Niwa-ki. Schritt-für-Schritt-Meisterkurs zum Baumschnitt

Auf Straßen und privaten Grundstücken trifft man auf Bäume, die sorgfältig in geometrische Formen oder weiche Wolken geschnitten sind. Vielleicht handelt es sich nicht nur um ein einfaches Design, sondern um Niwa-ki. Die Landschaftsarchitekten Roman Lukinow und Anna Besedina erklärten, was das ist und ob man einen solchen Baum im eigenen Garten erschaffen kann.

Niwa-ki — die japanische Kunst, große Bäume im Garten zu ziehen. Im Gegensatz zum Bonsai, der einen Zwergbaum im Topf darstellt, umfasst Niwa-ki die Formung großer Bäume, die direkt auf der Erde wachsen.

«Auf dem Foto sind Nadelbäume wie die Gemeine Kiefer und die Bergkiefer in der Niwa-ki-Technik gestaltet. Sie werden fünfzehn bis dreißig Meter hoch, und durch die Formung entsteht eine so komplexe Struktur. Die Kiefer wird mit Bambusstäben speziell angebunden und beschnitten», — berichten die Experten.

Formungstechnik

«Die Schaffung eines Niwa-ki ist ein langwieriger Prozess. Damit der Baum seine vollendete Form erhält, sind mindestens 10 Jahre erforderlich», — warnt Roman Lukinow. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, sollten strenge Regeln beachtet werden:

Gesundheitsschnitt. Entfernen unnötiger Triebe und Korrektur der Krone;

 Anbinden der Äste. Wenn der Baum nicht gestützt wird, verliert er schnell seine Form. Die Experten empfehlen, Bambusstäbe, Draht und Jute zu verwenden, um die Äste in der gewünschten Position zu fixieren. Dies sollte schrittweise erfolgen: Wenn auf einmal zu viele Äste entfernt werden, insbesondere bei Kiefern, kann die Pflanze absterben;

— Saisonaler Rückschnitt. Korrektur der Form im Frühjahr und Sommer;

— Winterschutz (Yukitsuri). Eine spezielle Technik zum Anbinden der Äste, die deren Beschädigung unter der Schneelast verhindert. Die Konstruktion besteht aus einem zentralen Bambuspfosten, von dem Seile zu den Ästen gespannt werden, wodurch eine konusförmige Form entsteht.

Siehe auch:
Mondkalender für Gärtner. Wie man die Mondphasen für eine reiche Ernte nutzt

«Dies ist nicht nur ein Schutz, sondern auch ein ästhetisches Element, das den Wintergarten besonders schön macht», — sagt Anna Besedina.

Wichtige Schritte

Aber die Formung eines Niwa-ki ist nicht nur ein Rückschnitt.

Der erste Schritt — eine kräftige, gesunde Pflanze auswählen. Wichtig ist, die Vorderseite des Baumes zu bestimmen, auf die der Hauptblick gerichtet sein wird.

Die Äste sollten nach dem Dreiecksprinzip angeordnet sein: Jede neue Etage ist kleiner als die vorherige. Dasselbe Prinzip gilt auch für jeden einzelnen Ast. Sie dürfen nicht chaotisch angeordnet oder überkreuzt werden.

Verwenden Sie hochwertige Werkzeuge: Gartenschere, scharfe Scheren — der Schlüssel zum erfolgreichen Beschneiden. Die Schnitte werden unbedingt mit Baumwachs oder Holzkohle behandelt, um den Baum vor Infektionen zu schützen.

Führen Sie den Schnitt jedoch besser nicht bei Regen durch! Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit erhöht das Risiko von Krankheiten.

Nach allen Manipulationen benötigt der Baum reichlich Wasser. Dies hilft ihm, sich schneller zu erholen.

Niwa-ki in Russland

In Russland gibt es nur wenige professionelle Baumschulen, in denen Niwaki gezüchtet werden. Eine der größten befindet sich im Moskauer Umland. Hier beschäftigen sich die Spezialisten nicht nur mit der Formung von Kiefern, sondern auch vieler anderer Pflanzen.

Kann man Niwa-ki selbst ziehen?

Einen Niwaki auf dem Gartengrundstück zu schaffen, ist eine schwierige, aber machbare Aufgabe. Die Hauptsache ist, die japanischen Techniken strikt zu befolgen, die klimatischen Bedingungen zu berücksichtigen und auf jahrelange mühsame Arbeit vorbereitet zu sein. Aber für ein wirklich professionelles Ergebnis ist es besser, sich an Spezialisten zu wenden.

Lesetipps

Wie richten Sie eine komfortable Grillzone ein?