Paprika lässt sich nichts befehlen. Welche Gemüsesorten können nebeneinander wachsen und welche nicht?
Pflanzen sind wie Menschen: In guter Gesellschaft gedeihen sie und werden besser, sogar ohne ersichtlichen Grund. Aber es gibt auch solche „Nachbarn“, die die Anwesenheit eines anderen nicht ertragen: Sie entziehen Feuchtigkeit und Nährstoffe, ziehen gemeinsame Krankheiten an, wodurch ihre schwächeren „Begleiter“ sichtbar verkümmern. Deshalb ist es jetzt, wenn viele Gärtner bereits den Plan für die zukünftige Bepflanzung entwerfen, wichtig zu bedenken: Die richtige Nachbarschaft der Pflanzen ist der Schlüssel zu einer reichen Ernte. Gemeinsam mit der Gärtnerin mit 20-jähriger Erfahrung, Tatjana Swetlaja, untersuchen wir die Prinzipien der Gemüseverträglichkeit.
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Außer Konkurrenz
Das Wichtigste: Es ist besser, Pflanzen aus verschiedenen Familien zu wählen, die Sie auf einem Beet platzieren möchten. Dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren und sich gemeinsame Krankheiten und Schädlinge teilen. Zum Beispiel gehören Kartoffeln, Auberginen, Paprika und Tomaten zur gleichen Familie – den Nachtschattengewächsen. Ihr gemeinsames Vorkommen kann zu einer deutlichen Konkurrenz und einer Verringerung der Produktivität jeder einzelnen Kultur führen.
Wichtig ist auch die Berücksichtigung der Wurzelsysteme: Pflanzen, deren Wurzeln in unterschiedlichen Tiefen liegen, konkurrieren weniger um Feuchtigkeit und Nährstoffe. Hülsenfrüchte nehmen atmosphärischen Stickstoff auf und hinterlassen ihn teilweise im Boden, was Düngergaben für die „Nachbarn“ spart.
Daher sind Paare wie Karotten und Zwiebeln, Sonnenblumen und Bohnen auch deshalb erfolgreich, weil ihre Wurzeln auf verschiedenen Ebenen „arbeiten“.
Licht- und Schattenspiel
Eine weitere Regel ist die Berücksichtigung der Lichtbedürfnisse: Hohe Pflanzen können niedrig wachsende beschatten, was für schattentolerante Kulturen nützlich ist, aber für sonnenliebende schädlich. Mais, entlang der Beetgrenze gepflanzt, schafft ein Mikroklima für Gurken, während zu starker Schatten neben Tomaten zu verlängerten Trieben und geringerem Fruchtansatz führt. Gleichzeitig spenden hohe Tomaten bei Hitze einen angenehmen Schatten für Karotten, und „langbeiniger“ Kohl für Salat, was seinen Geschmack zart macht.
Es ist auch nützlich, schnell wachsende und langsam wachsende Kulturen zu kombinieren: Auf einem Beet mit Tomaten kann man Radieschen als frühe Kultur pflanzen – sie räumen ziemlich schnell den Platz frei und stören dabei die Hauptkultur nicht.
Heikles Thema
Und schließlich sollte man Krankheiten berücksichtigen: Manche Kulturen verringern das Risiko der Pathogenentwicklung bei den „Nachbarn“, andere können dagegen als Infektionsreservoir für sie dienen. Beispielsweise ist für Kartoffeln die Nachbarschaft zu Hülsenfrüchten und Zwiebeln günstig – diese Pflanzen verringern die Wahrscheinlichkeit einer raschen Ausbreitung von Phytopathogenen. Gurken hingegen dienen manchmal als Überträger oder natürliche Wirte von Krankheiten, die den Kartoffeln schaden.
Es gibt Allround-Pflanzen. So erschweren Zwiebeln und Knoblauch mit ihren scharfen Düften der Möhrenfliege das Auffinden ihrer „Zielobjekte“ und behindern den Bohnenkäfer und den Kartoffelkäfer. Sie vertreiben außerdem Blattläuse und einige Milben. Dill lockt Marienkäfer an, die hervorragende Jäger von Blattläusen und Spinnmilben sind, und Rettich hilft, den Gurkenkäfer und die Wurzelfliege abzuwehren.