Wie gefährlich sind anhaltende Regenfälle für den Garten und den Gemüsegarten?

Zu denen, die Extreme offensichtlich nicht mögen, gehören Gärtner und Gemüsegärtner in vorderster Reihe. Für ihre sorgfältig gehegten Schützlinge sind sowohl Trockenheit als auch die in gemäßigten Breiten völlig unpassenden «tropischen» Regenfälle gleichermaßen schlecht. Obwohl man sich mit letzteren scheinbar abfinden könnte, denn eine gute Bewässerung ist eher ein Segen. Zumal man dafür den Boden bis zu einer Tiefe von 6-8 cm durchfeuchten muss, während selbst der stärkste Regen, der, sagen wir, einen halben Tag anhält, nur eine Schicht von 2-3 cm gut durchfeuchten kann. Aber so einfach ist es nicht. Woran liegt es?

Antwortet Agronomin Jelena Gorbunowa:

— Es geht hier überhaupt nicht um die Tiefe der Durchnässung der Bodenschicht, um die Pflanzen mit der nötigen Wassermenge zu versorgen. Lang anhaltende Starkregen verursachen eine ganze Reihe von Problemen für Gärtner, die man manchmal nicht in kurzer Zeit beheben kann und die man fast bis zum Ende der Saison lösen muss. Aber gehen wir der Reihe nach vor.

Die erste negative Folge — die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und, als Folge, — ein stark erhöhtes Risiko von Pilzkrankheiten, und zwar im breitesten Spektrum. Von Kraut- und Knollenfäule und Mehltau bis zu verschiedenen Erscheinungsformen von Fruchtfäule. Die pathogenen Pilze erhalten nahezu ideale Bedingungen für ihre Entwicklung und nutzen sie voll aus.

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Das zweite große Problem — ein deutlicher Rückgang einer Reihe von nützlichen Spurenelementen im Boden, da der ständige — wenn auch nicht starke — Wasserfluss sie einfach aus dem Boden wäscht. Und auch die Makronährstoffe — Stickstoff, Kalium, Phosphor — sind davon betroffen, wenn auch in geringerem Maße. Der Verlust dieser Komponenten führt wiederum zur Aktivierung von Krankheiten, zum Beispiel — Blattchlorose. Man muss das Gleichgewicht wiederherstellen — in den Pausen oder nach dem Ende der Regenfälle, aber das ist keine schnelle Sache, in ein paar Tagen kann man den Boden nicht richtig wiederherstellen, und daher sind Ernteverluste nicht ausgeschlossen.

Nun, und schließlich das dritte ernsthafte Problem — das Wurzelsystem der Pflanzen, aller ohne Ausnahme. Lange Regenfälle schaffen die Voraussetzungen für Sauerstoffmangel — die Wasserschicht (und sie  hat selbst bei rechtzeitigen Gegenmaßnahmen  immer noch Einfluss) behindert den richtigen Gasaustausch und trägt zur Verschlechterung des Zustands von Obst- und Gemüsekulturen bei.

Nun, und viertens aktiviert die erhöhte Luftfeuchtigkeit Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken.

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