werden. Dazu werden unbedingt Drainagelöcher für überschüssiges Wasser eingebracht. Anschließend werden die Gefäße mit Perlit gefüllt, das dann gut befeuchtet wird.
Die Pflanztiefe der Stecklinge sollte nicht mehr als 2 cm betragen. Danach werden die Gefäße mit einem Zellophanbeutel abgedeckt und auf das Fenster gestellt. Hin und wieder muss der Perlit auf Feuchtigkeit überprüft und bei Bedarf befeuchtet werden.
Bewurzelung im Freiland
Bei Bedarf können Rosenstecklinge auch im Freiland unter Plastikflaschen bewurzelt werden. Die Stecklinge werden für diese Methode auf die übliche Weise vorbereitet. Für die Bewurzelung sollte man einen schattigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung wählen. Das Pflanzen an einem völlig schattigen Ort wird ebenfalls nicht empfohlen.
Für die Bewurzelung eignen sich am besten leichte und nährstoffreiche Böden. Wenn der Boden recht schwer ist, können Sie vor dem Pflanzen Sand einbringen. Die Stecklinge sind leicht schräg in die Erde zu stecken, wobei die unteren Knospen eingegraben werden.
Sie werden von oben mit abgeschnittenen Plastikflaschen abgedeckt. Bei fehlenden Niederschlägen wird die Erde um sie herum gegossen. Unter Einhaltung der Bedingungen erscheinen nach etwa einem Monat die ersten Triebe an den Stecklingen. Im Winter werden die Flaschen mit einer Schicht Laub oder Sägespänen bedeckt. Endgültig entfernt werden sie erst im zweiten Anbaujahr.
Stecklingsvermehrung Burrito

Die Stecklinge für diese Methode müssen etwas dicker und länger vorbereitet werden als für andere Methoden. Die Blätter werden vollständig entfernt. Danach wird das Pflanzmaterial zu Bündeln gebunden und in Zeitungspapier eingewickelt. Anschließend wird das Bündel gut angefeuchtet und in einen Plastikbeutel gelegt.
Danach wird das Bündel zwei Wochen lang in Ruhe gelassen, wobei es an einem Ort mit milder Temperatur platziert wird. Nach dieser Zeit muss es ausgepackt und das Pflanzmaterial begutachtet werden. In der Regel hat sich in dieser Zeit bei den meisten Stecklingen bereits Kallus gebildet. Danach können die Stecklinge auf beliebige Weise eingepflanzt werden.