Da die Himbeere eine der am spätesten blühenden Beeren- und überhaupt Obstpflanzen ist, leidet sie selten unter Frost. Darüber berichtete der Vorsitzende des Vereins «Gärtner Russlands» Andrei Tumanow.
Seinen Worten zufolge können praktisch keine negativen Temperaturen der Pflanze selbst schaden, wenn sie an das Leben in der Mittelzone angepasst und nicht durch Krankheiten geschwächt in den Winter gegangen ist.
Allerdings können längere Minustemperaturen den aufgeblühten Blüten schaden: Die Stempel können schwarz werden, und dann kann man in diesem Jahr keine Ernte mehr erwarten. Im Falle der Himbeere ist dies jedoch kein aktuelles Problem, da einige ihrer Sorten Ende Mai zu blühen beginnen, wenn es keine anhaltenden Fröste mehr gibt, die den Blüten schaden könnten.
Doch in der Natur kann alles passieren: Die Mittelzone gilt als Zone des Risikoanbaus, und erfahrene Gärtner kalkulieren immer ein, dass ein Teil der Ernte verloren gehen kann, und niemand ist vor plötzlichen Nachtfrösten gefeit.
«Verschiedene Sorten blühen in verschiedenen Regionen unterschiedlich. Und es ist wichtig, dass die gewählte Sorte in unserer Region nicht während der Zeit der traditionellen Spätfröste blüht.
Natürlich kann das Wetter plötzlich alles töten, egal welche Ratschläge man gibt. Wenn anomale −10 oder −15 kommen, können Sie nichts retten, nichts. Wir leben in einer Zone des Risikoanbaus, und wenn wir in solchen Fällen etwas verlieren, ist das normal. Für erfahrene Gärtner gehört das zu den erwarteten Verlusten», — erklärte Tumanow.
Der Experte wies auch darauf hin, dass vieles nicht nur von äußeren Bedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dauer des Frostes abhängt, sondern auch von einer fachgerechten Zonierung des Setzlings. Zum Beispiel, wenn eine Pflanze von Anfang an nicht für den Freilandanbau in der Mittelzone ausgelegt ist, wird sie auch ohne Frost keine Früchte tragen.
«Wenn bei Ihnen etwas erfriert und regelmäßig Probleme auftreten, müssen Sie sich Umgehungsmöglichkeiten einfallen lassen. Zum Beispiel kann man remontierende Sorten mit normalen mischen. Im Fall von remontierenden Himbeersorten kann man sie nach einem plötzlichen Frost einfach abschneiden, und über den Sommer wachsen neue Triebe nach, die eine Herbsternte bringen», — fasste Tumanow zusammen.