Jedes Jahr, gegen Winter, beginnt eine rege Bewegung auf dem Samenmarkt: Die Verkaufsstellen erneuern das Sortiment, die ersten Chargen von Neuheiten erscheinen, und die von der Aufregung ergriffenen Gärtner versuchen, das «Allerbeste» zu kaufen. Agronom und Züchter Agronom erzählt, wie man keine Fehler macht.
Inhaltsverzeichnis:
Erntejahr und Abpackdatum
Die besten Samen sind frische. Besonders betrifft dies Kulturen, die zu schnellem Verlust der Keimfähigkeit neigen (Karotten, Pastinaken, Sellerie, Petersilie, Dill, Paprika).
Alte Chargen solcher Samen zu kaufen ist sinnlos — bereits nach einem Jahr sinkt die Keimfähigkeit drastisch. Verantwortungsbewusste Firmen verpacken frisches Material gegen Jahresbeginn, daher bedeutet ein zu frühes Winterangebot oft einen Ausverkauf der Restbestände des Vorjahres.
Phantasiesorte
Heutzutage kann man viele Samen mit fantastischen Namen finden, die weder in staatlichen Registern noch in Sortendatenbanken vorkommen. Derartige «Bezeichnungen» sind ein häufiges Zeichen von handwerklicher Abpackung oder Sortenverwechslung. Wenn der Name verdächtig erscheint, ist es besser, sein Vorhandensein in Sortenkatalogen zu überprüfen (es reicht, den Namen in eine Internet-Suchmaschine einzugeben).
Es wäre ein Fehler, die Ernte einer einzigen Sorte anzuvertrauen. Erst ein Sortiment aus mehreren Sorten gibt die Hoffnung, dass sich mindestens eine in einem bestimmten Jahr bewährt. Und bei Tomaten, Paprika oder Kürbis muss man bedenken, dass nicht nur der Ertrag wichtig ist, sondern auch der ästhetische Genuss der Früchte mit unterschiedlichen Farben und Formen.
Kennzeichnung
Beim Verkauf von Samen im Einzelhandel müssen auf den Verpackungen bestimmte Angaben vorhanden sein (siehe Infografik). Dies ist ein Schutz des Käufers vor Ware unbekannter Herkunft.
Gerüchteprüfung
Frischefrage
Sollen die Samen frisch sein, oder sollte man warten — eine Frage, die bei Hobbygärtnern für Diskussionen sorgt. Manche kaufen nur frische. Aber es wird auch angenommen, dass die Samen manchmal ein oder zwei Jahre lagern sollten.
„Beide Meinungen sind richtig, da die Haltbarkeitsdauer je nach Kulturpflanze variiert, — präzisiert die Gärtnerin und Autorin des Bestsellers ‚Nicht nur der Gemüsegarten‘ Swetlana Samoilowa. — Zum Beispiel bleibt die Keimfähigkeit von Kürbisgewächsen und Melonen (Wassermelonen, Zuckermelonen, Kürbisse, Flaschenkürbisse, Gurken, Zucchini, Patissons — keine Hybriden) bis zu 8–10 Jahren erhalten. Aber denken Sie daran: Je älter die Samen, desto länger keimen sie. Manchmal können Zucchini-Samen einen Monat in der Erde liegen und, wenn der Gärtner sie vergessen hat, ihn mit Keimlingen erfreuen“.