Sich auf der Datscha den Rücken ruinieren. Osteopath Simkin nennt die schlechtesten Möbel für das Gartenhaus.
Die moderne Datscha — ist mehr als nur ein Gemüsegarten mit endlosen Beeten und Gewächshäusern. Das Grundstück vor der Stadt wird zu einem Ort der Erholung, an dem man Zeit allein mit der Natur verbringen und sich vom Arbeitsalltag erholen kann. Auch die Herangehensweise an die Einrichtung des Datscha-Lebens ändert sich. Heute bieten Geschäfte und Marktplätze eine große Auswahl an Liegestühlen, Esstischgruppen, Sofas und Hängematten für die Datscha. Was sollte man bei der Auswahl von Gartenmöbeln beachten, damit die Erholung nicht zu Rückenproblemen führt? Das erklärt der Osteopath Dmitri Simkin.
Inhaltsverzeichnis:
Sofas, Sessel, Esstischgruppen
Die Hauptaufgabe von Gartenmöbeln — ist es, als Ort der Erholung zu dienen. Entspannen, ein Buch lesen, den Morgenkaffee trinken, sich sonnen oder vielleicht sogar ein kurzes Nickerchen machen. Das heißt, man geht davon aus, dass wir längere Zeit auf dem Sessel sitzen werden, und nicht nur fünf Minuten in den Pausen zwischen dem Jäten der Beete. Dementsprechend — müssen solche Möbel unbedingt ergonomisch sein.
Die größte Gefahr für die Rückengesundheit stellen niedrige Sessel und Sofas mit tiefer Sitzfläche dar. Sie mögen sehr stilvoll aussehen, sind aber völlig ungeeignet für die längere Nutzung. Die unzureichende Sitzhöhe zwingt uns, die Knie unnatürlich hoch anzuheben, und aufgrund der großen Tiefe erreichen wir nur schwer die Rückenlehne. Der Rücken bleibt ohne Stütze und nimmt eine gebeugte Haltung ein. Dies führt zu einer Kompression und Verformung der Bandscheiben im Lenden- und Brustbereich, was das Risiko von Protrusionen und mit der Zeit auch von Bandscheibenvorfällen erhöht. Besonders dann, wenn die Person bereits Rückenprobleme hat.
Die optimalste Wahl sind Sessel, Stühle und Sofas in Standardgrößen. Sie sollten eine ausreichende Höhe haben, sodass der Winkel zwischen Oberschenkel und Rücken nicht spitz ist. Ein obligatorisches Kriterium ist das Vorhandensein einer bequemen, hervorstehenden Stütze für den Lendenwirbelbereich. Wenn man sitzt, sollte die Lendenwirbelsäule durch die Krümmung der Rückenlehne oder ein zusätzliches Kissen in einer gewölbten Position bleiben. Falls der Hersteller diese Option nicht vorsieht, sollte man ein Kissen oder eine kleine Rolle zusätzlich kaufen. Die Rückenlehne des Sessels sollte übrigens nicht zu stark geneigt sein, da sonst das Becken unwillkürlich nach vorne rutscht, sich auf das Steißbein stützt und die Lendenwirbelsäule sich beugt.
Einen Tisch für Mahlzeiten auf der Terrasse oder im Garten sollte man ebenfalls in klassischer Höhe wählen, damit man sich beim Essen nicht zu tief beugen muss. Ein Couchtisch eignet sich für eine Tasse Kaffee oder eine Schale mit Snacks, nicht aber für eine vollwertige Mahlzeit.
Wir wählen einen Liegestuhl
Liegestühle machen den Eindruck der idealen Gartenmöbel für die Erholung im Grünen, aber auch unter ihnen gibt es sowohl gelungene Konstruktionen als auch weniger gelungene. Eine gute Wahl sind Modelle mit anatomischer Krümmung des Korpus. Solche Liegestühle sind entweder von vornherein an die physiologischen Krümmungen der Wirbelsäule angepasst oder bieten eine Verstellmöglichkeit. Sie bieten eine Stütze für die Lendenwirbelsäule und eine leichte Erhöhung im Kopfbereich, und zudem lassen sich die Beine in einer angewinkelten Position bequem ablegen.
Die am wenigsten bevorzugte Variante sind Liegestühle mit einer ebenen Fläche, bei denen lediglich der obere Teil angehoben wird. Das Becken rutscht in solchen Modellen unweigerlich nach vorne, was die Lendenwirbelsäule zwingt, sich zu beugen, und die Belastung auf das Steißbein erhöht. Dies ist sowohl für die Wirbelsäule als auch für die Beckenorgane schädlich. Das zweite Problem ist das Fehlen einer bequemen Stütze im Halswirbelbereich, wodurch der Kopf oft in der Schwebe gehalten werden muss. Der Hals ist dabei ständig gebeugt und zusammengedrückt, was wiederum zu einer Verformung der Bandscheiben, der Bildung von Protrusionen und einer Verschlimmerung von Hernien führen kann.
Schaukel und Hängematte
Schaukeln sind eine sehr gute Wahl für das Ferienhaus. Besonders gut sind Konstruktionen in Form von Bänken mit Rückenlehne. Sie ermöglichen Entspannung, halten dabei aber die Wirbelsäule in einer bequemen Position. Modelle in Form eines «Nestes» eignen sich eher zum Schaukeln im Stehen — in ihnen zu sitzen ist nicht allzu bequem.
Es ist zulässig, eine Hängematte zu verwenden, jedoch nur für kurze Ruhepausen. Beim Schwingen wird der untere Rücken gebeugt und die Belastung der Bandscheiben steigt. Wenn man 10–15 Minuten schaukelt, entsteht kein Schaden. Aber stundenlang in der Hängematte zu liegen oder gar darin zu schlafen – das ist definitiv nicht zu empfehlen.