Neben der traditionellen Methode, Kartoffeln aus Saatgut anzubauen, können sie auch aus Augen und durch Teilung des Busches angebaut werden.
Kartoffelanbau aus Augen
Für die Anzucht von Kartoffelsetzlingen aus Augen sollten die Augen 20–25 Tage vor dem Pflanzen aus gesunden Knollen entnommen werden. Die Augen werden kegelförmig herausgeschnitten, mit einem Gewicht von 1–2 Gramm, einem Durchmesser von 1 Zentimeter, wobei das Knollengewebe 1 Zentimeter tief erfasst wird. Die ausgeschnittenen Augen werden noch am selben Tag in Kisten gepflanzt, mit der Schnittfläche nach unten. Auf einem Quadratmeter der Kiste werden bis zu 300 Augen untergebracht und mit einer 1 Zentimeter dicken Schicht Gewächshauserde bedeckt.
Die Erde in den Kisten wird mit Wasser von Raumtemperatur gegossen; die Augen werden bei einer Temperatur von 14–20 Grad zum Keimen gebracht.
Nach 12–13 Tagen erreichen die Triebe aus den Augen eine Höhe von 2–3 Zentimetern, danach wird erneut eine 1 Zentimeter dicke Schicht Gewächshauserde aufgebracht.
Weitere Informationen zur Pflege der Setzlinge finden Sie im Artikel darüber, wie man Kartoffeln aus Samen anbaut und wie man diese Samen sammelt.
Kartoffelanbau durch Teilung des Busches
Die Teilung der Büsche wird angewendet, wenn die Triebe noch jung sind und nur jeweils 3–4 gut entwickelte Blätter haben. Diese Methode besteht darin, dass von einem Busch mit 8–9 Stängeln an der Basis 3–4 Stängel mit Wurzeln abgetrennt werden. Dazu wird die Erde auf einer Seite des Busches abgeschoben, und dann werden die benötigte Anzahl Stängel mit Wurzeln vorsichtig von Hand abgetrennt, wobei darauf geachtet wird, den am Standort verbleibenden Hauptkartoffelbusch nicht zu beschädigen. Die abgetrennten Triebe mit Wurzeln werden sofort auf die gleiche Weise wie normale Setzlinge in die Erde gepflanzt. Zuerst werden in die für die Pflanzung vorgesehenen Löcher 200–250 Gramm Humus eingebracht, gut mit der Erde vermischt und dann die abgetrennten Kartoffeltriebe eingepflanzt.
Nach dem Pflanzen wird das Loch reichlich gewässert und mit trockener Erde bestreut. Wenn während der Umpflanzung der Triebe nicht genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, werden die Löcher zunächst mit Wasser gegossen. Die Umpflanzung der Kartoffeltriebe sollte bei bewölktem Wetter oder am Abend erfolgen, noch besser nach einem guten Regen. Bei solchem Wetter wurzeln die gepflanzten Pflanzen besser, und die Büsche, von denen die Stängel abgetrennt wurden, sind weniger anfällig für Krankheiten.
Die vom Busch abgetrennten Stängel dürfen auf keinen Fall in der Sonne oder im Wind gehalten werden, da sie austrocknen und absterben können.
Pflege von Kartoffeln, die auf diese Weise gepflanzt wurden, ist die gleiche wie bei Kartoffeln, die mit normalen Knollen ausgepflanzt wurden.