Für Hobbygärtner scheint die Maßnahme, Zweige von Apfel- oder Birnbäumen horizontaler auszurichten, eine sinnlose Zeitverschwendung mit einem leichten Anflug von Absurdität zu sein. Schließlich gibt es verschiedene Arten des klassischen Schnitts, und Spielereien im Bonsai-Stil sind hier fehl am Platz. Aber tatsächlich ist diese Meinung falsch, und der Sinn solcher Aktionen ist tatsächlich vorhanden. Welchen?
Antwortet der Agronom:
— Diese Methode ist ziemlich alt und soll den Ertrag von Obstbäumen steigern. Besonders effektiv wirkt sie bei Apfelbäumen, aber auch für andere Kulturen ist sie offensichtlich nicht nutzlos.
Worin besteht der Kern des Manövers? Erstens — und das ist das Wichtigste — je «horizontaler» ein Zweig ist, desto mehr Fruchtknospen bringt er letztlich hervor. Der Grund ist, dass kräftige, vertikale Zweige mit langen neuen Trieben sehr viel Energie für das vegetative Wachstum aufwenden und keineswegs für die Fruchtbildung. Und indem man ihre räumliche Ausrichtung ändert, kann man die Menge der geernteten Früchte ganz einfach erhöhen.
Zweitens sorgt ein solcher Eingriff — auf längere Sicht — für ein Gleichgewicht zwischen vegetativem Wachstum (das natürlich ebenfalls notwendig ist) und der Regelmäßigkeit eben jener Fruchtbildung.
Drittens entlastet das Abbiegen der Zweige und das Verleihen einer horizontalen Position die Krone erheblich, befreit sie von übermäßiger Verdichtung und den Gärtner von der Auslichtung, einer arbeitsintensiven und komplizierten Angelegenheit.
Und beachten Sie, hier geht es nicht direkt um eine so strenge Horizontalität, sondern nur um die Vergrößerung des Ablenkungswinkels vom Stamm; man muss nicht mit Lot und Wasserwaage herumlaufen. Ein spitzer Winkel zwischen den Zweigen und dem Stamm — das ist nicht sehr gut: Solche Äste brechen sehr oft und beschädigen den Baum. Aber das Verleihen einer Horizontalen löst dieses Problem.
Nun dazu, wie man die Zweige richtig abbiegt. Es gibt mehrere Methoden. Manche bevorzugen es, Spreizen zwischen dem Stamm und dem Zweig oder zwischen den Zweigen anzubringen, um dem abzubiegenden Zweig die richtige Richtung zu geben. Aber mir gefällt das nicht sehr: Es ist mühsam, die Größen der Spreizen auszuwählen, man muss sie ständig überwachen, damit sie den nötigen Druck ausüben usw.
Andere Fachleute empfehlen, die abzubiegenden Zweige mit einem entsprechenden Gewicht zu versehen. Auch das ist meiner Meinung nach nicht die beste Option. Man muss sehr genau den Abstand berechnen, in dem dieses Gewicht vom Zweigansatz entfernt angebracht wird, sowie die Masse des Gewichts selbst. Der kleinste Fehler — der Zweig bricht. Und auch ein mehr oder weniger starker Wind kann ganz unnötige Brüche verursachen.
Daher ist es sinnvoll, sich auf die einfachste und effektivste Methode zu konzentrieren — die Zweige mit einer daran gebundenen Schnur umzubiegen, deren anderes Ende mit einem einfachen Pflock im Boden befestigt wird. Dies ermöglicht eine einfache Einstellung des Ablenkwinkels und schützt die Zweige vor Brüchen.
Diese Prozedur, beachten Sie, liefert keine schnellen Ergebnisse. Wenn Sie in dieser Saison beginnen, erwarten Sie die gewünschten Ergebnisse frühestens in der nächsten.