Kohlarten

Von den Kohlpflanzen ist bei uns der Weißkohl mit einer großen Anzahl von Sorten — frühen, mittleren und späten — am weitesten verbreitet. Neben dem Weißkohl gibt es noch andere Kohlarten: Blumenkohl, Wirsing, Rosenkohl, Chinakohl und Kohlrabi. In Bezug auf Nährwert und Geschmack stehen sie dem Weißkohl in nichts nach.

Kohlvarianten nach Reifezeit

Weißkohl wird in frühen, mittleren und späten unterschieden. Frühen kann man zweimal im Jahr anbauen. Um eine frühe Ernte zu erzielen, sät man ihn Anfang März. Da er sich schlecht lagern lässt — wird er hauptsächlich für Salate und andere Gerichte verwendet.

Mittelspäter Kohl. Die Aussaat für die Setzlinge erfolgt etwa 20 Tage später als die Aussaat von frühem Kohl, 40-50 Tage vor dem Auspflanzen ins Freiland. Der Pflanzabstand wird je nach Bodenfruchtbarkeit festgelegt — 60-70 Zentimeter zwischen den Reihen und 40-50 Zentimeter in der Reihe.

Die Ernte erfolgt selektiv, sobald die Köpfe reif sind, ohne dass sie überreif werden. Der Hauptzweck des mittleren Kohls — der Verzehr in frischem Zustand während des Sommers und des frühen Herbstes.

Später Kohl. Diese Sorten reifen 140-190 Tage nach der Aussaat und sind sowohl für den Frischverzehr als auch für die Sauerkrautherstellung bestimmt. Die Setzlinge der späten Kohlsorten werden in der dritten Maidekade und der ersten Junidekade ausgepflanzt. Eine Verzögerung der Pflanzung führt zu Ertragseinbußen.

In letzter Zeit wenden viele Gärtner eine setzlingslose Anbaumethode für späten Kohl an, die darin besteht, dass die Samen im zeitigen Frühjahr direkt in den Boden gesät werden.

Die Ernte des späten Kohls erfolgt auf einmal, im späten Herbst, vor dem Einsetzen des Frostes.

Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Kohlarten?

Blumenkohl. Blumenkohl ist anspruchsvoller in den Wachstumsbedingungen als der Weißkohl. Er benötigt gemäßigte Wärme und ausreichende Boden- und Luftfeuchtigkeit.

Die Bodenvorbereitung für Blumenkohl, die Methoden der Setzlingsanzucht, der Zeitpunkt und die Art des Auspflanzens sowie die Pflege sind die gleichen wie bei Weißkohl, jedoch werden die Pflanzen in der Reihe etwas dichter gesetzt. Der Reihenabstand beträgt in der Regel 45-50 Zentimeter, und der Abstand zwischen den Pflanzen in der Reihe — 35-40 Zentimeter.

Die Blütenstände des Blumenkohls, oder wie sie allgemein genannt werden, die Köpfe, sind sehr zart: Unter dem Einfluss von Sonnenlicht und Hitze werden sie schnell grob, nehmen eine grünliche oder gelbe Färbung an und verlieren ihren Handelswert. Daher sollten sie vor Sonnenstrahlen geschützt werden, indem man sie mit Blättern bedeckt oder die Blätter zusammenbiegt und oben über den gebildeten Blütenständen des Kohls zusammenbindet. Die Ernte erfolgt, wenn der Kopf normale Größe erreicht hat, wobei eine Gelbfärbung und ein «Auseinanderfallen» des Blütenstandes vermieden werden. Überreife, vergröberte Köpfe sind kaum zum Verzehr geeignet.

Siehe auch:
Kohlrabi: Pflanzung und Pflege

Innerhalb eines Jahres können auf derselben Fläche erfolgreich zwei Ernten erzielt werden. Der Blumenkohl der zweiten Ernte kann drei Wintermonate lang frische Produkte liefern.

Andere Kohlarten. Neben den beschriebenen Kohlpflanzen sollten im Garten Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl, Chinakohl und Kohlrabi angebaut werden. Diese Kohlarten waren früher wenig verbreitet, stellen aber einen großen Wert dar.

Rotkohl wird vorwiegend roh als Salat oder gedünstet verzehrt. Er lässt sich sehr gut in Kellern lagern und stellt daher ein wertvolles Wintersalatprodukt dar.

Wirsing ähnelt stark den Kopfsorten des Kohls und unterscheidet sich nur dadurch, dass seine Blätter blasig-runzelig sind. Zum Einlegen ist Wirsing völlig ungeeignet, dafür bleibt er im Winter gut frisch. Dieser Kohl ist sehr frostbeständig und kann daher bis in den späten Herbst angebaut und direkt vom Feld geerntet werden. Wirsing wird gekocht verzehrt oder wie Blumenkohl gekocht und dann in Öl gebraten. In Borschtsch und Gemüsesuppen schmeckt er besser als Kopfkohl.

Rosenkohl unterscheidet sich von anderen Kohlarten durch seinen hohen Stängel von 50 bis 70 Zentimetern. An den Stängeln, an der Basis der langstieligen Blätter, bilden sich kleine Röschen von der Größe einer Walnuss bis zu einem Hühnerei. Sie werden gegessen: in Suppen, gedünstet oder gekocht und gebraten. Rosenkohl lässt sich gut in Kellern lagern.

Kohlrabi, auch als Rübenkohl bezeichnet, zeichnet sich dadurch aus, dass sich kein Kopf, sondern ein verdickter kugelförmiger Stängel entwickelt, an dem sich langstielige Blätter befinden. Dieser kugelförmige Stängel wird gegessen. Geschmacklich erinnert Kohlrabi an das Herz des Kohlstrunks, zeichnet sich jedoch durch größere Saftigkeit, Zartheit und Aroma aus. Junge Kohlrabistängel sind sehr reich an Proteinen und Zucker, und ihr Saft enthält viele Vitamine.

Chinakohl stellt geringe Ansprüche an den Boden und wird wie Weißkohl angebaut. Er eignet sich hervorragend für Salate und andere Gerichte.

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