Plötzlicher Kälteeinbruch. Welche Pflanzen bei Frost zuerst Schaden nehmen

Was mit Obstbäumen und Sträuchern passiert, erklärte die Biologin und Agronomin Jelena Gorbunowa.

Der kritische Moment für den Garten

«Die Zeit der Frühlingsblüte — ist eine der verwundbarsten Phasen in der Entwicklung der Pflanzen. Blüten und Fruchtansätze sind besonders empfindlich gegenüber Nachtfrösten. Wenn die Temperatur auch nur für einige Stunden unter null fällt, kann dies zu irreversiblen Schäden führen», — so die Expertin.

Erfahrene Gärtner wissen, so ihre Aussage, dass Vorboten von Frost oft klare, windstille Abende mit schneller Abkühlung nach Sonnenuntergang sind. Die größte Gefahr besteht eine Stunde vor Sonnenaufgang und in den zwei Stunden danach — zu dieser Zeit erreicht die Temperatur ihren Tiefstpunkt. Besondere Aufmerksamkeit sollte man Senken und Schluchten widmen, wo sich kalte Luft sammelt.

Welche Pflanzen durch Frost gefährdet sind

Apfelbäume und Birnbäume

Auf verschiedenen Stadien der Blüte reagieren Pflanzen unterschiedlich auf Kälte. So können geschlossene Knospen –2,8…–3,9 °C überstehen, während offene Blüten bereits bei –1,7…–2,2 °C geschädigt werden. Die Fruchtansätze sterben bei −1,1…–2,2 °C. Studien zeigen beispielsweise, dass die Apfelsorten «Antonowka gewöhnliche», «Papirowka», «Schelannoje» am besten Kälte vertragen — bei ihnen werden nicht mehr als 25 % der Knospen geschädigt. Am empfindlichsten erwiesen sich «Melba», «Sweschest», «Sinap Orlowskij» — bis zu 75 % der geschädigten Knospen.

Steinobstkulturen

Kirschen sind besonders empfindlich gegen Fröste: bereits bei −2 °C sterben bis zu 20 % der Blüten, bei −3 °C — bis zu 80 %. Die Fruchtansätze sterben bei −1,1 °C. Widerstandsfähiger sind spätblühende Sorten, wie «Schokoladniza», sowie «Turgenewka» und «Rowesniza» (bis −2 °C).

Beerensträucher

Schwarze Johannisbeere hält vor dem Blattaustrieb und im Knospenstadium bis −5 °C aus, während der Blüte bis −4 °C, junge Fruchtansätze sind jedoch anfälliger. Empfohlene Sorten: «Detskoselskaja», «Lentjaj», «Zerera». Bei roten Johannisbeeren sterben die Fruchtansätze bei −5 °C ab, die Blüten bei −2 °C. Eine der widerstandsfähigen Sorten ist «Gollandskaja krasnaja». Heckenkirsche ist eine der robustesten Beerenpflanzen. Knospen, Blüten und Fruchtansätze halten bis −8 °C aus, was sie zu einem wahren Glücksfall für den wechselhaften Frühling macht.

Wie man den Garten vor Frost schützt

Gärtner können das Wetter nicht beeinflussen, aber sie können Maßnahmen ergreifen, um den Schaden zu minimieren.

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1. Abdecken der Pflanzen

Verwenden Sie Vliesstoff oder Spinnvlies für Sträucher und junge Bäume. Beispielsweise kann man Erdbeeren mit Stroh, Zeitungen oder Stoff abdecken. Wichtig ist, dass die Abdeckung vor dem Frost und nach einer gründlichen Bewässerung angebracht wird, damit die Feuchtigkeit die Wärme länger speichert.

2. Reichliches Gießen

Feuchtigkeit im Boden hilft, Wärme zu speichern und die Abkühlung zu verlangsamen. Gießen Sie die Baumscheiben am Abend vor dem Frost.

3. Feinberegnung

Dieses Verfahren wird in Obstplantagen angewandt. Bei der Kristallisation gibt Wasser Wärme ab, und die Blüten bleiben selbst bei Minusgraden lebendig. Mit der Beregnung sollte rechtzeitig begonnen werden – bei +0,5 °C, wenn −2 °C erwartet werden, und bei +2 °C, wenn die Prognose −5 °C vorhersagt. Die Beregnung wird eingestellt, wenn die Temperatur stabil über +1 °C steigt. Es ist wichtig, eine kontinuierliche Bewässerung aufrechtzuerhalten, da sonst bei Wasserunterbrechung eine Eisschicht auf den Blättern und Zweigen entsteht, die das Gefrieren sogar beschleunigt.

4. Räuchern

Eine der alten und bewährten Methoden ist das Anlegen von Rauchhaufen im Garten. Sie können die Temperatur um 1–2 °C erhöhen, was zum Schutz der Blüten ausreicht. Die Haufen werden aus trockenen und feuchten Materialien hergestellt, um ein Glimmen und keine offene Flamme zu erzeugen. Es werden mindestens sechs Haufen pro 600 m² benötigt, der Abstand zwischen ihnen beträgt 5–8 Meter. Wenn das Räuchern synchron mit den Nachbarn durchgeführt wird, verstärkt sich der Effekt.

5. Schnee von den Zweigen entfernen

Wenn ein starker Schneefall einsetzt, kann nasser Schnee die Bäume beschädigen. Besonders betroffen sind Pflanzen mit brüchigen Zweigen und dichter Krone. Um Brüche zu vermeiden, sollte der Schnee vorsichtig mit einem Stock abgeschüttelt werden, der mit Stoff oder Schaumstoff umwickelt ist, um die Rinde nicht zu verletzen.

Wie man Schäden nach Frost überprüft

Wenn Sie vermuten, dass die Blüten durch Frost geschädigt wurden, können Sie einen einfachen Versuch durchführen.

«Schneiden Sie ein paar Zweige mit Blüten ab und stellen Sie sie ins Wasser. Nach zwei Tagen wird sichtbar: Bei lebenden Blüten bleiben die Stempel grün, bei abgestorbenen werden sie braun», — rät der Agronom.

Vorbeugung für die Zukunft

Beim Anlegen eines Gartens ist es sinnvoll, Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten zu pflanzen — später blühende Blüten entgehen oft den Frühlingsfrösten. Vermeiden Sie auch Pflanzungen in Senken, wo sich häufig kalte Luft sammelt.

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