Selbst auf dem kleinsten Gemüsegarten versuchen Hobbygärtner immer, ein Beet für Knoblauch freizuschaufeln. Die Kultur ist, wie man es auch dreht und wendet, äußerst nützlich und nicht übermäßig schwierig im Anbau. Dennoch besteht stets das Risiko, anstelle der gewünschten vollgewichtigen Knollen einen zwar dicken, aber im Haushalt weniger verwendbaren Stiel zu erhalten. Der Schlüssel zur Vermeidung dieser Unannehmlichkeit liegt im Düngesystem. Wie kann man es richtig aufbauen?
Antwortet der Agronom:
— Die Anzahl der Düngungen von Knoblauch (Winter- und Sommerknoblauch) schwankt in verschiedenen Empfehlungen zwischen zwei und sieben. In der Tat, wie langjährige Erfahrung zeigt, reichen für eine gute — sagen wir mal, überdurchschnittliche — Ernte 3-4 Düngungen pro Anbausaison aus.
Knoblauch benötigt wie viele andere Pflanzen zwei Nährstoffphasen. Die erste dient dem Wachstum von Stiel und Blättern, die zweite der Bildung und dem vollen Wachstum der Knollen, deretwegen er eigentlich von Hobbygärtnern angebaut wird. Für die erste Phase werden selbstverständlich stickstoffhaltige Dünger benötigt, für die zweite Kalium-Phosphor-Dünger. In der zweiten Phase sind Stickstoffdünger nicht nur unnötig, sondern sogar teilweise schädlich.
Konkret kann man derzeit einige Korrekturen an diesen Postulaten vornehmen. Nämlich eine Anpassung an die vergangenen, recht intensiven Frostperioden. Das heißt, theoretisch haben Hobbygärtner wahrscheinlich bereits Stickstoff unter den Winterknoblauch gegeben — da dies logischerweise im April/Anfang Mai erfolgt —, jedoch schadet es angesichts der Kälte nicht, den leicht geschwächten Pflanzen zusätzlichen Stickstoff zuzuführen, sondern hilft ihnen. Dies gilt, betone ich, für Winterknoblauch. Für Sommerknoblauch hingegen ist Mai/Anfang Juni genau die Zeit, in der er eine stärkende Dosis Stickstoff erhalten muss.
Daher decken sich die Interessen der beiden Knoblaucharten derzeit teilweise. Von den Stickstoffdüngern gelten für Knoblauch — völlig zu Recht — Harnstoff, Ammoniumnitrat und Rinderjauche als optimal.
Von Harnstoff sind 20 g auf 10 Liter Wasser zu nehmen. Auf einen Quadratmeter Beet werden mindestens 2 Liter dieser Nährlösung benötigt. Von Ammoniumnitrat werden auf 10 Liter Wasser 30 g genommen, und pro Flächeneinheit wird etwas mehr benötigt — bis zu 10 Liter Lösung. Die Rinderjauche wird im Verhältnis 1:5 mit Wasser übergossen. Sie muss zwei Wochen lang an einem warmen Ort ziehen. Vor der Ausbringung ist der Aufguss im Verhältnis 1:10 mit Wasser zu verdünnen. Pro Quadratmeter reichen 7-8 Liter Dünger.
Einige empfehlen, für die Düngung auch eine Lösung von Ammoniakwasser zu verwenden, aber ich sehe ehrlich gesagt keinen besonderen Effekt darin.
In der zweiten Maihälfte und der ersten Junihälfte wird unter den Winterknoblauch jeder beliebige Phosphor-Kalium-Dünger in der auf der Verpackung angegebenen Dosierung ausgebracht. Bei Sommerknoblauch wird ein ähnlicher Vorgang Ende Juni durchgeführt.