Für die Vermehrung der Erdbeeren werden drei Methoden verwendet: Samen, Ausläufer und Teilung der Büsche.
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Vermehrung der Erdbeeren durch Teilung des Busches
Bei akutem Mangel an Pflanzmaterial wird auf diese Methode zurückgegriffen. Sie wird auch dann angewendet, wenn besonders wertvolle Sorten an einen neuen Standort umgesetzt werden müssen. Bereits im Alter von 2-4 Jahren können die Büsche geteilt werden.
Es sollten Pflanzen mit gesundem Rhizom und gut entwickeltem Wurzelwerk ausgewählt werden.
Für einige Sorten von Erdbeeren ist diese Methode durchaus üblich, da sie nur sehr wenige Ausläufer bilden. Die starke Verzweigung der Triebe ist ein charakteristisches Merkmal der remontierenden Erdbeeren. Diese Triebe bilden sich bei Büschen im Alter von 3 Jahren. Bei solchen Büschen entstehen 30 — 40 verkürzte Triebe (Hörner).
Ein solcher ausgebildeter Trieb hat eine Endknospe und mehrere seitliche Achselknospen sowie eine Blattrosette. Die Adventivwurzeln befinden sich an der Basis des Busches. Das Ausgraben solcher Pflanzen erfolgt entweder im Herbst oder im Frühjahr. Dann werden sie vorsichtig in Teile geteilt. Jedes Hörnchen mit Wurzeln und Blattrosette wird als neue Pflanze zum Einpflanzen verwendet.
Vermehrung der Erdbeeren durch Samen
In der Züchtungsarbeit bei der Entwicklung neuer Sorten wird diese Methode am häufigsten verwendet. Ihre Anwendung stellt sicher, dass alle Merkmale der Mutterpflanze an die Nachkommen weitergegeben werden.
Bei der Vermehrung der kleinfrüchtigen remontierenden Gartenform der Walderdbeere ist diese Vermehrungsmethode durchaus traditionell. Das Besondere an dieser Erdbeere ist, dass sie keine Ausläufer bildet. Die aus Samen gewonnene Nachkommenschaft behält die morphologischen und wirtschaftlich-biologischen Merkmale sowie die Eigenschaften der Mutterpflanze vollständig bei.
Im Juli – August werden die Früchte geerntet, wobei die größten und nicht überreifen Früchte ausgewählt werden. Die oberste dünne Schicht des Fruchtfleisches mit den Samen wird vorsichtig mit einer Klinge abgeschnitten. Dann wird sie auf einem Leinentuch verrieben und anschließend mehrere Tage getrocknet. Danach wird die getrocknete Masse zerrieben. Die Samen werden vom Fruchtfleisch getrennt. Dann werden sie in Papiertüten gegeben, in denen sie bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Wenn die Erdbeerfrüchte nicht besonders groß sind, können sie ganz in der Sonne getrocknet werden. Und in getrockneter Form bis zur Aussaat aufbewahren. Es wird auch die nasse Methode der Samengewinnung verwendet, bei der die Samen unter Wasser abgewaschen werden. Wenn die Samen richtig und rechtzeitig geerntet wurden, behalten sie ihre Frische für 3 — 4 Jahre.
Vermehrung der Erdbeere durch Ausläufer
Die Organe der vegetativen Vermehrung der Erdbeere sind die Ausläufer.
Ihr massenhaftes Auftreten erfolgt gegen Ende der Erntezeit (im Juli — August) sowie danach. Bis zum Ende der Vegetationsperiode wachsen die Ausläufer weiter. Zu beiden Seiten der gepflanzten Pflanzen wachsen die Ausläufer weiter. Die bewurzelten Rosetten sind in der Lage, kriechende Triebe zu bilden. Die Anzahl der Triebe, die sich an den Erdbeerpflanzen bilden, kann 10 bis 30 Stück betragen. Ihre Anzahl hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Sorte, das Alter der Pflanze. Daneben spielen auch die Bodenfruchtbarkeit, das Niveau der Agrartechnik, die Wetterbedingungen und eine Reihe weiterer Faktoren eine Rolle.
Im ersten Jahr nach der Pflanzung der Mutterpflanzen erscheinen nur wenige Ausläufer. Die Setzlinge entwickeln sich jedoch kräftig und von guter Qualität. Eine Herbstpflanzung liefert bis zum Sommerende wesentlich mehr kriechende Triebe und Rosetten als eine Frühjahrspflanzung. Erdbeerpflanzen im Alter von 2-3 Jahren haben die größte Fähigkeit zur Ausläuferbildung.
Die Fähigkeit zur Bildung von Vermehrungstrieben nimmt mit zunehmendem Alter der Pflanzen ab. Auch die Qualität der darauf wachsenden Setzlinge verschlechtert sich. Bei einzelnen Erdbeersorten kann die Länge der horizontal kriechenden Triebe 2 m oder mehr erreichen. Aus diesem Grund muss bei der Anlage von Mutterpflanzen der Abstand zwischen den Reihen und den Sortenblöcken mindestens 2,8 — 3 m betragen, um eine Sortenvermischung zu vermeiden.
An jedem kriechenden Trieb können sich 2 bis 3 oder mehr Rosetten bilden. Aus den ersten 1 bis 2 Rosetten des Mutterpflanzes entstehen die kräftigsten Setzlinge. In der zweiten Hälfte der Ausläuferlänge bilden sich die schwächsten. Die Endrosetten und die ihnen nahe gelegenen Rosetten können nicht genügend Ausläufer bilden. Wenn die verbindenden Teile im Winter absterben, gehen diese unterentwickelten Rosetten im Frühjahr zugrunde.
Die im Herbst oder Frühjahr an den Ausläufern entstandenen Tochterpflanzen werden ausgegraben und dann zur Anlage neuer Pflanzungen verwendet.