Müll und Unkraut. Was sich ab dem 1. September bei der Entziehung von Grundstücken ändert

Ab dem 1. September treten neue Kriterien für die Entziehung herrenloser Grundstücke in Kraft. Während die Eigentümer bereits vorzeitig in Panik geraten, beruhigen Anwälte: Tatsächlich ist dieser Regelkatalog — eine wichtige Neuerung im russischen Bodengesetz, die auf eine effizientere Nutzung des nationalen Grundfonds abzielt.

«Aus rechtlicher Sicht basieren diese Änderungen auf dem Bundesgesetz vom 08.08.2024 Nr. 307-FZ, das seit dem 1. März 2025 in Kraft ist und neue Anforderungen an Grundstückseigentümer stellt. Die Konkretisierung der Kriterien erfolgte durch die Verordnung der Regierung der Russischen Föderation Nr. 826 vom 31.05.2025, die die Merkmale der Nichtnutzung von Grundstücken festlegt», — erklärt Rechtsanwältin Marjana Chadschijewa.

Die wichtigsten Kriterien, die eine Entziehung des Grundstücks ermöglichen, sind:

  • die Vermüllung von mehr als der Hälfte des Gebiets mit Abfällen oder Müll und die Nichtbeseitigung des Problems innerhalb eines Jahres ab dem Tag der Feststellung;
  • die Bewachsung des Gebiets mit Unkraut, wenn innerhalb eines Jahres mehr als die Hälfte der Grundstücksfläche mit Unkraut von über 1 Meter Höhe bedeckt ist;
  • das Fehlen eines errichteten und registrierten Gebäudes innerhalb von bis zu fünf Jahren für Bauland und bis zu sieben Jahren für den individuellen Wohnungsbau; der schlechte Zustand von Gebäuden, z. B. eingestürzte Wände oder fehlende Fenster.

«Aus verfahrensrechtlicher Sicht ist es wichtig zu betonen, dass die Entziehung ungenutzten Landes die letzte Maßnahme ist, — betont die Expertin. — Zunächst prüfen die zuständigen Stellen die Begründetheit, geben dem Grundstückseigentümer die Möglichkeit, Erklärungen abzugeben und das Problem zu beheben. Bei der ersten Feststellung eines Verstoßes wird kein Bußgeld verhängt — die Strafe beschränkt sich auf eine Verwarnung. Danach droht dem Eigentümer jedoch ein Bußgeld von 200-500 €. Wenn der Eigentümer den Verstoß nicht innerhalb von sechs Monaten behebt, wird Rosreestr eine Mitteilung an die zuständige Behörde senden, um ein Verfahren vor Gericht zur Entziehung des Grundstücks einzuleiten».

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Die gerichtliche Praxis zeigt verschiedene Fälle der Anwendung von Maßnahmen zur Entziehung von Grundstücken. So wandte sich in der Oblast Wolgograd ein Bürger zur Wahrung seiner Interessen an das Gericht, jedoch bestätigte das Gericht die Rechtmäßigkeit der Entziehung mit der Begründung, dass der Bürger das Grundstück, das für den Wohnungsbau bereitgestellt worden war, über einen langen Zeitraum (über 9 Jahre) nicht genutzt hatte. In einem anderen Fall in Nischni Nowgorod wurde einem Bürger ein Grundstück mit einer Fläche von 874 m² wegen Zweckentfremdung entzogen — das Grundstück wurde als kostenpflichtiger Parkplatz genutzt, obwohl es gesetzlich als privater Wohnbereich galt.

«Die rechtliche Bewertung dieser Neuerung zeigt das Bestreben des Staates zu einer rationelleren Nutzung von Grundstücksressourcen. Zugleich ist es wichtig zu betonen, dass ohne Einhaltung des festgelegten Verfahrens, das die Durchführung einer Kontrolle durch die Aufsichtsbehörde für Grundstücke, die Festsetzung einer Frist zur Beseitigung der festgestellten Verstöße und die anschließende administrative Haftung des Schuldigen wegen Nichterfüllung einer solchen Anordnung umfasst, die Entziehung als rechtswidrig angesehen werden kann, — sagt Chadschijewa. — Darüber hinaus, wenn Eigentümer aus objektiven Gründen das Grundstück nicht fristgerecht erschließen können, werden diese Umstände bei der Prüfung von Ordnungswidrigkeitenverfahren bewertet, und der Grundstückseigentümer hat das Recht, Unterlagen vorzulegen, die die Gründe belegen, die ihn an der Erfüllung seiner Pflichten gehindert haben.

Die neuen Kriterien schaffen eine klarere rechtliche Sicherheit für die Eigentümer von Grundstücken, indem sie ihnen genau verstehen lassen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Entziehung zu vermeiden. Dabei sieht der Gesetzgeber ausreichende Garantien zum Schutz der Rechte der Eigentümer vor, einschließlich der Möglichkeit, Erläuterungen zu erhalten, Verstöße zu beseitigen und gerichtlichen Schutz zu erhalten».

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