Pflanzengesundheit und Ertrag hängen direkt davon ab, womit und wie sie gefüttert werden. Auf den ersten Blick scheint die Düngung mit Düngemitteln — eine einfache Aufgabe: Man fügt sie hinzu und wartet auf das Ergebnis. Mineralische und organische Ernährung wirken unterschiedlich: Die eine bringt einen schnellen Effekt, die andere wirkt langfristig und erhält die Fruchtbarkeit des Bodens. Um eine bewusste Wahl zu treffen, ist es wichtig zu verstehen, worin ihre wesentlichen Unterschiede bestehen. Dabei hat geholfen: Pflanzenschutz- und Ernährungsprüfer, Agronom Alexej Zotow.
Inhaltsverzeichnis:
Mineralische Ernährung: schnelle Wirkung und versteckte Gefahren
Doch hinter dem schnellen Wachstum verbergen sich ernste Risiken. Mineralische Stoffe verändern das Ökosystem des Bodens: In der Rhizosphäre (dem Bereich um die Wurzeln) sterben nützliche Mikroorganismen — stickstofffixierende und phosphatmobilisierende Bakterien, dann leiden Amöben, Flagellaten, Regenwürmer. In Folge verliert der Boden seine natürliche lebendige Struktur. Die Pflanzenernährung wird vollständig von externen Düngungen abhängig, und die fruchtbare Schicht selbst kann innerhalb einer einzigen Saison zerstört werden.
Im Grunde kann der Boden, der sich über Jahrzehnte gebildet hat, durch den gedankenlosen Einsatz mineralischer Düngemittel innerhalb eines landwirtschaftlichen Jahres zerstört werden.
Organische Ernährung: Sorge um den Boden
In Kräuteraufgüssen zersetzen Bakterien das Chlorophyll und setzen Mikro- und Makronährstoffe in freier Form zusammen mit Kohlenstoff frei. Bei der Anwendung eines solchen Aufgusses beginnen die Pflanzen, Nährstoffe in natürlicher Form zu erhalten, was ihr Wachstum bereits nach einer Woche stimuliert. Es ist jedoch zu beachten, dass die Umwandlung dieser Substanzen in eine verwertbare Form etwas länger dauert als bei der Verwendung von «Mineraldünger», da ein Nitrifikationsprozess erforderlich ist.
Wichtig zu beachten: Trotz aller Unterschiede nimmt die Pflanze letztendlich Nährstoffe ausschließlich in mineralischer Form auf. Aber organische Prozesse sorgen für eine nachhaltigere und harmonischere Entwicklung des Bodenökosystems.
Was den Mist betrifft, so beinhaltet die richtige organische Ernährung die Verwendung von nur verrottetem Mist, nicht von frischem Mist. Frischer Mist enthält Krankheitserreger, Helminthen und Pilze, was zu Pflanzenkrankheiten führen kann. Es ist schon schlimm genug, wenn man einjährige Kulturen — Tomaten, Gurken — ruiniert. Besonders gefährlich ist die Verwendung von frischem Mist für mehrjährige Kulturen — Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren.
Persönliche Erfahrung: Rezepte für effektive organische Ernährung
1. Kräuteraufguss
Als Rohmaterial dient alles das, was auf dem Grundstück wächst. Ein 50-Liter-Fass füllen wir zu 2/3 mit Grünabfällen, dann geben wir Melasse (Melasse 300 g/10 l Wasser) in das Wasser. In warmem Wasser verrühren und in das Fass bis zum Rand gießen. Auf den Boden stellen wir einen Belüfter (Luftkompressor), der Sauerstoff zuführt. Die Melasse in der Mischung dient als Nahrung für aerobe Bakterien. Bei eingeschalteter Sauerstoffzufuhr vermehren sich die Aeroben alle 30 Sekunden um das Doppelte exponentiell. Im Ergebnis fressen die aeroben Bakterien schädliche Krankheitserreger im Fass und verhindern die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination durch Fäulnisbakterien und Pilze.
Buchstäblich nach ein paar Tagen ist die Lösung fertig. Wir verwenden sie sofort nach dem Ausschalten des Kompressors innerhalb einer Stunde, verdünnen 1:20 und gießen an die Wurzel.
2. Fischhydrolysat
Für die Zubereitung nehmen wir Fischabfälle (frisch und ungesalzen) und drehen sie durch den Fleischwolf. Für ein 50 l Fass benötigt man 20 kg Abschnitte und Innereien.
Dann gießen wir drei Liter Molke und zwei Liter Laubstreu von einem sauberen Ort, vorzugsweise aus dem Wald. Wir nehmen einen Beutel der Mischung und schütten ihn in das Fass zu den Fischen. Die Laubstreu enthält in sich Saprophytenpilze, die organische Stoffe in Humus und Nährstoffe umwandeln.
Dann füllen wir das Fass bis zum Rand auf und geben drei Liter Melasse hinzu, danach alles gut umrühren.
Die Mischung wird über drei bis vier Wochen zubereitet. Die Lösung rühren wir täglich um, nach dem Umrühren decken wir sie mit einem Deckel mit Gasauslass ab. Die Fertigstellung ist erreicht, wenn praktisch der gesamte verarbeitete Fisch auf den Boden des Fasses gesunken ist.
Für die Bodenbewässerung nehmen wir auf 10 l Wasser 400-500 Gramm Hydrolysat, verwenden es alle fünf bis sieben Tage. Für die Blattbehandlung ist dies eine zusätzliche Stimulation der Photosynthese der Pflanzen: Wir nehmen 1 l Hydrolysat und 9 l Wasser. Die Behandlungen führen wir ausschließlich nachts durch.
Ein kleiner, aber wichtiger Tipp
Lassen Sie den Boden nicht nackt! Mulchen Sie die Beete unbedingt mit Heu, Sägespänen oder trockenen Unkräutern. Der Mulch schützt den Boden vor UV-Strahlung, dient als Nahrung für Bodenmikroorganismen, verhindert das Wachstum von Unkräutern und verleiht dem Grundstück ein gepflegtes Aussehen.