Zuerst verbreitete sich die Pflanze in Europa, und jetzt hat sie auch Russland erreicht – sie wurde bereits im Süden des Landes gefunden, zum Beispiel in Kislowodsk. Die Pflanze verfügt über ein kräftiges Wurzelsystem, aufgrund dessen sie Gebäude beschädigen kann. Sie mit einer Schaufel auszugraben ist unmöglich – ein Bagger ist erforderlich.
Ist das wahr? Wir gehen der Sache gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Moskauer Gartenbauverbandes, dem Agronomen Andrei Tumanow auf den Grund.
Inhaltsverzeichnis:
Die Gefahr ist übertrieben
„Reynoutria ist tatsächlich invasiv – es ist schwierig, sie zu entfernen, wenn man sie sich ausbreiten lässt. Allerdings werden Behauptungen über die Zerstörung von Häusern und Fundamenten weder durch die Praxis noch durch wissenschaftliche Studien gestützt. Es sind Gerüchte, die jahrelang ohne Beweise wiederholt werden. Es gibt keine Fakten für Gebäudeschäden durch diese Pflanze“, – sagt der Experte.
Die Wurzeln von Reynoutria können schwachen, dünnen Asphalt oder Risse im Beton durchdringen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn bereits vorhandene Schäden bestehen.
„Die Wurzeln zerstören das Fundament nicht von selbst – die Pflanzen müssen nichts „brechen“, ihre Aufgabe ist es, sich zu verankern und zu ernähren“, – versichert der Agronom.
Wie bekämpft man sie?
Reynoutria kann man vollständig loswerden, sogar ohne Herbizide:
– Regelmäßiges Mähen (z. B. mit einem Trimmer) schwächt die Pflanze im Laufe der Saison;
– Wiederholtes Entfernen der Triebe erschöpft das Wurzelsystem;
– Bei einem systematischen Ansatz kann sie innerhalb von 2–3 Jahren vollständig beseitigt werden.
Warum vermehrt sie sich in Russland nicht durch Samen?
Reynoutria vermehrt sich in unseren Breitengraden ausschließlich vegetativ – das heißt über Wurzeln und Triebe. Bei uns wachsen überwiegend weibliche Pflanzen, und ohne männliche bilden sich keine vollwertigen Samen. Selbst wenn Samen vorhanden sind, reifen sie unter russischen Bedingungen nicht aus.
Ist sie giftig wie der Bärenklau?
Reynoutria ist nicht giftig, wie manchmal behauptet wird. Im Gegenteil – sie wird in der Medizin verwendet und gilt als ausgezeichnete Bienenweide.
„Beispielsweise werden in Japan aktiv Forschungen zu ihren nützlichen Eigenschaften durchgeführt“, – teilt der Experte mit.
Fazit?
Reynoutria — aggressiver Unkraut, mit dem man umgehen können muss. Aber es ist kein Monster, das Städte zerstören kann. Die Ängste sind übertrieben, und bei richtiger Vorgehensweise kann man es leicht loswerden. Man sollte nicht in Panik verfallen — ein wenig Wissen und Praxis reichen aus.