Aromatische Kräuter werden von jeder selbstachtenden Hausfrau immer gebraucht. Oder vom Hausherrn, wenn er sich nicht scheut, sich in der Kochkunst zu üben. Daher räumen viele zu Recht den Gewürzen ein wenig Platz auf dem Gartengrundstück ein. Aber dabei sind von Bewohnern nicht allzu warmer Regionen oft Klagen über die dürftige Auswahl zu hören. Wie berechtigt sind sie?
Der Agronom antwortet:
— Die Klagen sind nur teilweise berechtigt. Ja, tatsächlich, so etwas wie Zimt — das ist nicht unsere Sache. Oder selbst ein anständiger Lorbeerstrauch. Aber es gibt ja eine Reihe von durchaus an die rauen Bedingungen angepassten Gewürz- und Aromapflanzen.
Beginnen wir wenigstens mit Kümmel. Ein ausgezeichnetes Gewürz! Er ist kälteresistent bis zu minus 10 Grad. Aber dabei ist er anspruchsvoll an den Boden: er mag es fruchtbarer und lockerer. Der Standort für Kümmel muss unbedingt sonnig sein. Und übertreiben Sie es nicht mit dem Gießen — Kümmel verträgt keine Übernässung und reagiert darauf mit Wurzelfäule.
Und was ist schlecht an Thymian, auch als Quendel bekannt? Er ist in jeder Hinsicht gut! Für ihn eignet sich ein Plätzchen mit leichtem Halbschatten und leichter Erde. Im Frühling muss Thymian unbedingt zurückgeschnitten werden, damit das Pflänzchen kompakt bleibt, und man muss Ausläufer entfernen — sonst erobert er eine Fläche, die ihm nicht zusteht.
Nicht sehr beliebt auf unseren Datschen ist Liebstöckel, und das völlig unverdient. Er ist anspruchslos, vermehrt sich leicht durch Samen oder auch durch Teilung des Busches. Beim Anbau erfordert diese aromatische Pflanze Einschränkungen — Liebstöckel ist ziemlich aggressiv und kann Flächen überwuchern, die nicht für ihn vorgesehen sind.
Dost, auch als Oregano bekannt, ist nicht sehr anspruchsvoll an den Boden, aber anspruchsvoll an die Beleuchtung: nur ein sonniger Standort kommt für sie in Frage. Auch mit Wasser ist sie etwas wählerisch: sie mag keine übermäßige Trockenheit, steht aber auch Übernässung ablehnend gegenüber. Sie wächst gut, ohne ihre kulinarischen Eigenschaften zu verlieren, mindestens 5 Jahre am gleichen Ort. Am besten kultiviert man sie durch Vorkultur.
Nun und natürlich, wie könnte es ohne Koriander (grün) oder Koriander sein? Koriander kann von Mai bis August ausgesät werden, wobei man mehrere Ernten einfährt. Den Boden mag Koriander leicht und fruchtbar, reagiert schlecht auf erhöhten Säuregehalt. Im Übrigen ist er anspruchslos und kälteresistent.
Die Liste wäre unvollständig ohne Basilikum. Sein Geschmack ist unbestritten, aber er erfordert leider eine Anzuchtphase, wenn man ihn in den Datschen der Mittelzone anbaut. Es gibt zwar einige Sorten, die man direkt ins Freiland säen kann (Limontschik, Jerewanski), aber ihr Geschmack ist doch nicht ganz derselbe.
Und noch — Safran. Er ist für alle Datscha-Besitzer durchaus machbar, nur der Platz dafür muss unbedingt sonnig und gut drainiert sein — besser säht man ihn auf erhöhten Stellen. Safran pflanzt man am besten Ende Mai und im Juni.