Bevor Sie Vögel, Bienen, Vieh für Ihr Gartengrundstück kaufen und eine schöne Saison erwarten, werfen Sie einen Blick in die Dokumente für das Land. Von der Art der zulässigen Nutzung (VRI) hängt alles ab. Anwalt Alexej Malenkow erklärt: Es gibt drei Hauptkategorien, mit denen Russen konfrontiert werden:
- ISchS — individueller Wohnungsbau;
- SNT — gartenbauliche nichtkommerzielle Genossenschaft;
- LPCh — ländliche Nebenerwerbslandwirtschaft;
«Es ist wichtig, zuerst zu bestimmen, zu welcher Kategorie Ihr Grundstück gehört,» erklärt Alexej Malenkow. — Die Regeln für die Haltung von Geflügel und Tieren sind für jedes Land unterschiedlich».
Inhaltsverzeichnis:
ISchS: Katzen — ja, Hühner — fragwürdig
Bei Grundstücken für den Wohnungsbau (ISchS) ist die Situation am kniffligsten.
«Auf einem ISchS-Grundstück ist es erlaubt, Haustiere (Katzen und Hunde) zu halten. Auch gibt es im Gesetz kein klares Verbot für die Haltung von Kleintieren für den Eigenbedarf (wichtig!), nicht für die gewerbliche Zucht — das sind Hühner, Enten, Kaninchen, Bienen», — kommentiert der Anwalt.
Aber es gibt eine Einschränkung: Der Experte betont, dass dabei die Rechte der Nachbarn und die sanitär-epidemiologischen Normen strikt eingehalten werden müssen. Wenn Ihr Hahn die Nachbarschaft um vier Uhr morgens weckt und der Geruch aus dem Hühnerstall bis zur fremden Veranda reicht — dann können Sie mit einer Kontrolle rechnen.
Wichtig: Um Probleme auf ISchS-Grundstücken sicher zu vermeiden, fordern Sie einen Auszug aus dem PZZ (Regeln für Landnutzung und Bebauung) bei der örtlichen Verwaltung an. Wenn dort keine zulässige Nutzung «Geflügelzucht» oder «Viehzucht» angegeben ist, bleibt das Risiko eines Bußgeldes bestehen.
SNT: Sehen Sie in die Satzung
In Gartengenossenschaften ist die Freiheit ebenfalls vorbei. Das Gesetz erlaubt die Haltung von Geflügel und Kaninchen, aber mit Einschränkungen.
«Auf SNT-Grundstücken ist auch die Haltung von Haustieren (Katzen und Hunde) und kleinen landwirtschaftlichen Nutztieren für den Eigenbedarf erlaubt. Verboten sind die gewerbliche Zucht und die Haltung von Rindern», — präzisiert Malenkow.
Die größte versteckte Klippe — die internen Regeln der Gemeinschaft.
«In der Satzung der SNT kann ein Verbot der Haltung von Hühnern, Enten, Kaninchen und Bienen vorgesehen sein, da dies die Rechte der Nachbarn verletzen kann. Falls die Haltung erlaubt ist, ist die Einhaltung der veterinärmedizinischen Vorschriften zwingend erforderlich», — warnt der Experte.
LPCh: hier gibt es viel Freiheit
Wenn Sie von einer Kuh oder Ziege träumen, benötigen Sie ein Grundstück mit dem Status eines privaten Nebenerwerbsbetriebs.
«Die Haltung von Rindern ist nur auf LPH-Grundstücken erlaubt, jedoch ist die strikte Einhaltung der Vorschriften zwingend erforderlich. Auch hier — die gewerbliche Tierhaltung ist verboten. Eine ganze Farm kann errichtet werden, jedoch nur durch Gründung einer KFH (eines bäuerlichen Betriebs)», — sagt der Rechtsanwalt.
«Der Preis» des frischen Eies
Die Kontrolle über die Datscha-Besitzer wird heute von mehreren Behörden durchgeführt: dem Staatlichen Veterinärdienst, Rosselchosnadsor und der Staatsanwaltschaft. Meistens kommen die Kontrollen nach einer Beschwerde der Nachbarn.
Alexei Malenkow hat die aktuellen Bußgelder für Verstöße (gemäß dem Ordnungswidrigkeitengesetz der Russischen Föderation) genannt:
- Für mangelnde Hygiene. Verstoß gegen veterinärmedizinische und hygienische Vorschriften (z. B. wenn der Hühnerstall direkt am Zaun des Nachbarn steht oder Dung unsachgemäß entsorgt wird) — Bußgeld von 30 € bis 50 €.
- Für zweckfremde Nutzung des Landes. Dies ist der schlimmste Punkt. Wenn Sie auf einem Grundstück für den Gartenbau Schweine halten, beträgt das Bußgeld 0,5 % bis 1 % des Katasterwerts des Grundstücks. Wenn Ihre Datscha im Moskauer Gebiet laut Kataster 3 Millionen Rubel (30.000 €) wert ist, kann das Bußgeld 300 € erreichen.
- Für Umweltschäden. Für die Verunreinigung des Bodens mit Abfällen der Tierhaltung — Bußgeld von 20 € bis 30 €.
Wie Sie alles gesetzeskonform machen
Damit die Tierhaltung legal ist, empfiehlt der Rechtsanwalt, präventive Maßnahmen zu ergreifen:
1. Prüfen Sie die Satzung. Es ist notwendig, die Zustimmung der SNT einzuholen (oder sicherzustellen, dass die Satzung kein direktes Verbot enthält).
2. Fragen Sie die Verwaltung. Erkundigen Sie sich bei der örtlichen Gemeinde, ob die Bebauungspläne die Haltung von Geflügel in Ihrer Zone erlauben.
3. Halten Sie Abstände ein. Der Hühnerstall ist ein Wirtschaftsgebäude. Er muss mindestens vier Meter von der Grenze zum Nachbarn entfernt stehen.
«Kann man das Bußgeld anfechten, wenn Sie glauben, dass die Nachbarn grundlos Beschwerde eingelegt haben? Ja, das ist möglich. Um das Bußgeld anzufechten, müssen Sie vor Gericht gehen», — fasst Alexei Malenkow zusammen.